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Theater

In der Spezifik der künstlerischen Ausdrucks- und Kommunikationsformen und der Praxisvielfalt von Angebotsformaten und Bildungsorten wird dieser Bereich vermessen: mit Fachbeiträgen zu den Besonderheiten des sich Bildens im Bereich Theater; mit Differenzierungen zu Zielen und Herausforderungen für unterschiedliche Strukturen, Akteure, Adressat*innen und Lebensalter, zwischen formalem, non-formalem und informellem, rezeptivem oder produktivem Bildungs- und Vermittlungskontext; mit Auseinandersetzungen über aktuelle Ausrichtungen von Konzepten und gesellschaftliche Entwicklungen und Sichtweisen in dieser Kunstsparte „Theater“.
Vorschläge für weitere Fachartikel richten Sie gerne an: redaktion@kubi-online.de.

91 Beiträge im Themenfeld

Von Christoph Scheurle (2026)

Über den Stellenwert der Theaterpädagogik im Kontext Sozialer Kulturarbeit

Gibt es beim Theater in der Sozialen Arbeit eigentlich auch noch etwas anders als Boal? Nicht, wenn man in einem traditionellen Verständnis der Sozialen Arbeit das Theater als Methode zum Lösen gesellschaftlicher Probleme ansieht! In dem Text von Christoph Scheurle werden in zugespitzter Form Klischees der Theaterpädagogik im Kontext der Sozialen Arbeit angeführt und auf lustvoll-provokative Weise dekonstruiert. Am Beispiel so unterschiedlicher Theatermacher*innen wie Christoph Schlingensief oder Asja Lačis zeigt Scheurle, dass eine Theaterpraxis im Sozialen mehr sein kann, als die Durchführung standardisierter Methoden-Workshops.

Von Stephanie Riedle, Alexander Wenzlik (2026)

Inklusion gestalten: Kulturarbeit zwischen Praxis, Theorie und ästhetischer Innovation

Wie inklusive Kunst im Verein CultureCloud gelingen kann, zeigt das Theaterprojekt Wutschweiger beim Rampenlichter Festival – ein Beispiel für gelebte Inklusion und ästhetische Vielfalt auf der Bühne. Inklusive Kunst wird so zur gesellschaftlichen Bereicherung und zum Impuls für eine Kultur, die Unterschiedlichkeit als Stärke begreift.

Von Johanna Kaiser, Nadin Tettschlag (2026)

Alte, Studis und ein Raum dazwischen: Kooperation zwischen einer Hochschule für Soziale Arbeit und einem Community Theater mit Älteren

Reflektiert wird das Transformationspotenzial intergenerationeller Kulturarbeit mit Bezug auf das Konzept des Dritten Raumes. Grundlage ist eine 2024 durchgeführte qualitative Studie zur Kooperation der Alice Salomon Hochschule Berlin mit dem Theater der Erfahrungen. Der Beitrag bietet Impulse für eine zeitgemäße Hochschulbildung im Kontext Sozialer Kulturarbeit/Kultureller Bildung.

Von Sabrina Eschweiler (2026)

Kulturelle Bildung hinter Gittern? Das Forumtheater im Resozialisierungsprozess jugendlicher Inhaftierter. Eine Potenzialanalyse

Resozialisierung ist das vorrangige Ziel des Jugendstrafvollzugs. Dieser Beitrag zeigt auf, wie das Forumtheater neue Wege für die Soziale Arbeit eröffnen kann, um diesen Prozess auf individueller, institutioneller und gesellschaftlicher Ebene zu fördern.

Von Miriam Weinzierl (2026)

Theaterarbeit im offenen Vollzug zwischen Kultureller Bildung und Sozialer Arbeit

Welche Erfahrungen machen inhaftierte Frauen innerhalb eines biografischen Theaterprojekts? Welche Chancen und Entwicklungen eröffnet die Teilnahme, und welche Rahmenbedingungen sowie Einflussfaktoren müssen berücksichtigt werden? Der vorliegende Beitrag präsentiert eine Studie zu den Auswirkungen von biografischer Theaterarbeit und diskutiert deren Bedeutung für Soziale Arbeit und Kulturelle Bildung.

Von Stefan Gebhard, Johanne Hoppstock (2026)

Imagination als widerständige Praxis. Zukunftsentwürfe als Artikulation von artistic citizenship

Welche politische Bedeutung hat es, dass uns durch Krisennarrative lebenswerte Zukünfte immer unwahrscheinlicher erscheinen? Der Beitrag fragt nach der Rolle von Imagination als literacy in Zeiten der Polykrise. Ausgehend vom Konzept artistic citizenship und konkretisiert am Beispiel eines Workshop-Formats zum Thema Zukunft wird gezeigt, wie Kulturelle Bildung und Politische Bildung sich dort überschneiden, wo sie gemeinsam an einer Pluralisierung des (anders-)Möglichen arbeiten.

Von Christian Gedschold, Stefanie Sauer (2026)

Mind the Gap. Eine theaterpädagogische Methode zur Bearbeitung sozialer Konflikte in transnationalen Räumen

Wie lassen sich Konflikte in transnationalen Lebenswelten sichtbar machen und bearbeiten? Die theaterpädagogische Methode „Mind the Gap“ verbindet Forschung zu vietnamesischen Weltfamilien mit spielerischen Perspektivwechseln. Sie zeigt, wie kulturelle Abstände verringert, Selbstwirksamkeit gestärkt und Ambiguitätstoleranz in Gruppen gefördert werden können.

Von Anne Pretzsch (2026)

Resonanziator. Hartmut Rosas Resonanztheorie zur Entwicklung eines Feedbacktools

Im Projekt Nachmachen erforschen Kinder, Künstler*innen und Wissenschaftler*innen gemeinsam das transformative Potenzial von Wiederholung im Kontext von Performancekunst und Vermittlung. Mit dem Resonanziator – einem leuchtenden Feedbackgerät inspiriert durch Hartmut Rosas Resonanztheorie – werden kindliches Feedback und Resonanzprozesse sichtbar, hörbar und in einen performativen Akt überführt.

Von Felix Büchner, Sören Jannik Traulsen, Lukas Müller (2026)

Theaterpädagogik und Digitalität – ein Fachdiskurs im Dialog. Ein- und Ausblicke der StäKo25 in Hannover

Welche Rolle spielt Digitalität für die Theaterpädagogik? Ausgehend von Präsentationen und Diskussionen auf der Ständigen Konferenz Spiel und Theater an Hochschulen 2025 in Hannover kartiert dieser Beitrag den aktuellen Fachdiskurs 'Theaterpädagogik und Digitalität' – von Didaktik und Vermittlung über hybride Proben- und Aufführungspraktiken bis hin zu Macht-, Ressourcen- und Teilhabefragen.

Von Damaris Nübel (2026)

Zuschauen als aktiver Prozess. Vom Umgang mit Konventionen in der Theatervermittlung am Beispiel sogenannter Theaterknigge

Der Artikel beleuchtet den historischen Wandel der Beziehung zwischen Bühne und Publikum und die Aufwertung der Zuschauenden zu Mitschöpfer*innen des Theaterereignisses. Am Beispiel von Theaterknigge zeigt er auf, wie Konventionen des 19. Jahrhunderts bis heute fortwirken. Sichtbar wird ein Widerspruch zwischen partizipativem Theaterverständnis und disziplinierende Vermittlungsformen.