Themenfeld:

Interdisziplinäre Perspektiven

Jenseits der kunstspartenspezifischen Reflexionen im Bereich Theater, Musik, Tanz etc. gilt es bei der Vermessung Kultureller Bildung, auch die ästhetischen Praxen und künstlerischen Formate, kulturpädagogischen Angebote, Bildungsorte und Akteure in den Blick zu nehmen, die interdisziplinär ausgerichtet sind, möglicherweise sogar „alle Künste unter einem Dach" vereinen. Fachbeiträge zu den Besonderheiten der Kulturellen Bildungspraxis in diesen Vermittlungskontexten, Differenzierungen nach Zielen und Herausforderungen für unterschiedliche Akteure und Adressat*innen, Auseinandersetzungen mit gesellschaftlichen Entwicklungen und aktuelle Ausrichtungen kulturpädagogischer Konzepte finden sich im Themenfeld „Interdisziplinäre Perspektiven".
Vorschläge für weitere Fachartikel richten Sie gerne an: redaktion@kubi-online.de.

44 Beiträge im Themenfeld

Von Sidonie Engels (2022)

Kulturelle Bildung – ein Kernbereich der Kindheitspädagogik

Der Beitrag stellt die Bedeutung der Kulturellen Bildung für die Kindheitspädagogik heraus und regt an, sie in Kita und Ganztag zu stärken. Kulturelle Bildung beinhaltet nicht nur eine Ästhetische Bildung, die eine Wahrnehmung und Erprobung der Sinne als Grundlage allen Lernens anregt, sondern fördert im gemeinsamen Tun und Erleben auch eine differenzierte Wahrnehmungsfähigkeit in Bezug auf Mitmenschen und die Umwelt.

Von Sandra Czerwonka, Johannes Bilstein (2022)

Familien als Kulturräume der Kindheit: Eine Befragung von Eltern zur Bedeutung und Praxis Kultureller Bildung

Familien gehören zu den primären Bildungsräumen von Kindern. Die Studie „Eltern/Kinder/Kulturelle Bildung“ untersucht Zusammenhänge zwischen kulturellen Präferenzen von Eltern, dem von ihnen berichteten kulturellen Interesse ihrer Kinder und der elterlichen Förderung kultureller Aktivitäten.

Von Susanne Quinten (2021 / 2021)

Verkörperte Teilhabe als spezifische Teilhabemodalität in künstlerisch-ästhetischen Handlungsfeldern

Der Beitrag verdeutlicht Teilhabemöglichkeiten, die an die spezifischen leiblichen und nichtsprachlichen Qualitäten künstlerisch-ästhetischer Gegenstände gebunden sind. Vorgestellt wird das Modellkonzept der Verkörperten Teilhabe, welches nicht zuletzt für die inklusive kulturelle Bildungsarbeit eine wichtige theoretische Bezugsfolie bietet und auf der Grundlage der Dimensionsanalyse einen Rahmen schafft, um soziale Teilhabe in künstlerisch-ästhetischen Handlungsfeldern systematisch empirisch untersuchen zu können.

Von Peter Fauser (2021)

Kulturelle Schulentwicklung und die Rolle der Kunst

Die digitale Welt braucht die Schule nicht zur Wissensvermittlung. Das können andere besser. Corona lehrt: Kinder brauchen für ihr Lernen die erkundende und gestaltende Begegnung mit Menschen und Sachen. Der Kunst als siebenfacher Erfahrung der Freiheit kommt hier eine einzigartige Rolle zu.

Von Miriam Haller (2021)

Heterotopien des Alters? Mediale Räume kultureller Altersbildung in Zeiten von Corona

Anhand von drei Fallbeispielen analysiert die Autorin aus kulturgerontologischer Perspektive im Anschluss an Michel Foucaults Begriff der Heterotopie mediale Räume kultureller Altersbildung in Zeiten von Corona. Welche medialen Brücken und Kanäle wurden in künstlerisch-kulturgeragogischen Projekten gebaut und genutzt, um die Mauern und Gräben zu überwinden, die das Pandemie-bedingte Gebot der physischen Distanz zu älteren Menschen errichtet hat?

Von Livia Patrizi (2021)

1.000 Stunden Kunst pro-Kopf - Impulse für mehr Gerechtigkeit in Kunst und Kultureller Bildung

Wie wird Ungleichheit in der Kultur gerechtfertigt? Um eine neue Vision zu entwickeln, muss das Rechtfertigungsnarrativ des Kulturbetriebs unter die Lupe genommen werden. Ein Versuch, die Ideen des französischen Ökonomen T. Piketty zu übertragen und das Potential der Wechselwirkung von Kunst und Bildung für eine Transformation des Kulturbereichs sichtbar zu machen – gerade angesichts von Corona!

Von Birgit Wolf (2021)

Kulturvermittlung in der DDR zwischen Auftrag und Wirklichkeit

Im Fokus stehen Kultureinrichtungen: der Zentrale Klub der Jugend – die Scheune – in Dresden, das Kulturhaus Wolfen und das Gewandhaus zu Leipzig: Anhand je einer Einrichtung der Jugendkulturarbeit, der betrieblichen Kulturarbeit und der Ernsten Kunst wird exemplarisch dargelegt, mit welchen Programmen und Formaten die Kulturvermittlung in der DDR versuchte, sich wandelnden gesellschaftspolitischen Verhältnissen und den Bedürfnissen des Publikums im Sinne einer „Kultur für alle" gerecht zu werden.

Von Susanne Bücken (2021 / 2020)

Zur Dringlichkeit einer rassismuskritischen Perspektive für die Kulturelle Bildung in der Migrationsgesellschaft

Der Beitrag bietet machtkritische Reflexionen zu Kultur, Sprache und Nation und eine rassismuskritische Diskursanalyse kultureller Bildungsangebote im Kontext von Flucht und Migration. Mit Blick insbesondere auf die Förderanträge zum Bundesprogramm „Kultur macht stark“ wird die Problematik herausgearbeitet, dass sich in der Wissensproduktion der Kulturellen Bildung national, kulturell und ethnisch kodierte Differenzmarkierungen verfestigen und dass es notwendig ist, dominanzkulturelle Machtverhältnisse, Wissensbezüge und Normalitätsvorstellungen zu dekonstruieren.

Von Margit Ostertag (2021)

Personenzentriertes Ausdrucksmalen und Themenzentrierte Interaktion (TZI)

Sowohl das Personenzentrierte Ausdrucksmalen als auch die Themenzentrierte Interaktion (TZI) haben zum Ziel, Menschen in ihren Entwicklungsprozessen zu unterstützen. Der folgende Beitrag untersucht und entwirft Möglichkeiten, die beiden Ansätze in Theorie und Praxis zu verbinden.