Themenfeld:

Soziale Arbeit

Die Artikel in diesem Themenfeld nehmen dezidiert Adressat*innen-Gruppen und Handlungskontexte aus dem Bereich der Sozialen Arbeit in den Fokus. Sie reflektieren über die Gewährleistung von kultureller Teilhabe und Partizipation, über Zugänge zu materiellen, kulturellen und sozialen Ressourcen und den Abbau unterschiedlicher Arten von Barrieren, insbesondere für benachteiligte Gruppen. Soziale Kulturarbeit und kulturelle Sozialarbeit werden, wie in der Kulturellen Bildung auch, als konstitutiver Bestandteil allgemeiner Bildung verstanden, und es wird diskutiert, wie Kulturelle Bildung Erfahrungsräume eröffnen kann, in denen Selbstwirksamkeit und Empowerment erlebt und Beteiligung ästhetisch, performativ und diskursiv erprobt und angeeignet werden kann. 

64 Beiträge im Themenfeld

Von Rainer Treptow (2016)

Hand in Hand. Soziale Arbeit und Kulturelle Bildung

Beginnend mit Beispielen sozialen Engagements der Kulturellen Bildung werden Grundelemente ihres Eigensinns und ihrer Kooperation mit Sozialer Arbeit vorgestellt. Der Weg führt zu begrifflichen Unterscheidungen und zum Versuch einer theoretischen Annäherung an nach wie vor ungewöhnliche Allianzen. Ein knapper Ausblick auf zukünftige Qualifizierung von Fachkräften beschließt den Beitrag.

Von Peter Tiedeken (2015)

Kulturelle Bildung auch für Nazis? Perspektiven und Widersprüchlichkeiten von Akzeptierender Jugendarbeit und Inklusion mit Bezügen zur rechtsextremistischen Musikszene

Der folgende Artikel prüft, inwieweit Kulturelle Bildungsarbeit mit rechtsextremen Jugendlichen möglich ist und was bei der Gestaltung der Angebote zu beachten wäre. In diesem Zusammenhang wird zunächst die Akzeptierende Jugendarbeit als ein möglicher Ansatz zur Arbeit mit rechtsextremen Jugendlichen vorgestellt und auf Inklusion bezogen. Dabei wird festgestellt, dass die Werte inklusiver Pädagogik eine exkludierende Wirkkraft besitzen und Ausschluss somit nicht verhindern, sondern diesen reproduzieren. Dies wird auf die Arbeit mit rechtsextremen Jugendlichen bezogen, um Möglichkeiten zur Gestaltung von Angeboten der Kulturellen Bildung abzuleiten. In einem Fazit wird darauf hingewiesen, dass Inklusion in besonderer Weise gefährdet ist, die Werte der kapitalistischen Ökonomie zu affirmieren.

Von Benedikt Sturzenhecker (2015)

Sozialräumliche Aneignung als ästhetische Selbstbildung

Eine Kulturelle Bildung, die sich mit der sozialräumlichen Perspektive auseinandersetzen und sie für eigene Konzepte nutzen will, sollte sich mit den unterschiedlichen Raumvorstellungen und ihren Folgen in der Praxis auseinandersetzen. Im anschließenden Text wird versucht, konstruktiv zu entwickeln, welche Sozialraumkonzepte von Kultureller Bildung als Alternativen zur planerisch-verdinglichenden Sichtweise genutzt werden könnten. Dabei zeigt sich, dass man durchaus eine Nähe von kritischen Sozialraumansätzen und Konzepten kulturell-ästhetischer Bildung entdecken und aufgreifen kann. Der Durchgang durch wichtige Aspekte von Sozialraumansätzen (besonders der Jugendarbeit), der Konzipierung ästhetischer Erfahrung und den Vorstellungen zum Selbstbildungsbegriff zeigt, dass diese Begriffe bzw. Konzepte und Handlungsfelder zwar nicht ineinander aufgehen, aber doch eine deutliche Schnittmenge aufweisen.

Von Burkhard Hill (2013 / 2012)

Kulturelle Bildung in der Sozialen Arbeit

Die Soziale Arbeit tritt in einer Vielzahl von Fällen als Träger von Kultureller Bildung auf. Aufgrund ihrer spezifischen Zielsetzung ist allerdings immer ein Bezug zu Erziehungsaufgaben oder zu der Bewältigung von sozialen Problemen gegeben, der sich nicht immer widerspruchsfrei zum Eigensinn der Künste oder zu einem gängigen Verständnis von (Hoch-)Kultur verhält. In diesem Spannungsfeld hat sich eine vielfältige Praxis Kultureller Bildung im Rahmen der Sozialen Arbeit etabliert.