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Musik

In der Spezifik der künstlerischen Ausdrucks- und Kommunikationsformen und der Praxisvielfalt von Angebotsformaten und Bildungsorten wird dieser Bereich vermessen: mit Fachbeiträgen zu den Besonderheiten des sich Bildens in dieser Kunstsparte; mit Differenzierungen zu Zielen und Herausforderungen für unterschiedliche Strukturen, Akteure, Adressat*innen und Lebensalter, zwischen formalem, non-formalem und informellem, rezeptivem oder produktivem Bildungs- und Vermittlungskontext; mit Auseinandersetzungen über aktuelle Ausrichtungen von Konzepten und gesellschaftliche Entwicklungen und Sichtweisen in dieser Sparte „Musik“.
Vorschläge für weitere Fachartikel richten Sie gerne an: redaktion@kubi-online.de.

50 Beiträge im Themenfeld

Von Peter Tiedeken (2015)

Kulturelle Bildung auch für Nazis? Perspektiven und Widersprüchlichkeiten von Akzeptierender Jugendarbeit und Inklusion mit Bezügen zur rechtsextremistischen Musikszene

Der folgende Artikel prüft, inwieweit Kulturelle Bildungsarbeit mit rechtsextremen Jugendlichen möglich ist und was bei der Gestaltung der Angebote zu beachten wäre. In diesem Zusammenhang wird zunächst die Akzeptierende Jugendarbeit als ein möglicher Ansatz zur Arbeit mit rechtsextremen Jugendlichen vorgestellt und auf Inklusion bezogen. Dabei wird festgestellt, dass die Werte inklusiver Pädagogik eine exkludierende Wirkkraft besitzen und Ausschluss somit nicht verhindern, sondern diesen reproduzieren. Dies wird auf die Arbeit mit rechtsextremen Jugendlichen bezogen, um Möglichkeiten zur Gestaltung von Angeboten der Kulturellen Bildung abzuleiten. In einem Fazit wird darauf hingewiesen, dass Inklusion in besonderer Weise gefährdet ist, die Werte der kapitalistischen Ökonomie zu affirmieren.

Von Alicia de Banffy-Hall (2015)

Action Research as a method in researching community music

In diesem Artikel wird Aktionsforschung als Methode vorgestellt und erörtert, inwiefern sie zur Erforschung von Community Music hilfreich ist. Am Beispiel der Community Music Aktionsforschungsgruppe München (bestehend aus ProfessorInnen, AkteurInnen und VertreterInnen der Kulturverwaltung) wird die Methode der Aktionsforschung erläutert und ihre Prozesse, Leistungen, Herausforderungen und Grenzen für die Erforschung von Community Music reflektiert. Der Artikel zeigt, dass Aktionsforschung für Forschung im Feld Community Music für bestimmte Forschungsfragen, in denen es z.B. um die Erforschung von Interventionen und aktiv angeregten Entwicklungsprozessen in Gemeinden, Gruppen oder Organisationen geht, eine relevante und passende Forschungsmethode sein kann.

Von Constanze Rora (2015 / 2012)

Ästhetisches Hören – Theoretische und didaktische Dimensionen auditiver Wahrnehmung in der Ästhetischen Bildung

Bereits bei der alltäglichen Hörwahrnehmung wechseln sich automatisierte Prozesse mit intentionalem Aufmerken ab. Im Unterschied zur alltäglichen Wahrnehmung ist die ästhetische von der Orientierungsfunktion freigestellt. Für den ästhetisch Wahrnehmenden sind die Informationen, die mithilfe der Sinnesorgane über die Umwelt zum Zwecke einer sinnvollen Ausrichtung des eigenen Handelns aufgenommen werden, weniger wichtig als eine Hingabe an die Erscheinung und Präsenz der Umwelt. Hörerziehung im Kontext des Schriftspracherwerbs und Musiklernens zielt auf eine Neuorientierung in der holistischen Reizverarbeitung. Wiederholendes Üben hat dabei die Funktion, dass sich neue Muster etablieren und sicher beherrscht und automatisiert werden. Eine diese Alphabetisierung und Übung in der feststellenden Wahrnehmung um die Dimension ästhetischen Wahrnehmens erweiterte Hördidaktik sollte die Leiblichkeit des Sprechens und Hörens in den Blick nehmen und dem Hier und Jetzt sprachlicher und musikalischer Gestalten und Situationen nachspüren.

Von Esther Bishop (2015)

Was macht den Pionier zum Pionier? Die Differenzierung von organisationalem Wandel und Innovation am Beispiel der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen

Organisationsentwicklung und Wandel von Institutionen sind populäre Themen, die sowohl PraktikerInnen als auch WissenschaftlerInnen der klassischen Musikszene beschäftigen. Sie sind durch eine Legitimationskrise des staatlichen Musikbetriebs begründet, dessen Fortbestehen trotz der Einführung kulturmanagerialer und damit der Wirtschaft entlehnter Instrumente als unsicher gelten kann. Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen hat sich als Innovation in der Klassikbranche positioniert und ist weltweit erfolgreich. Der vorliegende Artikel unternimmt den Versuch anhand der Differenzierung von Wandel und Innovation auf mehreren Ebenen, durchgeführt am Beispiel der Kammerphilharmonie, die Bedeutung und Potentiale klassischer Musikinstitutionen zu beschreiben.

Von Elias Zill (2015)

SchülerInnen Gehör schenken. >> Ästhetische Erfahrungen von Beteiligten Kultureller Bildungsangebote am Beispiel von Kompositionsprojekten

Eine qualitativ-empirische Studie untersucht die ästhetischen Erfahrungen von SchülerInnen, die im Rahmen verschiedener Projekte selbst Musikstücke im weitesten Sinne „komponieren“. Nach Erläuterung grundlegender Momente ästhetischer Erfahrungen werden wesentliche Ergebnisse der Untersuchung vorgestellt. Unter anderem wird deutlich, wie sich die Beteiligten im Laufe der untersuchten Projekte ein neues „Gehör“ aneignen. Schließlich wird die Relevanz der Erkenntnisse für BildungspolitikerInnen, Forschende und Lehrende im Bereich Kultureller Bildung und Heranwachsende aufgezeigt.

Von Wolfgang Reißmann, Dagmar Hoffmann (2015 / 2012)

Knopf im Ohr >> Geschichte und Gegenwart mobiler Musik im Jugendalter

Ein vergleichsweise junges Phänomen in der Geschichte der Musikmedien ist heute die Allgegenwart mobiler, tragbarer und digitaler Speicher- und Distributionsmedien sowie die selbstverständliche Nutzung mobiler Hybridmedien wie etwa Smartphones. Im Folgenden wird versucht, dieses Phänomen mit Blick auf Jugendliche als die traditionell und wohl auch weiterhin wichtigste Zielgruppe für mobile Musikmedien näher zu sondieren. Dabei wird kurz auf die geschichtliche Entwicklung mobiler Musikmedien und den Stellenwert von Musik im allgemeinen Medienensemble Jugendlicher eingegangen. Im Anschluss werden die emotionalen Funktionen und sozialen Bedeutungen aufgezeigt, die mobile Musikmedien im Alltag junger Menschen haben. Abschließend geht es um die Frage,inwieweit mobile Breitbandtechnologien den Umgang mit Musik über kurz oder lang verändern könnten.

Von Peter Wicke (2015 / 2012)

Von der Hausmusik zur House Music >> Musik und Jugendkultur im Wandel der Zeiten

Stichwörter

Erst mit dem Rock’n’Roll in den 1950er Jahren erhielt Musik eine symbolische Funktion, die charakteristisch geworden ist für die Kultur Jugendlicher. Und erst das Medium Musik verschaffte Jugendkultur nach und nach jene Autonomie, die sie heute besitzt. Als Heranwachsende die ersten Spuren in der Musikkultur hinterließen, gab es das Wort Jugend noch gar nicht und auch nicht die Vorstellung von einer mehr oder weniger ausgeprägten Übergangsphase zwischen Kind und Erwachsenen.

Von Dorothea Weise (2015 / 2013)

Das Bildungskonzept der Rhythmik: Musik ist Bewegung ist Musik

Die Unmittelbarkeit, mit der Bewegung auf Musik folgt ist frappierend. Ausgehend von diesem Zusammenhang hat die Rhythmik in ihrer mehr als hundertjährigen Geschichte die Beziehung von Musik und Bewegung thematisiert, differenziert und in künstlerisch-pädagogische Themen gefasst. Ein auf der Bezogenheit von Bewegung und Klang, Musik und Tanz basierendes Bildungskonzept muss die Wirkungskomponenten beider Medien und ihr Zusammenspiel bezogen auf künstlerische und pädagogische Prozesse beachten.

Von Burkhard Hill (2014)

„Jamtruck“ - Mobile Musikangebote in der außerschulischen Kulturellen Bildung

"Macht eure Musik": Diesem Motto folgt das von der Stiftung Mercator geförderte Modellprojekt "jamtruck": Ziel ist es, Jugendliche ohne ausgeprägte Kenntnisse zum aktiven Musizieren in einem mit Proberaum und digitalem Aufnahmestudio ausgestatteten LKW namens "jamtruck" einzuladen,  eine Band zu gründen, ein eigenes Musikstück zu entwickeln und aufzunehmen. Angelehnt an die Idee einer "rollenden Musikschule" unterstützen fünf Musikpädagogen die Jugendlichen darin, die Musik, die sie selber gerne hören, spielen zu lernen. In dem vorliegenden Text wird das methodisch-didaktische Konzept des "jamtruck" vorgestellt, die Partizipationsmöglichkeiten für Jugendliche an der Gestaltung des "jamtruck" beschrieben und in einen bildungstheoretischen Kontext gestellt. Abschließend werden die Ergebnisse einer von der Hochschule München durchgeführten Evaluation des Modellprojektes präsentiert.