Themenfeld:

Theater

In der Spezifik der künstlerischen Ausdrucks- und Kommunikationsformen und der Praxisvielfalt von Angebotsformaten und Bildungsorten wird dieser Bereich vermessen: mit Fachbeiträgen zu den Besonderheiten des sich Bildens im Bereich Theater; mit Differenzierungen zu Zielen und Herausforderungen für unterschiedliche Strukturen, Akteure, Adressat*innen und Lebensalter, zwischen formalem, non-formalem und informellem, rezeptivem oder produktivem Bildungs- und Vermittlungskontext; mit Auseinandersetzungen über aktuelle Ausrichtungen von Konzepten und gesellschaftliche Entwicklungen und Sichtweisen in dieser Kunstsparte „Theater“.
Vorschläge für weitere Fachartikel richten Sie gerne an: redaktion@kubi-online.de.

30 Beiträge im Themenfeld

Von Barbara Meißner (2019)

Potentiale theaterpädagogischer Projektarbeit: Ergebnisse einer multimodalen Interaktionsanalyse

Die multimodale Interaktionsanalyse ermöglicht es, Handlungsvollzüge in ihrer gesamten Komplexität zu erforschen. Im gegebenen Fall liefert sie Erkenntnisse, die weit über die Theateraufführung hinausgehen und zeigen, dass Theaterprojekte einen Überschuss an sozialer Bedeutung produzieren und vielfältige selbstbestimmte Aneignungs- und Gestaltungsprozesse in Gang setzen.

Von Nicole Zielke (2019)

Formen der Selbst- und Weltbeziehungen im Theater

Theater als Laboratorium für die Modulation und Exploration von Selbst- und Weltbeziehungen? Der Beitrag führt anhand der Theaterwerkstatt Bethel aus, wie die ästhetische Praxis des Theaters zur Entwicklung und Erprobung von Selbst- und Weltbeziehungen dient, die im gesellschaftlichen Zusammenleben gefährdet bzw. (noch) nicht realisiert sind.

Von Gerd Taube (2019)

Wege ins Theater führen über die Hauptstraße der Partizipation - Jugendpolitik für kulturelle Teilhabe

Wie können Kinder und Jugendliche, insbesondere jene, die unter prekären Bedingungen aufwachsen, die Chance erhalten, Theater für sich zu entdecken? Der Beitrag macht Erfahrungen des Projekts „Wege ins Theater!“ im Rahmen des Programms „Kultur macht stark" zugänglich und positioniert sich aus jugendpolitischer Verantwortung für kulturelle Teilhabe.

Von Dorothea Hilliger (2019)

Pädagogisches Handeln in den performativen Künsten als (radikal-)demokratische Praxis

Der Artikel nimmt die Pädagogik der performativen Kunstformen Tanz, Theater und Performance in den Blick und reflektiert, unter Bezugnahme auf Demokratietheorien und in Anlehnung an Rancière, die Bedeutung künstlerisch-pädagogischer Praxis für das öffentliche Leben einer demokratischen Gesellschaft.

Von Stephan Schnell (2018)

Amateurtheater im peripheren Raum von Ländlichkeit

Der Beitrag skizziert die Rolle des Amateurtheaters und spezifische kulturelle Praktiken von Amateurtheatervereinen. Amateurtheatervereine, so eine These des Beitrages, leisten kulturelle Grundversorgung. Die intrinsisch motivierten Bildungsprozesse verlaufen abseits urbaner Zentren in den Arenen und Theatralitätsgefügen der Peripherie von Ländlichkeit.

Von Thomas Renz (2018)

Theater in der Provinz – Gastspieltheater als Förderer kultureller Teilhabe in ländlichen Räumen

Die Analyse empirischer Studien zeigt, dass sich die Nachfrage nach Theater zwischen ländlichen und urbanen Räumen im Grunde gar nicht so unterscheidet. Sozialisationsbedingungen und Zugehörigkeit zu bestimmten Milieus sind wesentlich wirksamer als der Wohnort. Allerdings herrscht eine große Ungleichheit auf der Angebotsseite. Professionelles Theater findet in Großstädten wesentlich häufiger statt als in ländlichen Räumen. Dort wird die kulturelle Teilhabe in den professionellen Darstellenden Künsten vor allem von Gastspieltheatern getragen. Dennoch dominieren die urbanen Stadt- und Staatstheater den Theaterdiskurs. Daher arbeitet dieser Beitrag die organisatorischen Besonderheiten des Gastspielbetriebs in ländlichen Räumen heraus, hinterfragt ihre Leistungen als Akteure der Kulturellen Bildung und skizziert mögliche kulturpolitische Folgen.

Von Wolfgang Sting (2017)

Ästhetische Praxis des Theaters als Intervention, Partizipation oder einfach nur ästhetische Erfahrung?

Die Versprechen der kulturellen Bildung - Intervention, Partizipation oder auch Transformation - klingen mächtig, die Programmatiken vollmundig. Das müssen sie auch, denn nur so entfalten sie eine kulturpolitische Kraft. In der Betrachtung der konkreten ästhetischen Praxis ist ein differenzierterer Blick notwendig. Das Nachdenken des Autors richtet sich darauf, die Praxis der Theaterpädagogik nicht mit programmatischen Zielen zu überfrachten und die ästhetische Praxis nicht primär über „effects“, sondern über „affects“ in ihrer Bedeutung als ästhetisches Ereignis, zu fundieren. Die Trennung von hier Kunst und da Pädagogik hält Sting für nicht produktiv. In seinen Ausführungen wird das Potenzial der ästhetischen Praxis des Theaters als soziale, kollektive und performative Kunst herausgestellt.

Von Ute Pinkert, Ulrike Hentschel (2017)

Theaterpädagogisches Wissen und gesellschaftliches Handeln - Überlegung zu einer reflexiven Theaterpädagogik

Der Beitrag dient der Vertiefung des Diskurses um „Wissensformen Kultureller Bildung". Er erläutert, was unter einem wissenstheoretischen Zugang zur Theaterpädagogik verstanden werden und welche Implikationen dieser für theaterpädagogische Praxis und Theorie haben kann. Thematisiert werden der zugrundeliegende Wissensbegriff, die kulturelle und historische Bedingtheit des Wissens und schließlich die Reflexivität des Wissens. Ausgehend davon werden Elemente einer Didaktik aus wissenstheoretischer Perspektive angesprochen und nach den Bedingungen von Vermittlung und einem adäquaten Lehr-Lernverständnis gefragt.