Themenfeld:

Inklusion

Für den wertschätzenden Umgang mit Vielfalt und Kulturelle Bildung für alle!

Theorien und Konzepte zur Inklusion sind seit Jahren Gegenstand wissenschaftlicher Diskussionen, in denen sich die Inhalte und Formulierungen aufgrund der diversen Perspektiven und Kontexte deutlich voneinander unterscheiden. Inklusion ist in jedem Fall ein Prozess, der sich auf alle Menschen und damit auch auf ihre potenziell gleichberechtigten Zugänge zu künstlerischen Bildungsprozessen und ihre Teilhabe an Kunst, Kultur und BIldung bezieht. Eine inklusive Orientierung in den unterschiedlichen Feldern der Kulturellen Bildung ist eine gesellschaftspolitische Gesamtverantwortung zur Unterstützung eines menschenwürdigen Zusammenleben. Vor allem ist Inklusion auch eine Frage der Haltung und der Verantwortungsübernahme: für den gewollten Umgang mit Vielfalt, für wertschätzende Heterogenität als Normalität und für Partizipation. Instrumente wie der „Index für Inklusion" helfen, inklusive Veränderungsprozesse zu gestalten.

24 Beiträge im Themenfeld

Von Nina Stoffers (2020)

Kulturelle Teilhabe durch Musik? Musikprojekte der transkulturellen Kinder- und Jugendbildung für Roma im Spannungsfeld von Empowerment und Othering

Untersucht wird, wie sich Teilhabeprozesse konkret gestalten und wie mit dem „konstitutiven Dilemma“ umgegangen werden kann, dass sich das Ziel kultureller Teilhabe auch in das Gegenteil verkehren und zu einer „inkludierende Exklusion“ führen kann.

Von Imke Nagel (2020)

Studie: „Kinder- und Jugendkulturarbeit inklusiv. Praxis, Reflexion, Haltungen“ – Zusammenfassung der Ergebnisse und Schlussfolgerungen

Inklusive Kulturelle Bildung erfordert die radikale Orientierung an den Interessen und Bedarfen der Menschen, an die sie sich richtet. Diese und andere wesentliche Ergebnisse der Studie der BKJ werden in Kurzfassung benannt.

Von Nicole Zielke (2019)

Formen der Selbst- und Weltbeziehungen im Theater

Theater als Laboratorium für die Modulation und Exploration von Selbst- und Weltbeziehungen? Der Beitrag führt anhand der Theaterwerkstatt Bethel aus, wie die ästhetische Praxis des Theaters zur Entwicklung und Erprobung von Selbst- und Weltbeziehungen dient, die im gesellschaftlichen Zusammenleben gefährdet bzw. (noch) nicht realisiert sind.

Von Tom Braun (2019 / 2011)

Inklusion als systematischer Ansatz für eine kulturelle Schulentwicklung

Reflektiert wird, wie Schulentwicklung im Sinne einer „Bildung für Alle“ gestaltet werden sollte und wie ästhetisch-künstlerische Dimensionen dazu beitragen können, die Voraussetzungen für eine inklusive Lern-/Lehrkultur und Prozesse der Selbstkultivierung einer Schule und der Menschen, die in ihr agieren, zu befördern.

Von Juliane Gerland (2019)

Kunst, Kultur, (Dis-)Ability? – Inklusion, Teilhabe und Partizipation in künstlerischen und wissenschaftlichen Kontexten

Wie steht es um die Teilhabe und Partizipation von Menschen mit Behinderungen in Kunst und Kultur? Der Beitrag setzt die theoretischen Figuren Inklusion und Disability Studies in Beziehung und beschreibt deren Einflüsse in künstlerischen Prozessen, im Kulturbetrieb sowie innerhalb des Konzeptes der partizipativen Forschung – in Theorie und Praxis.

Von Benedikt Sturzenhecker (2019)

Integrationspotentiale demokratischer Teilhabe und Teilnahme – reflektiert an Konzepten und Projekten Kultureller Bildung

Wenn Kulturelle Bildung sich die Aufgabe stellt, Fragen nach gesellschaftlichem Zusammenhalt und einem guten, gerechten Leben zu bearbeiten, dann wird sie sich den Krisen von Teilhabe und Teilnahme stellen und ihre Potenziale für demokratischer Beteiligung und die Gestaltung einer teilhabegerechten Gesellschaft stärken müssen.

Von Peter Tiedeken (2018)

Zu den Widersprüchen inklusiver Musikpädagogik – dargestellt am Beispiel der Hamburger Musikgruppe ‚Station 17’

Am Beispiel der bereits seit 30 Jahren existierenden inklusiven Musikgruppe ‚Station 17’ arbeitet der Artikel zentrale Widersprüche der musikpädagogischen Praxis (im Feld der Beruflichen Rehabilitation) heraus, die sich aus einem inklusiven Transformationsanspruch bei gleichzeitiger Affirmation gesellschaftlicher Machtstrukturen ergeben.

Von Angela Müller-Giannetti, Lis Marie Diehl (2018)

Diversität im Kunst- und Kulturbetrieb: KünstlerInnen mit Behinderungen sichtbar machen. Das Strukturprogramm ARTplus

ARTplus ist das Strukturprogramm von EUCREA, dem Dachverband für KünstlerInnen im deutschsprachigen Raum mit Beeinträchtigungen. Es zielt darauf ab, die Arbeits- und Ausbildungssituation dieser KünstlerInnen zu verbessern und mehr Diversität im Kunst- und Kulturbetrieb zu erreichen. Modellhaft werden seit 2015 Programmbausteine entwickelt, bundesweit erprobt und Handlungsempfehlungen erarbeitet, die KünstlerInnen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen den beruflichen Weg in etablierte Kultureinrichtungen und kulturelle Ausbildungsstätten ebnen. Der Beitrag stellt an drei Fallbeispielen vor, wie Kooperationen gelingen können und fasst die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung von ARTplus Hamburg zusammen.