Call für Dossier: Kulturelle Bildung aus internationalen Perspektiven
Theorien, Methoden und Strategien
Konzepte der Kulturellen Bildung haben in den letzten Jahren an Dringlichkeit gewonnen und weltweit große Aufmerksamkeit erfahren: Verschiedene lokale, nationale und globale Initiativen (z. B. UNESCO) fördern Strategien und Projekte, die darauf abzielen, Bildung, soziale Reflexion und Partizipation durch kulturelle und künstlerische Praktiken zu stärken. Bei der Gestaltung dieser Strategien und Projekte kommen vielfältige soziopolitische und inhaltliche Rahmenkonzepte zum Tragen, darunter postkoloniale Perspektiven, transkulturelle und postmigrantische Ansätze, kulturelle Demokratie und kulturelle Rechte, die Förderung marginalisierter Stimmen und indigener Wissenssysteme, Friedenserziehung und Konflikttransformation sowie die kulturelle Dimension der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG). Auch Ansätze wie Performance, Literatur, Musik, Spiele und Rituale sind in diesem Zusammenhang relevant.
Häufig greifen Akteur*innen der Kulturellen Bildung internationale Impulse, Methoden und Themen auf, reflektieren diese jedoch selten in wissenschaftlichen Beiträgen. Das Dossier möchte diese unterschiedlichen Orientierungen und Ansätze zusammenführen, um zunächst die Vielfalt der Konzepte, Strategien, Methoden und Formate in verschiedenen Kontexten und auf verschiedenen Ebenen zu analysieren. Gleichzeitig soll darüber nachgedacht werden, wie diese sich in einen globalen, vielstimmigen Diskurs einfügen oder zu diesem beitragen: Dabei wird die Frage in den Vordergrund gestellt, inwieweit Kulturelle Bildung im Rahmen internationaler Allianzen auf globale Krisen reagieren und der zunehmenden sozialen Polarisierung entgegenwirken kann. Diese beiden miteinander verbundenen Schwerpunkte basieren auf der Annahme, dass Kulturelle Bildung immer in spezifische lokale, regionale oder nationale Kontexte eingebettet ist und gleichzeitig an breiteren internationalen und globalen Aushandlungsprozessen teilnimmt.
Folgende Fragen können hier leitend sein:
- Wie bringt Kulturelle Bildung unterschiedliche Wissens- und Denkweisen sowie Praktiken zusammen?
- Wie können lokale Differenzen international bzw. global kontextualisiert und verhandelt werden?
- Inwiefern können Praktiken der Kulturellen Bildung aufgrund ihrer Multimedialität Hierarchien und Ausgrenzungen umgehen?
- Inwieweit waren bisherige Strategien, Konzepte und Methoden Kultureller Bildung in Hinsicht auf die Förderung von Teilhabe, Gerechtigkeit, Resilienz erfolgreich?
- Warum wäre ein 18. SDG Kultur der ideale/wirksame Ort für die Verknüpfung von lokalen und globalen Aspekten der Kulturarbeit und Kulturellen Bildung?
Rahmendaten
Herausgeber*innen: Julius Heinicke und Cecilia Durojaye-Prüfer >> Universität Hildesheim
Einreichungsfrist: 15.07.2026
Kontakt: kuse-projekt@uni-hildesheim.de
Beiträge können in deutscher, englischer und französischer Sprache eingereicht werden.
Nähere Informationen zum Zeitplan und zu Formalia finden sich im Call >> Call in Deutsch (PDF) >> Call in english (PDF)
Eingeladen sind Beiträge mit folgender Ausrichtung:
- Theoretische und konzeptionelle Perspektiven:
Kritische Literaturüberblicke oder -synthesen, vergleichende konzeptionelle Analysen, theoretische oder konzeptionelle Beiträge, Methoden und Anwendungen; - Empirische Forschungsartikel
Fallstudien, methodologische Reflexionen, Theoriegeleitete Praxis- und Projektberichte; - Policy-Strategien
Policy-Analysen, institutionelle Fallstudien, strategieorientierte Beiträge, Positionspapiere auf Grundlage von Forschung oder Praxis.