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Theater

In der Spezifik der künstlerischen Ausdrucks- und Kommunikationsformen und der Praxisvielfalt von Angebotsformaten und Bildungsorten wird dieser Bereich vermessen: mit Fachbeiträgen zu den Besonderheiten des sich Bildens im Bereich Theater; mit Differenzierungen zu Zielen und Herausforderungen für unterschiedliche Strukturen, Akteure, Adressat*innen und Lebensalter, zwischen formalem, non-formalem und informellem, rezeptivem oder produktivem Bildungs- und Vermittlungskontext; mit Auseinandersetzungen über aktuelle Ausrichtungen von Konzepten und gesellschaftliche Entwicklungen und Sichtweisen in dieser Kunstsparte „Theater“.
Vorschläge für weitere Fachartikel richten Sie gerne an: redaktion@kubi-online.de.

30 Beiträge im Themenfeld

Von Lars Göhmann (2015 / 2014)

Nachwuchsförderung in den darstellenden Künsten. Plädoyer zu Profilschulen für Schauspiel und Musiktheater

Leistungseminenz erfordert auch in den Künsten ein umfassendes Angebot in der Nachwuchs- und Begabtenförderung. Die Anforderungen, um Schauspiel und Musiktheater auf höchstem Niveau umzusetzen, setzen - wie im Tanz oder der Instrumentalausbildung - eine gezielte, rechtzeitige und regelmäßige Förderung voraus. Eine positive Entwicklung künstlerischer Begabungen erfordert einige grundlegende Bedingungen: Der künstlerische Nachwuchs benötigt Zeit, geeignete Orte, einen curricularen Unterrichtsverlauf und qualifizierte Dozenten, um Begabungen entwickeln zu können.

Von Romi Domkowsky (2014)

Theater mit den Jüngsten – zwischen Kunst und Frühpädagogik

Die gesteigerte Aufmerksamkeit für die frühkindliche Bildung rückt auch die Wichtigkeit der ästhetischen und Kulturellen Bildung für diese Altersgruppe in den Fokus. Kindertagesstätten kooperieren mit KünstlerInnen, um Ansätze ästhetischer und Kultureller Bildung in ihren Einrichtungen zu verankern. In dem Berliner Projekt „Große Sprünge“ des Theaters o.N. arbeiteten Theaterleute über ein halbes Jahr mit Zwei- bis Dreijährigen. Anschließend entwickelten sie aus ihren und den Erfahrungen der Kinder Performances für die Jüngsten. Die Kinder wurden zu TheatermacherInnen und ZuschauerInnen (vgl. Domkowsky 2014:35). Das Projekt wurde von Anfang an wissenschaftlich begleitet. Die intensive Zusammenarbeit mit den Kindern, KünstlerInnen und ErzieherInnen erlaubte es den Forscherinnen, unter der Fragestellung „Wie kann Theater mit den Jüngsten aussehen?“ Prozesse und Potentiale intensiv beobachten zu können (vgl. ebd.:10). Eine der wichtigsten Fragestellungen der Begleitforschung war, wie es den KünstlerInnen gelingt, Theatralität erfahrbar zu machen.

Von Joachim Reiss (2014)

Streitfall: Geht Theater nur im Theater? Oder: „Die Schule als kreativer Ort – ohne Alternative?“

Stichwörter

In der kulturellen Bildung wird gerne von Freiräumen für Kreativität gesprochen, z.B. unbegrenzte oder nicht bereits verplante Zeit, leere Räume, Bühnen, nutzbare Außenflächen. Bereits in den 80er Jahren wurde das Frankfurter Theater am Turm völlig zugebaut, d.h. die freie Bühne und der Saal wurden mit Gängen und kleinen Räumen gefüllt, damals eine völlig neue, kreative Theaterform, die sich in der Enge erfüllte. Wenn die Schule metaphorisch als kreativer Ort infrage gestellt wird, dann sind der strenge Zeittakt, die Lehrpläne, enge Klassenräume mit klaren Verhaltensvorgaben und definierten Leistungsanforderungen gemeint. Doch ohne Kreativität geht hier gar nichts, aber ganz anders als in Jugendzentren oder Theatern.

Von Ulrike Hentschel (2013 / 2012)

Theaterpädagogische Ausbildung

Die Theaterpädagogik ist eine relativ junge akademische Disziplin. Erste Überlegungen zu Studiengängen gingen aus theaterpädagogischen Tagungen und Kongressen zu Aus­bildungsfragen in den 1970er Jahren hervor. Als ein wesentlicher Schritt zur Etablierung theaterpädagogischer Studiengänge in der Bundesrepublik Deutschland kann die Gründung des Instituts r Spiel- und Theaterpädagogik und dessen Integration in die Hochschule der Künste Berlin (1980) angesehen werden.

Von Eckhard Mittelstädt (2013 / 2012)

Formen und Formate Freier Darstellender Künste

Im Folgenden soll es um die Praxis der Freien Darstellenden Künste in Deutschland gehen. Der Begriff Freie Darstellende Künste setzt sich in den vergangenen Jahren zunehmend gegenüber dem älteren Begriff des Freien Theaters durch, da sich hier die verschiedenen Formen der Bühnenkunst vereinen lassen: Neben dem Drama sind es zunehmend performative Forma­te, Tanz, Musiktheater, Figurentheater und die Verbindung verschiedener Genres, also das Cross-Over zwischen verschiedenen Medien und Genres.

Von Norbert Radermacher (2013 / 2012)

Kulturelle Bildung im Mehrgenerationenmodell Amateurtheater

Der Begriff „Amateur“ leitet sich ab vom lat. „amare“, d.h. „lieben“. Theateramateur ist, wer seine Beschäftigung mit dem Theater aus Liebhaberei und Freude am Spiel ausübt. Mit dieser Definition ist keine künstlerische Wertung verbunden, sondern es wird damit die Abgrenzung zu einer berufs-­ und erwerbsmäßig ausgeübten Tätigkeit beschrieben. Mit dem Sammelbegriff „Amateurtheater“ (AT) werden alle historischen und gegenwärtigen Formen der darstellenden Künste gekennzeichnet, soweit sie sich auf die außerberufliche Be­schäftigung mit der Kunstform Theater beziehen.

Von Leopold Klepacki, Dieter Linck (2013 / 2012)

Schule und Theater

Die Begriffe, die den schulischen Bereich „Theater“ beschreiben, sind vielfältig: Schultheater, Theater (in der Schule), Darstellendes Spiel, Darstellen und Gestalten, Schulspiel usw. Genauso vielfältig erscheinen die Organisationsformen dieses schulischen Feldes: Theater gibt es als Wahlpflichtfach, als Wahlfach, als Arbeitsgemeinschaft, in Form von Klassenprojekten oder auch in der Gestalt von klassenübergreifenden Projekten. Auf einer anderen Ebene findet Theater darüber hinaus in der methodischen Form des szenischen Lernens Eingang in den schulischen Unterricht. Der genaue Status des Theaters in der Schule ist allerdings von Schulart zu Schulart und von Bundesland zu Bundesland höchst unterschiedlich.

Von Gabi dan Droste (2013 / 2012)

Theater von Anfang an

„Theater von Anfang an“, das Theater für Kinder bis fünf Jahre, ist ein junger Bestandteil Kultureller Bildung in Deutschland. Es wurde im Kontext der vehement geführten bildungs­politischen Debatte über Bildung und Erziehung in der frühen Kindheit und künstlerische Strömungen in Europa binnen weniger Jahre aus einem Dornröschenschlaf erweckt und entwickelt. Damit wird kleinen Kindern entgegen bisheriger Tradition vor allem in den Teilen der alten Bundesrepublik die Teilnahme an einem öffentlichen Raum und an Kultur eröffnet.

Von Rolf Bolwin (2013 / 2012)

Theater als Ort Kultureller Bildung

Bei der Bildungsdebatte in Deutschland dominieren seit Jahren Gesichtspunkte der Erzeugung unmittelbar verwertbaren Wissens und entsprechender Kompetenzen, deren Nützlichkeit außer Zweifel steht. Demgegenüber werden häufig die Bildungsprozesse marginalisiert, in denen es um die Kunst, um Theater, Literatur, Musik und Bildende Kunst geht. Das gilt immer noch als Luxus, wünschenswert, aber nicht unbedingt notwendig zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Standortes Deutschland.

Von Gerd Taube (2013 / 2012)

Theater und Kulturelle Bildung

Im allgemeinen Sinne verweist der Begriff Theater auf die Kunstform, die sich in Mitteleuropa mit der Etablierung des Bürgertums als prägende gesellschaftliche Kraft seit dem 18. Jh. entwickelt hat. Im alltäglichen Sprachgebrauch sind mit dem Begriff „Theater“ entweder der Ort eines szenischen Schauereignisses oder das Schauereignis selbst gemeint. Theater be­zeichnet daher auch die Institutionen, Gruppierungen und Organisationen, von denen solche Schauereignisse produziert und präsentiert werden.