Themenfeld:

Soziale Arbeit

Die Artikel in diesem Themenfeld nehmen dezidiert Adressat*innen-Gruppen und Handlungskontexte aus dem Bereich der Sozialen Arbeit in den Fokus. Sie reflektieren über die Gewährleistung von kultureller Teilhabe und Partizipation, über Zugänge zu materiellen, kulturellen und sozialen Ressourcen und den Abbau unterschiedlicher Arten von Barrieren, insbesondere für benachteiligte Gruppen. Soziale Kulturarbeit und kulturelle Sozialarbeit werden, wie in der Kulturellen Bildung auch, als konstitutiver Bestandteil allgemeiner Bildung verstanden, und es wird diskutiert, wie Kulturelle Bildung Erfahrungsräume eröffnen kann, in denen Selbstwirksamkeit und Empowerment erlebt und Beteiligung ästhetisch, performativ und diskursiv erprobt und angeeignet werden kann. 

64 Beiträge im Themenfeld

Von Constanze Berndt, Theresa Lempp (2026)

Bildung des Sozialen: Commoning, Soziale Arbeit und Kulturelle Bildung

Commoning-Initiativen wie Gemeinschaftsgärten, Freiraumprojekte oder gemeinschaftliche Wohnformen entwickeln Praktiken des kooperativen Teilens und Verantwortens von Ressourcen. Am Beispiel zweier Fallstudien eines explorativen Forschungsprojekts rekonstruieren wir ihre Bildungsdimensionen und zeigen, wie sich Soziale Arbeit und Kulturelle Bildung in Commoning-Initiativen verschränken.

Von Juliane Gerland, Rabea Beier (2026)

Kamera, Impulskarten, Leitfaden – Forschungsmethodische Perspektiven auf musikalische Praxis an der Schnittstelle Kultureller Bildung und Sozialer Arbeit

Der Beitrag lotet anhand dreier empirischer Projekte forschungsmethodische und musikpraktische Zugänge aus, die sich an der Schnittstelle von Sozialer Arbeit und Kultureller Bildung eröffnen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie musikalische Praxis als Handlungsfeld der Sozialen Arbeit wissenschaftlich angemessen untersucht werden kann, ohne dabei die Qualität ästhetischer Prozesse zu vernachlässigen.

Von Anna Hampel (2026)

Auditive Formate als Schnittstelle zwischen Sozialer Arbeit und Kultureller Bildung?!

Anhand eines künstlerisch-ästhetischen Forschungsprojektes zum Thema weibliche Wohnungslosigkeit während der Covid-19 Pandemie, das im Format einer Audio-Dokumentation umgesetzt wurde, werden in dem Artikel Schnittstellen und Anknüpfungspunkte von Sozialer Arbeit und Kultureller Bildung aufgezeigt.

Von Bastian Hodapp (2026)

Höraktivitäten mit Senior*innen. Ein praxisorientiertes Forschungsprojekt zur Förderung der kulturellen und sozialen Teilhabe und des Wohlbefindens älterer Menschen

An der Schnittstelle von Sozialer Arbeit und Kultureller Bildung wird in einer stationären Einrichtung der Altenhilfe das Potenzial hörbezogener Aktivitäten für ältere Menschen untersucht. Die Projektergebnisse unterstreichen die Bedeutung einer hörzentrierten Musikgeragogik: Die Förderung des Hörens erweist sich nicht nur als Beitrag zur kognitiven Aktivierung, sondern auch als bedeutender Faktor für das emotionale Wohlbefinden, das Selbstwirksamkeitserleben und die soziale Eingebundenheit älterer Menschen.

Von Markus Baum, Lea Bausch (2026)

Ästhetik in der Sozialen Arbeit: Für eine kritische Kulturelle Bildung im gegenwärtigen Wohlfahrtsstaat

In dem Aufsatz werden Ästhetik, Kulturelle Bildung und Soziale Arbeit in eine Konstellation gebracht, die eine kritische Positionierung gegenüber bestimmten Facetten Kultureller Bildung sowie dem gegenwärtigen bundesdeutschen Wohlfahrtsstaat ermöglicht. Dieses Potenzial wird in Projektbausteine überführt, die in der Sozialen Arbeit mit Jugendlichen genutzt werden können, um sich im Medium der Kunst den öffentlichen Raum gestalterisch anzueignen.

Von Sabrina Eschweiler (2026)

Kulturelle Bildung hinter Gittern? Das Forumtheater im Resozialisierungsprozess jugendlicher Inhaftierter. Eine Potenzialanalyse

Resozialisierung ist das vorrangige Ziel des Jugendstrafvollzugs. Dieser Beitrag zeigt auf, wie das Forumtheater neue Wege für die Soziale Arbeit eröffnen kann, um diesen Prozess auf individueller, institutioneller und gesellschaftlicher Ebene zu fördern.

Von Miriam Weinzierl (2026)

Theaterarbeit im offenen Vollzug zwischen Kultureller Bildung und Sozialer Arbeit

Welche Erfahrungen machen inhaftierte Frauen innerhalb eines biografischen Theaterprojekts? Welche Chancen und Entwicklungen eröffnet die Teilnahme, und welche Rahmenbedingungen sowie Einflussfaktoren müssen berücksichtigt werden? Der vorliegende Beitrag präsentiert eine Studie zu den Auswirkungen von biografischer Theaterarbeit und diskutiert deren Bedeutung für Soziale Arbeit und Kulturelle Bildung.

Von Birgit Dorner, Marion Gerards, Damaris Nübel (2026)

Soziale Arbeit und Kulturelle Bildung im Dialog. Einführungsbeitrag für das Dossier

Der einleitende Beitrag der Herausgeberinnen des Dossiers analysiert systematisch die Traditionslinien, Theoriebezüge und disziplinären Aspekte beider Felder. Er plädiert für einen differenzierten Dialog, der weder vorschnelle Gleichsetzungen noch strikte Trennungen vornimmt, sondern eine wechselseitige Präzisierung und Weiterentwicklung in Theorie und Praxis sowohl für die Soziale Arbeit als auch die Kulturelle Bildung ermöglicht.

Von Markus Kosuch (2026)

Kulturelle Interventionen (KI) als ästhetisch-aktionsforschender Ansatz in der Sozialen Arbeit: das 6-Phasen Modell

Vor dem Hintergrund seiner langjährigen Lehr- und Lernforschung im berufsbegleitenden Studiengang Soziale Arbeit, Erziehung und Bildung im Lebenslauf stellt der Autor das Konzept KI vor, ein inhaltsoffenes Strukturmodell in dem durch ästhetische Methoden neue Möglichkeitsräume für Wahrnehmung, Handlung und Bedeutungszuschreibung eröffnet werden. Anhand eines verdichteten Fallbeispiels aus der Hortarbeit wird gezeigt, wie eine konflikthafte Alltagssituation – das „Mittagschaos“ – durch einen Perspektivwechsel, ressourcenorientierte Beobachtung und einen ästhetischen Impuls (Vorlesen) transformiert werden kann.