Schreibende Arbeiter und ihre Zirkel – Erwartungen, Praxis und Ergebnisse

Artikel-Metadaten

von Rüdiger Bernhardt

Erscheinungsjahr: 2021

Peer Reviewed

Abstract

„Kultur für alle“, der Slogan bestimmt seit Anfang der 1970er Jahre die Diskurse der Kulturpolitik in der Bundesrepublik. Bis heute ist man weit entfernt von einer kulturellen Teilhabe aller. „Erstürmt die Höhen der Kultur!“ hieß es hingegen in der DDR. Welche Wege gegangen wurden, um „alle“ zu erreichen, ob und wie dies gelang, beschreibt dieser Beitrag am Beispiel der Literatur, der Bewegung der schreibenden Arbeiter.

„Greif zur Feder Kumpel! Die sozialistische Nationalkultur braucht dich!“: Die 1. Bitterfelder Konferenz 1959 wurde zum Höhepunkt und Abschluss einer Entwicklung, die von Gruppen geprägt war, in denen sich in den fünfziger Jahren Schreibwillige zusammengeschlossen hatten. Aus ihnen gingen die Zirkel schreibender Arbeiter hervor, die besser Literarische Salons genannt würden; denn Arbeiter waren in den Zirkeln in der Minderheit.

Die Schreibenden sollten für die Kulturpolitik und für eine zu entwickelnde Kultur und Kunst als Rezipienten, als naive Rezensenten und kritische Leser gewonnen werden. Schriftsteller, die die Zirkel neben Literaturwissenschaftlern, Lehrern und Bibliothekaren leiteten, sollten an die Arbeit in den Betrieben herangeführt werden. Dass die schreibenden Arbeiter die sozialistische Nationalliteratur schreiben sollten, war vielleicht eine politische Erwartung und eine journalistische Übertreibung, doch nicht Ziel in den Zirkeln. Anliegen war, möglichst viele Interessierte mit Literatur vertraut zu machen, Schriftstellern neue Inhalte zu vermitteln und Schreibende eventuell publizistisch wirken zu lassen. Die Ergebnisse der Zirkel waren vielfältig, wirksam und teilweise überraschend. Der angefügte Beitrag „In der Landschaft der Fabriken" aus dem Jahr 1987 beschreibt das Wirken des Zirkels schreibender Arbeiter der VEB Leuna-Werke Walter Ulbricht, dessen Leiter der Autor war.

Die Anfänge

Der 24. April 1959 war der Tag der 1. Bitterfelder Konferenz. Er wurde zum Höhepunkt einer langen Entwicklung, in der verschiedene Bestrebungen wirkten: Zum einen Erfahrungen des Bundes proletarisch-revolutionärer Schriftsteller von 1928, zum anderen das Wirken der nach 1950 freiwillig entstandenen Interessengruppen, in denen sich Schreibende zusammenfanden, um dem Schreiben als Hobby „einen größeren Wert in ihrem Alltagsleben einzuräumen“ (Sokoll 2011:318).

In der Reflexion der 1. Bitterfelder Konferenz 1959 ist der Entstehungsprozess mitzudenken; er ist Ausdruck einer erfolgreichen Gestaltung des breiten Umgangs mit Kunst und Literatur in der Gesellschaft der DDR. Lässt man diese Herkunft außer Acht, besteht die Gefahr, den Bitterfelder Weg „als das klassische Beispiel einer ... Literaturkampagne“ (Schuhmann 2002:452) zu betrachten. Denn lange vor der 1. Bitterfelder Konferenz hatten sich Schreibende und Literaturinteressierte in Bibliotheken, Kulturhäusern und anderen Einrichtungen zusammengefunden, um das literarische Interesse und Schreiben von Laien zu fördern. Es gab literarische Gesprächsrunden, Schul-, Arbeiter- und Studententheater, Lese- und Diskussionszirkel und andere Interessengemeinschaften: Das betraf vor allem Großbetriebe wie in Deuben und Schwarza oder die Warnow-Werft Rostock und das Chemiekombinat Bitterfeld, aber auch innerhalb der Nationalen Volksarmee (NVA) gab es frühe Beispiele. Parallel dazu meldeten sich Schreibende in den Häusern für Volkskunst und den Kulturhäusern sowie bei den Verlagen, besonders dem Mitteldeutschen Verlag. Deshalb wurde der Mitteldeutsche Verlag (Halle/Saale) mit der Durchführung der Bitterfelder Konferenz beauftragt, denn er war für die Gegenwartsliteratur des Landes verantwortlich. Es war eine Bildungsanstrengung, die Politik, Werktätige, Schriftsteller und Künstler, Verlage und Kulturhäuser auf dem Gebiet der Kunst und Kultur unternahmen.

Die Bewegung schreibender Arbeiter war deshalb nichts Neues, als 1959 zur Gründung von Zirkeln aufgerufen wurde. Ähnlich entwickelte sich das bildnerische Volksschaffen (siehe: Ute Mohrmann „Zur Volks- und Laienkunst, zum Bildnerischen Volksschaffen in der DDR“). Nur war das bildnerische Volksschaffen traditionell verbreiteter und in Gruppen organisierter als das Schreiben. Neu war die politische Erwartungshaltung, dass es sich um schreibende Arbeiter handeln sollte: Deren Anteil betrug de facto in den besten Zeiten in Betriebszirkeln nur ca. 50 %. Insofern war der Begriff sozial nichtzutreffend und von Beginn an umstritten. Die Praxis entwickelte sich zudem anders, als die Erwartungshaltung der Partei- und Staatsführung es vorsah.

Die 1. Bitterfelder Konferenz 1959 war zum einen der Abschluss einer langjährigen volkskünstlerischen Tätigkeit. Sie war zum anderen der Beginn einer Konzentration auf Organisationsformen wie die der Zirkel, um Werktätige, die interessiert waren, an Kunst und Literatur heranzuführen. Die Zirkelmitglieder wollten Literatur gemeinsam lesen und darüber sprechen, wollten sie verstehen lernen. Des Weiteren galt es, für diese Zirkel Mentoren zu finden, so wie den Schriftsteller Friedrich Döppe (1922-1987), der lange vor 1959 für Schreibende im Bezirk Halle ein Mentor geworden war. Nach der Konferenz fasste er zusammen:

„Es geht im ganzen um die Erziehung zur sozialistischen Gemeinschaft, im Einzelnen um die Heilung von verschiedenartigen, noch in der kapitalistischen Produktionsweise entstandenen Entartungserscheinungen des Individualismus.“ (Döppe 1959:51)

Einer der Schüler Döppes, der Schriftsteller Konrad Potthoff, der selbst als Zirkelleiter tätig war, schrieb im Nachruf: „Wir nannten ihn ‚Meister‘“ (Potthoff 1987) und traf damit das Verhältnis in den Zirkeln: Schüler und Meister.

Drei Phasen der Bewegung schreibender Arbeiter

Die Forschung des Soziologen Dietrich Löffler betonte die unabhängige und besondere Bedeutung des Bitterfelder Weges für eine „autochthone sozialistische Literatur“. Er sah in der Bitterfelder Konferenz einen wesentlichen Beitrag zur „Neuorganisation des literarischen Lebens“ (Löffler 2011:83 ff.). Sowjetische Einflüsse und Erfahrungen, wie andernorts zu lesen ist, gab es nicht.

Die Geschichte der Bewegung schreibender Arbeiter in der DDR lässt sich drei Phasen der Entwicklung untergliedern:

  1. Phase bis 1959: Zusammenschluss Literaturinteressierter in Betrieben

Schreib- und Literaturinteressierte fanden sich zu Beginn der fünfziger Jahre freiwillig zum geistigen Austausch zusammen und suchten dazu Partner und einen Weg, ihre Interessen zu pflegen. Sie schlossen sich zu einer Gruppe Gleichgesinnter zusammenschlossen. Der Vorgang fand in der 1. Bitterfelder Konferenz seinen Abschluss.

„Die schreibenden Arbeiter, die bis dahin (1959 R.B.) häufig auf sich allein angewiesen waren, schlossen sich in einem Zirkel zusammen.“ (Buch unserer Tage 1970:116) Meist waren Schriftsteller der Kristallisationspunkt solcher Gruppen und Großbetriebe ihre Orte, nicht zuletzt deshalb, weil dort auch die finanzielle Möglichkeit bestand, mit Schriftstellern Verträge zu schließen, die ihre anleitende Arbeit einschlossen. Diese Entwicklung bestätigte die 1. Bitterfelder Konferenz.

  1. Phase bis 1964: Offizielles Programm des Bitterfelder Weges

Nach 1959 setzte sich in den Zirkeln freiwillig eine organisierte Zirkeltätigkeit durch, die zum Dokumentaristen gemeinschaftlicher und individueller Entwicklungen wurde. Die Entwicklungen der Bewegung schreibender Arbeiter verlief anders, als es sich einige Funktionäre wie der Schriftsteller und Sekretär des Staatsrates Otto Gotsche gedacht hatten. Während Gotsche vor allem auf Literatur insistierte, waren die Interessen der Zirkel großflächiger. Sie suchten den Kontakt zur Betriebszeitung: „Der Klubhausleiter, Mitglieder der Klubhausleitung und der Redakteur der Betriebszeitung sind nicht mehr unsere Gäste, sondern sie gehören notwendig ‚dazu‘.“ (Deubner Blätter I 1961:39). Nicht große Literatur entstand, sondern Erlebtes und Erfahrenes wurde gesichert, ausgetauscht, verallgemeinert, journalistisch verarbeitet und bestenfalls als Stoff zur Verfügung gestellt. Dieser Entwicklung wurde die 2. Bitterfelder Konferenz von 1964 gerecht.

  1. Phase nach 1964: Bildung durch Literatur

In den sechziger und siebziger Jahren ging das Dokumentieren von Vorgängen in das Berichten und Beschreiben der Vorgänge über; eine Vorstufe des Literarischen wurde erreicht und führte in einzelnen Fällen zu literarischen Werken, die ein Nebeneffekt der Bewegung waren. Diese Phase entstand in den einzelnen Zirkeln zu unterschiedlichen Zeiten, sie erweiterte die Arbeit in den Zirkeln und führte in den achtziger Jahren zu vielfältigen literarischen Ergebnissen, zu neuen literarischen Werken. Die Texte erschienen in vielen Fällen in Betriebsanthologien und später in repräsentativen Sammlungen wie Bitterfelder Ernte 1968 oder Körnchen Gold 1969 und ließ Literatur entstehen. Oft wurden diese Texte durch Beiträge anderer Volkskunstgruppen, besonders der Zirkel für bildnerisches Volksschaffen, aber auch Musikgruppen, bereichert. Texte aus den Zirkeln dienten ferner als Vorlage für andere Kunstgattungen wie Theater- oder Filmzirkel.

Zirkel und Werke

Die letzte offizielle Übersicht zu den Zirkeln schreibender Arbeiter stammt aus dem Jahr 1985 (Zu wesentlichen Tendenzen 1985). Danach gab es zu der Zeit 211 arbeitende Zirkel mit etwa 2.000 Mitgliedern; 112 wirkten in Produktionsbetrieben, 70 in Kultureinrichtungen, 13 in wissenschaftlichen Institutionen und 16 in staatlichen Bereichen. Diese Zahlen sind unvollständig, da die Zirkel schreibender Kinder und Schüler, die Zirkel in der Volkspolizei und der Nationalen Volksarmee nicht erfasst wurden. Insgesamt existierten seit 1959 ca. 500 Zirkel.

Nach einer vorläufigen Übersicht sind von den Mitgliedern der Zirkel schreibender Arbeiter bis 1989 etwa 250 Romane, Erzählungen, Kinderbücher usw. erschienen, nicht einbezogen die zahlreichen Sammelbände und Anthologien; aber dieses literarische Ergebnis war ursprünglich nicht beabsichtigt. Auch Auflagenmillionäre gab es: Von der Kinderbuchautorin Erni Simmich (Stadtzirkel Halle) wurden bis 1989 1,7 Millionen Exemplare ihrer Kinderbücher verbreitet.

Wirkungen des Programmes und der Bewegung der schreibenden Arbeiter

Zirkel als Orte der (literarischen) Bildung und des Diskurses

Nicht das Veröffentlichen von literarischen Werken stand im Fokus, sondern die Literatur stand zur Diskussion. Durch Literatur sollten bildungsferne Bevölkerungsgruppen erreicht und Bildung vermittelt und somit die soziale Basis für Kunst und Kultur vergrößert und auch neue Themen in die Literatur einbracht werden. Von Beginn an war in den meisten Zirkeln erkennbar, dass aus der freiwilligen Teilnahme auch der Anspruch auf eine freizügige Öffentlichkeit erhoben wurde und dadurch Haltungen und Ansichten in die Diskussionen gelangten, die an anderen Orten nicht besprochen wurden (vgl. Schuhmann 2002:437). Ich verstand die Zirkel als Gruppen ähnlich interessierter Menschen, die das Gespräch und den Gedankenaustausch suchten, deshalb verwendete ich seit Jahrzehnten für die Zirkel den Begriff „Literarischer Salon“.

Das wichtigste Ergebnis des Bitterfeldes Weges war die Beteiligung der Zirkel und ihrer Mitglieder an literarischen, ästhetischen und kunsttheoretischen Diskussionen. Das geschah auch im Zusammenhang mit der Vergabe von Buchpreisen, Festspielen, literarischen Wettbewerben, Gesprächszyklen in Bibliotheken und Kulturhäusern, Presse- und Leserdiskussionen. Hier vollzog sich eine demokratische Auseinandersetzung mit Kunst- und Literaturprozessen, wie sie vor 1959 selten und nach der Wende kaum mehr vorhanden war: Diese Debatten fanden zwischen Menschen unterschiedlichen Alters und Bildungsabschlüssen statt; die Sechzehnjährige saß neben dem Siebzigjährigen. Es stritten im Zirkel der Spätheimkehrer, der aus der Kriegsgefangenschaft gekommen war, jetzt als Kesselreiniger arbeitete und kaum einen Satz schreiben konnte, mit der Abiturientin und dem Studenten. Diese Beobachtungen beziehen sich auf den Zirkel der Leuna-Werke, der 1959 gegründet wurde, und den ich als Zirkelleiter 1966 übernahm.

Zu den Ergebnissen des Zirkels schreibender Arbeiter gehörten auch publizistische Beiträge, die für die Betriebspresse gedacht waren. Der genannte Spätheimkehrer war stolz, als er im Leuna-Echo, der Betriebszeitung des Chemiekombinats, einen kurzen Beitrag über die schwere Arbeit in den Heizungsrohren veröffentlichen konnte. Er hatte wieder das Schreiben gelernt, das einfache Schreiben Wort für Wort. Und es gab Texte, die zuerst in Anthologien zusammengefasst wurden.

Veröffentlichungen

Anthologien, Erzählungen und Romane waren nicht das Ziel des Bitterfelder Weges. Von Beginn an wurde sogar vor zu großen Erwartungen gewarnt. Der Kulturwissenschaftler und Kulturpolitiker Hans Koch fragte im September 1959 in der Neuen Deutschen Literatur (NDL): „Welchen Platz nimmt der ‚schreibende Arbeiter‘ im Kulturleben unserer Republik ein?“ (Koch 1959:99-105) Er warnte vor Missverständnissen, dass nun Arbeiter die Nationalliteratur schreiben und die Schriftsteller ablösen würden, aber auch vor willkürlichen Zirkelgründungen usw. Im Anschluss an den Beitrag Hans Kochs stand das Gedicht Freundschaft des schreibenden Berufsschullehrers Rudi Berger (1924-2019). Kochs Beitrag und Bergers Gedicht trugen die Überschrift Vom Start zur neuen Literatur. Das Gedicht beschrieb, wie ein junger Dreher im Stahlwerk Riesa dem Beispiel des sowjetischen Drehers Pawel Bykow folgt. In der Tradition von Brechts Die Teppichweber von Kujan-Bulak schilderte Berger, der Brechts Gedicht bis in einzelne Wendungen adaptierte, wie die deutschen Dreher den fremden Dreher ehrten, indem sie sich nützten: „So ehrten sie ihn. / Was er schon geprüft, ergriffen sie.“

Es gab auch Ablehnung wie die Wolfgang Hilbigs, dem schreibenden Heizer aus Meuselwitz. Seine frühen Veröffentlichungen hatten Zirkel schreibender Arbeiter ermöglicht. Das erste gedruckte Gedicht erschien 1965 im Mitteilungsblatt des „Zirkels schreibender Arbeiter des Kulturhauses der Eisenbahner Altenburg“, im Januar 1966 veröffentlichte die Zeitschrift ich schreibe vier seiner Gedichte (Opitz 2017:262). Hilbig nahm in mehreren Zirkeln zeitweise teil, dennoch lehnte er die Bewegung letztlich ab: Ursachen waren einerseits, dass er mit seiner Lyrik wenig Verständnis fand, und andererseits, dass er in die Zirkel ging, um gedruckt zu werden, was aber nicht Ziel der meisten Zirkel war. Hilbigs Vorstellungen und die selbstgestellten Aufgaben der Zirkel passten nicht zueinander. Wenn sein Biograf Michael Opitz schreibt, dass er „den Zirkelleitern, die den Klassenfeind hinter jeder sozialismuskritischen Äußerung vermuteten“, auffiel und dass die Zirkelmitglieder durch die Zirkelleiter „auch gut zu kontrollieren waren“ (Opitz 2017:262 ff.), ist das nicht nachvollziehbar und für die Masse der Zirkel falsch. Vielmehr füllten die Zirkel eine Lücke, die die Kulturpolitik geschaffen hatte. Es wurden Themen und Konflikte besprochen und behandelt, die in der Öffentlichkeit kaum diskutiert wurden.

So wie Hilbig kamen auch andere, unbegabtere Schreibende. Sie standen mit dicken Manuskripten vor dem Zirkelleiter – ich habe dies mehrfach erlebt – und suchten keinen Rat, sondern die Autorität des Zirkels, denn sie meinten, ihre Manuskripte bekämen dadurch mehr Gewicht bei den Verlagen. Diese Schreibenden kamen meist nur ein-, zweimal zu den Zirkelnachmittagen. Als sie erlebten, dass dort ernsthaft, teils sehr kritisch und offen gestritten wurde, blieben sie weg.

Die bis 1989 erscheinende Zeitschrift ich schreibe, die seit 1960 viermal jährlich als Zeitschrift für schreibende Arbeiter und Genossenschaftsbauern, Zirkel und Zirkelleiter vom Zentralhaus für Kulturarbeit herausgegeben wurde, gibt differenzierte Einblicke in die Arbeit der Zirkel, ihre kunstpädagogische Ausrichtung und ihre Wirksamkeit, sowohl journalistischer als auch literarischer Art. In ich schreibe wurde publizistischen Genres Aufmerksamkeit geschenkt, es wurden aber auch literarische Gattungen vorgestellt. Texte, die noch nicht zur Veröffentlichung geeignet waren, erschienen mit Gutachten. Die Abonnentenzahl war stabil, das Interesse weitete sich bis ins Ausland aus. Seit Anfang der 1970er Jahre erschienen der Zeitschrift auch Beiträge zu schreibenden Schülern, beispielsweise Dieter Erbes Methodischen Vorschlägen und praktischen Erfahrungen (1973, Heft 6:2ff.), die von der Publikation Entdeckung der Gemeinschaft. Hinweise zur Arbeit mit schreibenden Schülern begleitet wurde (Bernhardt 1973).

Selbstermächtigung der Schreibenden

Der Begriff des Salons wurde in der Geschichte der schreibenden Arbeiter als Parallelbegriff zu den Zirkeln verwendet. Deuben spielte in diesem Prozess eine besondere Rolle. 1951 begann die Schriftstellerin Edith Bergner ihre Arbeit im Braunkohlenwerk Erich Weinert Deuben. Das hieß anfangs individuelle Betreuung einzelner Interessierter, das hieß eine mögliche Hinwendung Schreibender zur Arbeitsgemeinschaft Junger Autoren, das hieß aber auch erste Zusammenschlüsse, ohne dass diese jemand vorgegeben hatte. Die 1. Bitterfelder Konferenz 1959 gab dieser lockeren Gemeinschaft ein System, machte es im wahrsten Sinn des Wortes „salonfähig“ und war eine zwangsläufige Folge, „um den immer breiter werdenden Strom schöpferischer Selbstbetätigung ein Flussbett zu geben“ (Deubener Blätter I 1961:37).

In einem Streitgespräch des Zirkels schreibender Arbeiter des Braunkohlenwerkes (BKW) Erich Weinert Deuben 1959 versuchten Zirkelmitglieder Klarheit darüber zu erreichen, was man erreichen wollte und warum man sich zusammengeschlossen hatte. Die Beteiligten wollten in erster Linie Erlebtes und Erfahrenes aufbewahren, miteinander reden und voneinander lernen. Sie suchten zudem die Zusammenarbeit mit Gleichgesinnten: Es waren Menschen, die kleine Texte und Gedichte schrieben und über Schriftsteller den Weg zur Literatur fanden – wie es für Gerti Junghans 1953 Edith Bergner war (vgl. Deubener Blätter I 1961:14). Dass sich Literatur dazu bestens eignet, war den Schreibenden klar: Sie selbst konnten nur Beiträger in diesem Prozess sein. Literatur war frühzeitig in der Geschichte der menschlichen Entwicklung zum Gedächtnis der Menschheit geworden, denkt man an die Bibel oder Ilias und Odyssee. Sie erinnerten sich:

„Gab es nicht einmal eine bevorzugte Klasse, in der es zum guten Ton gehörte,
ein Sonett schreiben zu können oder zu musizieren? Diese Klasse heute – das sind wir.“ (Deubener Blätter I 1961:38)

Der angesprochene Kumpel wurde als Rezipient, als naiver Rezensent und als kritischer Leser benötigt. Der erste Band von insgesamt drei Bänden der Deubener Blätter, eines der wichtigsten Dokumente der schreibenden Arbeiter, stellte die Losung „Die deutsche Nationalkultur braucht dich!“ an die Spitze und schloss „Arbeitsmaterialien“ an.

Förderung von Nachwuchsliteraten

Der Begriff „Zirkel schreibender Arbeiter“ klang von Beginn an hilflos: Der Anteil der Arbeiter in den Zirkeln in den Großbetrieben erreichte nur etwa 50%. In Schulen, Universitäten, Verbänden hießen sie „Zirkel schreibender Schüler“ usw. Es gab auch Zirkel schreibender Volkspolizisten und einen Zirkel des Blindenverbandes.

Es gab auch eine Zusammenarbeit anderer Art: Schreibende Arbeiter pflegten Kontakte zu ähnlichen Gruppen in der Freien Deutschen Jugend (FDJ), der Jugendorganisation der DDR. Die jungen Autoren nahmen später an den Poetenseminaren der FDJ teil: So fand beispielsweise im Oktober 1960 in Leipzig ein zentraler Ausscheid junger Talente statt, dem auch 169 literarische Neuschöpfungen von „Laienautoren“ vorlagen – wie es noch hieß. Auf dieser Veranstaltung wurden die damals 18-Jährige Irmgard Heise, Arbeiterin auf der Warnow-Werft, ausgezeichnet – sie hatte bemerkenswerte Gedichte über die Überwindung der Entfremdung geschrieben (Heise 1960:116) – ebenso wie der Erzähler Reinhard Kettner (geb. 1938) und Ulrich Völkel (geb. 1940), der u.a.1983 mit dem Theodor-Körner-Roman Mit Leier und Schwert bekannt wurde und als Leiter eines Stadtkabinetts für Kulturarbeit mit dem Bitterfelder Weg verbunden war (Chronik 1968:55).

Auseinandersetzung von Schriftsteller mit Themen des (Arbeits-)Alltages

Eine Besonderheit des Bitterfelder Weges war, dass er einen literarischen und kulturellen Bildungsvorgang auslöste: Schriftsteller gingen in die Betriebe und bezogen das Erlebte, den Alltag der Arbeiter, in ihre Werke ein. Christa Wolf, die einen Zirkel schreibender Arbeiter im Waggonbau Halle-Ammendorf geleitet hatte, sagte in einem Interview zu ihrer Biografin Therese Hörnigk, was für sie die 1. Bitterfelder Konferenz bedeutete:

„Wir hatten das Gefühl, die Realität bewege sich auf Dauer in die gleiche Richtung wie wir und wir könnten zusammen mit den Leuten aus der Wirtschaft, aus der Wissenschaft dieser progressiven Richtung zum Durchbruch verhelfen. Vergiss nicht, dass viele von uns, dem vielgeschmähten ‚Bitterfelder Weg‘ folgend, in Betrieben waren, Freundschaften schlossen, Einblick bekamen in ökonomische Prozesse und Widersprüche.“ (Hörnigk 1989:35)

Mit großem Engagement und sehr bewusst übernahmen Brigitte Reimann (1933-1973) und Siegfried Pitschmann (1930-2002) den Zirkel schreibender Arbeiter im Kombinat Schwarze Pumpe bei Hoyerswerda, der im Februar 1960 gegründet wurde. Sie gingen den schwierigen Weg: „Wir lesen Manuskripte, empfangen schreibende Arbeiter, stundenlange Diskussionen.“ Brigitte Reimann hielt den Zirkel für eine Grunderfahrung ihres Lebens; das schlug sich in ihrem Roman-Fragment Franziska Linkerhand nieder. Im Hoyerswerdaer Zirkel arbeitete auch der „kleine Volker Braun, Abiturient und seit vier Jahren in der Produktion“ (Bernhardt 2013:320), Büchner-Preisträger von 2000.

Auch der Schriftsteller Joachim Rähmer (1933-1990) bekannte, dass die Welt der schreibenden Arbeiter in sein literarisches Bemühen, „die Wirklichkeit des Lebens widerzuspiegeln, eingeflossen sei." (Rähmer 1984:29). Günter de Bruyn hatte eine „Art Patenschaft über die Brigade Erich Mühsam im Berliner Glühlampenwerk“ und ihr gerühmtes Brigadetagebuch übernommen, erwähnte aber diese Begegnung in seinen Memoiren nicht (Löffler 2011:88). Schriftsteller als Zirkelleiter waren üblich: Genannt seien Heiner Müller in Klettwitz, Rainer Tetzner in Bitterfeld, Ulrich Grasnick in Berlin-Köpenick, Gottfried Herold in Meißen, Werner Steinberg in Dessau, Hasso Grabner in Leuna, Edith Bergner in Deuben, Rose Nyland in Karl-Marx-Stadt. Neben ihnen wirkten Literaturwissenschaftler und Journalisten, die alle ähnliches berichteten wie Christa Wolf und Brigitte Reimann.

Untersuchungen eines Zentrales Forschungsprojekt an der Universität Halle in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts belegten, dass kaum ein Schriftsteller der DDR unbeeinflusst von den Auswirkungen des Bitterfelder Konferenz blieb (Bernhardt 1988). Und die Wochenzeitung DIE ZEIT stellte fest:

„Ein Stück auf dem später berüchtigten Bitterfelder Weg sind fast alle der später berühmten ostdeutschen Literaten gegangen, nicht zuletzt die Lyriker der Sächsischen Dichterschule – Mickel, Czechowski, Kirsch, Endler und Braun.“ (Finger 2004)

Zirkelmitglieder akzentuieren ihre Lebenswirklichkeiten persönlicher. Maria Krieger (1924-2020), eine Krankenschwester aus Halle, kam in einen Zirkel schreibender Arbeiter, um soziale Anliegen dort einzubringen, die sie aus ihrem Alltag mitbrachte. Sie schrieb schließlich, vom Zirkel dazu angeregt, Reportagen und Hörspiele, die im Rundfunk der DDR gesendet wurden. Rosel Schrader (1926-2017) aus Weißenfels veröffentlichte mehrere Kinderbücher. Texte von ihr wurden wie die anderer schreibender Arbeiter 1994 in Schullesebücher aufgenommen (vgl. Schrader 1994). Sie schrieb jedoch 1993: „Mit dem Schreiben wird wohl nichts mehr werden, obwohl die Themen mehr denn je in der Luft liegen. Es war eine schöne Zeit damals im Zirkel und es hat mir viel Freude gemacht …“ (Rosel Schrader am 22.12.1993 an den Autor).

In Deuben entstanden unter der Leitung des Literaturwissenschaftlers Roland Rittig (geb. 1944) Anthologien wie Preisen will ich (1982) und Pusteblumen - 1. Deubener Liederheft (1986). Noch bevor sich Schriftsteller für die Umwelt engagierten, beschrieben schreibende Arbeiter sie als bedroht und zerstört wie Ernst Zober in Vor dem Fenster. Das oft gedruckte Gedicht ist eines der Zeugnisse, wie schreibende Arbeiter eine bedrohte Landschaft schilderten:

„Schornsteinumstellte Horizonte / hier, in der Landschaft / der Fabriken. /
Ascheregen, unaufhörlich, / unsichtbar vom verätzten Himmel.“ (Zober 1969)

Beides – die Einschätzung der Schriftsteller und die Erinnerungen der Zirkelmitglieder als Beispiele für Hunderte ähnlicher Aussagen und Mitteilungen – legen vom Wert und der nachhaltigen Wirkung des Bitterfelder Weges Zeugnis ab.

Entwicklung methodischer Handbücher zum Schreiben mit Laien

Das Leipziger Zentralhaus für Kulturarbeit mit seinen Bezirks- und Kreiskabinetten waren für den organisatorischen und inhaltlichen Rahmen der DDR-weit agierenden Zirkel zuständig. Für die Zirkelarbeit wurden methodische Handreichungen ausgearbeitet. In unterschiedlichen Fassungen und mehreren Auflagen erschienen das Handbuch für schreibende Arbeiter (Autorenkollektiv 1960; Autorenkollektiv 1961) bzw. Vom Handwerk des Schreibens (Bernhardt 1983). Das Handbuch war das Ergebnis der universitären Bemühungen um die schreibenden Arbeiter, wie sie insbesondere an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg bereits 1959 stattfanden; frühzeitig wurden dort Orientierungen für die publizistische Tätigkeit in den Zirkeln erarbeitetet.

Beispielgebend im internationalen Raum

Die Zirkel waren für Gäste offen. So waren im Zirkel schreibender Arbeiter der Leuna-Werke Walter Ulbricht nicht nur zahlreiche Schriftsteller zu Gast – von Jupp Müller über Erik Neutsch und Jürgen Steinmann bis zu Josef Büscher –, sondern auch ausländische Gäste, die die Arbeit des Zirkels kennenlernen wollten: Prof. Dr. Müssener aus Stockholm, der über Exilliteratur sprach, die US-Amerikanerin Donovan, die den Zirkel mit amerikanischen Abendschulen verglich, die Norwegerin Dr. Blankenburgh, die den Motiven des Schreibens im Zirkel nachging, der Portugiese Dr. Guimanreas, der im Zirkel die Gelegenheit einer hochentwickelten Streitkultur kennenlernen wollte. Die Folge waren Veröffentlichungen über den Zirkel im Ausland (Bernhardt 1987).

Die schreibende Arbeiterin Margarete Wein (geb. 1947) steht wiederum dafür, wie die Arbeit der Zirkel im Ausland wirksam wurde. Studium und Promotion wurden durch ihren Zirkel gefördert – Margarete Wein gründete danach als Deutschlektorin in Maputo (Moçambique) einen Zirkel schreibender Arbeiter (Wein 1983). Sie veröffentlichte in Anthologien, Zeitungen, Zeitschriften, im Rundfunk und Internet. 2009 erschien ihr Gedichtband ZeitDruck für Mußestunden und 2020 Das kleine Schwarze – ein rotes Tuch (Ein Spaziergang durch die Welt der Farben).

Spuren der Bewegung schreibender Arbeiter in der Gegenwart

Der Bitterfelder Weg war auch literarisch erfolgreich und bleibt es mit dem Blick auf die Gegenwartsliteratur. Heiner Müller, der in der Bitterfelder Konferenz ein „einsichtiges“ Programm sah, nannte Werner Bräunig bei den „ernst zu nehmenden Autoren“ (Müller 1992:154), die aus den Zirkeln hervorgegangen seien. Lutz Seiler (geb. 1963), mit seinem Roman Kruso der Buchpreisträger des Jahres 2014hatte sich im Leuna-Zirkel zuerst schreibend betätigt. Dort wirkte auch Erhart Eller (Pseudonym für Lutz Reichelt, geb. 1950), der seit 1989 mehr als ein Dutzend Bücher veröffentlichte. Alfred Salamon (geb. 1936) fing in den sechziger Jahren als Leserbriefschreiber an, kam in einen Zirkel und schrieb erfolgreiche Kinder- und Jugendbücher. Er war ein beliebter Feuilletonist, leitete selbst einen Zirkel und ist noch heute als Satiriker tätig.

Aktuell erscheinen Veröffentlichungen im Verlagsprogramm des Dresdner Verlages Edition Freiberg. Der Verleger Heinz Freiberg (geb. 1943) war an der Bewegung schreibender Arbeiter als Mitglied mehrerer Zirkel, als Zirkelleiter und mit anderen Tätigkeiten beteiligt. Er setzt mit seinem Verlag seit 1996 diese Traditionen fort, betreut 157 Autorinnen und Autoren, veröffentlicht Anthologien, die in Form von Sammelbänden an ich schreibe. erinnern.

So bereichern Mitglieder der Bewegung schreibender Arbeiter die Gegenwartsliteratur, nachdem sie zuerst sich zusammengefunden hatten, um aus Literatur zu lernen und über Literatur zu streiten.

1990er Jahre: Der Bitterfelder Weg aus westdeutscher Perspektive

Die Zielsetzungen der Zirkel schreibender Arbeiter in der DDR wurden nach 1990 als Irrweg oder als bedeutungslos abgelehnt: Der Politikwissenschaftler Günther Rüther maß den „Bitterfelder Weg“ an der Weimarer Klassik und stellte fest: „Bitterfeld wurde zu keinem zweiten Weimar.“ (Rüther 1992:90) Rüther nahm das Handbuch für schreibende Arbeiter als ein bemerkenswertes Ergebnis der Bewegung schreibender Arbeiter, das weit über sie hinaus wirksam wurde, nicht zur Kenntnis, das jedoch westdeutschen Literaturwissenschaftlern Respekt abnötigte (Durzak 1980:85). Er informierte sich aus zweiter Hand und behauptete entgegen der Tatsachen, es sei die Zusammenstellung der „später in überarbeiteter Fassung“ veröffentlichten „Leitfäden“ für die „selbsternannten ‚Dichter‘“. „Damit sich der Dilettantismus einigermaßen in Grenzen hielt.“ (Rüther 1992:89)

Selbst die Losung der Konferenz wurde und wird oft falsch zitiert. Die Losung, die vom Schriftsteller Werner Bräunig stammt, hieß: „Greif zur Feder Kumpel! Die sozialistische Nationalkultur braucht dich!“, nicht die „Nationalliteratur“.

Eine Methode der Verdrängung entschuldigte das behauptete Versagen des Bitterfelder Weges mit Überforderungen des Brigadetagebuchs: Es sei zwar zu „eindrucksvolle(n)“ Erfolgen bei den Arbeiterkorrespondenten gekommen, aber dann „wurden dem Brigadetagebuch Aufgaben aufgebürdet, die es eindeutig überforderten: nämlich zur ‚Persönlichkeitsentwicklung‘ beizutragen, ‚Keimzelle der deutschen Nationalliteratur‘ zu werden.“ (Emmerich 1996:130) Die Brigadetagebücher gehörten nicht zur Bewegung schreibender Arbeiter, sondern waren eine Initiative des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) und der Gewerkschaftsgruppen als Instrument des betrieblichen Wettbewerbs und nicht für die Literatur gedacht. Das Brigadetagebuch konnte allenfalls zur Chronik der Zusammenarbeit von Brigaden und Zirkeln werden, falls Mitglieder einer Brigade in einem Zirkel mitarbeiteten. Deshalb nahmen sich manche Zirkel oder Zirkelleiter auch der Betreuung von Brigadetagebüchern an, ohne dass sie zur Zirkelarbeit gehörten.

Letztendlich

Die Bewegung der schreibenden Arbeiter wurde 1959 zum offiziellen Programm der DDR-Kulturpolitik und ab den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts wieder zur Bewegung. Es stand nicht das literarische Schreiben im Fokus, sondern die Beschäftigung mit Literatur und Gegenwart. Dadurch sollten bildungsferne Bevölkerungsgruppen erreicht und Bildung vermittelt und somit die soziale Basis für Kunst und Kultur vergrößert werden. 

Der PDF-Artikel „In der Landschaft der Fabriken" von Rüdiger Bernhardt  aus dem Jahr 1987 beschreibt sein Wirken als Leiter des Zirkels schreibender Arbeiter der VEB Leuna-Werke Walter Ulbricht. Dieser Artikel ist erschienen in: Oelschlägel, Alex (Hrsg.) (1987): Arbeiter schreiben. Hobby, Auftrag oder Berufung? – Anregungen für die methodische Arbeit in und mit den Zirkeln schreibender Arbeiter. Leipzig: Zentralhaus für Kulturarbeit.

Verwendete Literatur

  • Archiv Schreibende ArbeiterInnen (1996): Reiz und Phänomen: Die Literatur der schreibenden Arbeiter. Ein Diskurs im Spannungsfeld der Erfahrungen von Vision und deutsch-deutscher Realität. Berlin: Archiv Schreibende ArbeiterInnen.
  • Autorenkollektiv (1960): Die Bewegung schreibender Arbeiter und die Aufgaben der Germanistik. Leipzig: Verlag für Buch- und Bibliothekswesen.
  • Autorenkollektiv (1961): Hinweise für schreibende Arbeiter. Leipzig: Verlag für Buch- und Bibliothekswesen.
  • Barck, Simone/ Wahl, Stefanie (2007): Bitterfelder Nachlese. Ein Kulturpalast, seine Konferenzen und Wirkungen. Mit unveröffentlichten Briefen von Franz Fühmann. Berlin: Dietz.
  • Bernhardt, Rüdiger (2019): Der Bitterfelder Weg und die schreibenden Arbeiter. In: Marxistische Blätter, Heft 4 (Kulturstaat DDR), 84-93.
  • Bernhardt, Rüdiger (2016): Vom Schreiben auf dem Bitterfelder Weg. Die Bewegung schreibender Arbeiter – Betrachtungen und Erfahrungen. Essen: Neue Impulse.
  • Bernhardt, Rüdiger (2013): Vorwort. In: Wer blieb, der schrieb. Der Zirkel schreibender Arbeiter Maxim Gorki im Zentralen Haus der DSF. Eine Dokumentation. Berlin, 7-24.
  • Bernhardt, Rüdiger (2013): Auf dem Weg zu neuen Mythen. Brigitte Reimann, schreibende Arbeiter und Franziska Linkerhand. In: Iser, Dorothea (Hrsg.): Ich sterbe, wenn ich nicht schreibe. Erfurt: dorise-Verlag.
  • Bernhardt, Rüdiger (2011): Arbeiter der DDR zwischen Arbeiter- und Gesellschaftskultur. In: Herbert, Dominique (2011) (éd.): Culture ouvrière. Arbeiterkultur. Villeneuve d'Ascq cedex: Presses Universitaires du Septentrion. 
  • Bernhardt, Rüdiger (1988): 1. Die Entwicklung der jüngsten Literatur im Bezirk Halle von 1980-1983, 2. Analyse des jüngsten literarischen Prozesses (Problemkatalog), 3. B. und Mitarbeiter: Analyse des jüngsten literarischen Prozesses (Forschungsbericht zum Z-Projekt) (unveröffentlicht, vervielfältigt als „Vertrauliches Dienstmaterial“).
  • Bernhardt, Rüdiger (1987): In der Landschaft der Fabriken. In: Oehlschlegel, Axel (Hrsg.): Arbeiter schreiben – Hobby, Auftrag oder Berufung? Leipzig: Zentralhaus für Kulturarbeit der DDR.
  • Bernhardt, Rüdiger (1984): Tradition und Selbstverständnis der schreibenden Arbeiter. Leipzig: Zentralhaus für Kulturarbeit der DDR.
  • Bernhardt, Rüdiger/ Leichsenring, Andreas/ Schmidt, Hans (Hrsg.) (1976): Vom Handwerk des Schreibens. Ein Sachbuch für Schreibende. Berlin: Tribüne, 2. Auflage.
  • Bernhardt, Rüdiger (1975): Schreibende Arbeiter. Elementarschule (Lehrprogramm). Leipzig: Zentralhaus für Kulturarbeit der DDR.
  • Bernhardt, Rüdiger (1973): Entdeckung der Gemeinschaft. Hinweise zur Arbeit mit schreibenden Schülern. Bezirkskabinett für Kulturarbeit Halle.
  • Bernhardt, Rüdiger (1970): Zur Geschichte der Bewegung schreibender Arbeiter. In: Wissenschaftliche Zeitschrift der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg XIX G, Heft 1.
  • Bernhardt, Rüdiger (1964): Der Bitterfelder Weg – gestern – heute und morgen. Berlin: Urania 1969 (Als Manuskript gedruckt).
  • Bundesvorstand des FDGB. Abteilung Kultur (Hrsg.) (1984): Ein gutes Wort zur guten Tat. 25 Jahre Bewegung schreibender Arbeiter. Berlin: Bundesvorstand des FDGB. Abteilung Kultur.
  • Deubener Blätter I (1961): Arbeitsmaterialien des Zirkels schreibender Arbeiter BKW „Erich Weinert“ Deuben, Kreis Hohenmölsen. Halle/ Saale: Mitteldeutscher Verlag.
  • Döppe, Friedrich (1959): Arbeiterfestspiele. In: Junge Kunst. Organ des Zentralrats der FDJ, 3. Jahrgang, Heft 8.
  • Durzak, Manfred (1980): Die deutsche Kurzgeschichte der Gegenwart, Stuttgart.
  • Emmerich, Wolfgang (1996): Kleine Literaturgeschichte der DDR. Erweiterte Neuausgabe. Leipzig: Gustav Kiepenheuer.
  • Finger, Evelyn (2004): Die Vision vom idealen Feierabend. In: DIE ZEIT vom 21. Oktober, Nr. 44, 60.
  • Heise, Irmgard (1960): Schon immer hat man Gedichte gemacht. In: Ich schreibe ... Arbeiter greifen zur Feder. Hrsg. von einem Redaktionskollegium. Gemeinschaftsarbeit Berlin.-Treptow. Berlin: Tribüne; Halle/ Saale: Mitteldeutscher Verlag.
  • Herbert, Dominique (2011) (éd.): Culture ouvrière. Arbeiterkultur. Villeneuve d'Ascq cedex: Presses Universitaires du Septentrion. 
  • Hörnigk, Therese (1989): Christa Wolf. Schriftsteller der Gegenwart Nr. 26. Berlin: Volk und Wissen.
  • Institut für Volkskunstforschung (Hrsg.)(1968): Chronik des künstlerischen Volksschaffens 1958-1962, Teil I, Jahrbuch 1968. Leipzig: Institut für Volkskunstforschung beim Zentralhaus für Kulturarbeit.
  • Koch, Hans (1959): Der schreibende Arbeiter und der Schriftsteller. In: Neue deutsche Literatur. Berlin: Aufbau, Heft 12.
  • Löffler, Dieter (2011): Buch und Lesen in der DDR. Ein literatursoziologischer Rückblick. Berlin: Christoph Links.
  • Müller, Heiner (1992): Krieg ohne Schlacht. Leben in zwei Diktaturen. Köln: Kiepenheuer & Witsch.
  • Opitz, Michael (2017): Wolfgang Hilbig. Eine Biographie. Frankfurt a. M.: S. Fischer.
  • Potthoff, Konrad (1987): „Die seine Schule absolvierten, werden sein Werk vollenden“. In: Freiheit vom 24. November. Halle/Saale: Freiheit.
  • Rähmer, Joachim (1984): Bitterfelder Jahre. In: Bundesvorstand des FDGB (Hrsg.): Ein gutes Wort zur guten Tat. Berlin: Bundesvorstand des FDGB.
  • Rüther, Günther (1992): „Greif zur Feder, Kumpel“. Schriftsteller, Literatur und Politik in der DDR 1949-1990. Düsseldorf: Droste (2., überarbeitete Auflage).
  • Schrader, Rosel (1994): Kühne Kühe. In: Brücken. Mitteldeutsches Lesebuch. Ein Lesebuch für die Grundschule in den Ländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, 3. Schuljahr. Bühl: Konkordia.
  • Schuhmann, Annette (2002): Der „Nachterstedter Brief“ (1955). Zur Vorgeschichte und Durchführung einer kulturpolitischen Kampagne des FDGB. In: Weimarer Beiträge. Zeitschrift für Literaturwissenschaft, Ästhetik und Kulturwissenschaften. Wien: Passagen-Verlag, Heft 3, 434 ff.
  • Sokoll, Anne M. N. (2011): „Ein gutes Wort zur guten Tat“. In: Cepl-Kaufmann, Gertrude/ Grande, Jasmin (Hrsg.): Schreibwelten – Erschriebene Welten. Zum 50. Geburtstag der Dortmunder Gruppe 61, Essen: Klartext.
  • Sokoll, Anne (2012): Von Gelsenkirchen nach Leuna und zurück. In: Gerhard, Ute / Palm, Hanneliese (Hrsg.): Schreibarbeiten an den Rändern der Literatur. Die Dortmunder Gruppe 61. Essen: Klartext.
  • Sozialistische Einheitspartei Deutschlands. Betriebsparteiorganisation VEB Braunkohlenwerk Erich Weinert, Deuben (Herausgebendes Organ) (1970): Buch unserer Tage. Berlin: Tribüne.
  • Waltz, William James (2014): The Movement of Writing Workers in the German Democratic Republic: The Vision of Cultural Revolution and the Reality of Popular Participation. Dissertation University of Wisconsin-Madison.
  • Wein, Margarete (1983): Wenn man sie zum Erzählen bringen könnte ... In: ich schreibe. Zeitschrift für die Bewegung schreibender Arbeiter. Leipzig: Zentralhaus für Kulturarbeit der DDR, Heft 2, 71-86.
  • Zober, Ernst (1969): Vor dem Fenster. In: blick. Wochenendbeilage der „Freiheit" September 1969. Halle/Saale: Freiheit.
  • Zu wesentlichen Tendenzen (1985): bei der kulturpolitischen Führung der Bewegung schreibender Arbeiter der DDR in den achtziger Jahren. Leipzig: Zentralhaus für Kulturarbeit. (Vertrauliches Dienstmaterial).

Anmerkungen

Mitglieder aus den Zirkeln schreibender Arbeiter und Wissenschaftler sammeln seit 1997 Dokumente und Materialen der Zirkel schreibender Arbeiter: Der Verein SchreibART e.V. – Archiv Schreibende ArbeiterInnen hat diese im Industriesalon Schöneweide, Reinbeckstraße 10 in 12459 Berlin archiviert. Das Material besteht aus Anthologien und Nachlässen, Zirkelprotokollen und Pressediskussionen, Manuskripten, Berichten, Beschlüssen und Büchern, aber auch aus Briefen, Protokollen und Erinnerungen einer Generation, die schwindet: Aufgearbeitet wurde dies u.a. 1996 in der Publikation Reiz und Phänomen.

 

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Rüdiger Bernhardt (2021): Schreibende Arbeiter und ihre Zirkel – Erwartungen, Praxis und Ergebnisse. In: KULTURELLE BILDUNG ONLINE:
https://www.kubi-online.de/artikel/schreibende-arbeiter-ihre-zirkel-erwartungen-praxis-ergebnisse
(letzter Zugriff am 14.09.2021).

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Dieser Artikel wurde dauerhaft referenzier- und zitierbar gesichert unter https://doi.org/10.25529/68fv-k713.

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