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Musik

In der Spezifik der künstlerischen Ausdrucks- und Kommunikationsformen und der Praxisvielfalt von Angebotsformaten und Bildungsorten wird dieser Bereich vermessen: mit Fachbeiträgen zu den Besonderheiten des sich Bildens in dieser Kunstsparte; mit Differenzierungen zu Zielen und Herausforderungen für unterschiedliche Strukturen, Akteure, Adressat*innen und Lebensalter, zwischen formalem, non-formalem und informellem, rezeptivem oder produktivem Bildungs- und Vermittlungskontext; mit Auseinandersetzungen über aktuelle Ausrichtungen von Konzepten und gesellschaftliche Entwicklungen und Sichtweisen in dieser Sparte „Musik“.
Vorschläge für weitere Fachartikel richten Sie gerne an: redaktion@kubi-online.de.

44 Beiträge im Themenfeld

Von Karl Ermert (2016)

Kulturarbeit in Kinder- und Jugendchören und die Migrationsgesellschaft. Ein Thema und ein Projekt

Welche Bedeutung hat der gesellschaftspolitische Kontext „Migrationsgesellschaft“ für die Arbeit der Musikvermittlung in Kinder- und Jugendchören in Deutschland – und umgekehrt? Sind Menschen „mit Migrationshintergrund“ angemessen in deutschen Kinder- und Jugendchören repräsentiert? Der Artikel präsentiert den Ansatz und eine Ergebniszusammenfassung eines wissenschaftlichen Untersuchungs- und Diskursprojektes des Arbeitskreises Musik in der Jugend, das im Frühjahr 2016 abgeschlossen wurde.

Von Barbara Hornberger (2016)

Informelle Orte, informelles Lernen: Herausforderung für Kulturelle Bildung

Die feinen Unterschiede zwischen U- und E-Kultur folgen historisch tradierten, ideologischen und ästhetischen Leitlinien. Gerade weil die Verbindung von Kultur und Bildung stark gemacht wird, muss der Kulturbegriff auf seine Implikationen, Exkludierungen und Wertungen sowie auf seine gesellschaftlichen Konzepte befragt werden. Dieses Geflecht zu durchschauen ist notwendig, um die expliziten und impliziten Distinktionsmechanismen in den Blick zu nehmen und die eigene Position zu reflektieren. Es wird um so bedeutsamer und komplizierter, wenn nicht nur über die Institutionen formaler und non-formaler Bildung gesprochen wird, sondern der Bereich informellen Lernens eingeschlossen werden soll.

Von Steffen Geiger (2016)

Zur Umsetzung von Partizipation in der musikalischen Bildung. Ergebnisse einer qualitativ-empirischen Analyse

In Diskursen der Kulturellen Bildung wird der Partizipationsbegriff derzeit viel diskutiert. Daran knüpft der Beitrag an und betrachtet ausgehend von einer theoretischen Differenzierung des Partizipationsbegriffes die Umsetzung von Partizipation aus der Perspektive musikpädagogischer Fachkräfte, die ein Musikprojekt im schulischen Kontext durchführen. Der Beitrag fußt auf einer qualitativ-empirischen Analyse und Masterarbeit an der Universität Tübingen, Institut für Erziehungswissenschaft, Abteilung Sozialpädagogik.

Von Inka Neus (2016)

Singen. Zentrale Begriffe, psychosoziale Wirkfunktionen und musikpädagogische Handlungsfelder. Eine interdisziplinäre Untersuchung

Seit etwa 20 Jahren gibt es in der evidenzbasierten Medizin ein zunehmendes Interesse am Zusammenhang von Singen, Wohlbefinden und Gesundheit. Diese Thematik betrifft auch die Musikpädagogik, wobei Transfereffekte von Musik kontroverse Diskussionen verursachen. Auf Basis einer medizinischen Studie, einer narrativen Review sowie einer qualitativen Inhaltsanalyse skizziere ich zentrale epistemologische Probleme, die sich im Spannungsfeld zwischen Medizin und Musikpädagogik ergeben und problematisiere das Singen als Forschungsgegenstand in quantitativ-empirischer Forschung. Meine Beobachtungen zeigen, dass sich das Konzept der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (WHO) nicht in den Denkstil der Musikpädagogik implementieren lässt.

Von Peter Tiedeken (2015)

Kulturelle Bildung auch für Nazis? Perspektiven und Widersprüchlichkeiten von Akzeptierender Jugendarbeit und Inklusion mit Bezügen zur rechtsextremistischen Musikszene

Der folgende Artikel prüft, inwieweit Kulturelle Bildungsarbeit mit rechtsextremen Jugendlichen möglich ist und was bei der Gestaltung der Angebote zu beachten wäre. In diesem Zusammenhang wird zunächst die Akzeptierende Jugendarbeit als ein möglicher Ansatz zur Arbeit mit rechtsextremen Jugendlichen vorgestellt und auf Inklusion bezogen. Dabei wird festgestellt, dass die Werte inklusiver Pädagogik eine exkludierende Wirkkraft besitzen und Ausschluss somit nicht verhindern, sondern diesen reproduzieren. Dies wird auf die Arbeit mit rechtsextremen Jugendlichen bezogen, um Möglichkeiten zur Gestaltung von Angeboten der Kulturellen Bildung abzuleiten. In einem Fazit wird darauf hingewiesen, dass Inklusion in besonderer Weise gefährdet ist, die Werte der kapitalistischen Ökonomie zu affirmieren.

Von Alicia de Banffy-Hall (2015)

Action Research as a method in researching community music

In diesem Artikel wird Aktionsforschung als Methode vorgestellt und erörtert, inwiefern sie zur Erforschung von Community Music hilfreich ist. Am Beispiel der Community Music Aktionsforschungsgruppe München (bestehend aus ProfessorInnen, AkteurInnen und VertreterInnen der Kulturverwaltung) wird die Methode der Aktionsforschung erläutert und ihre Prozesse, Leistungen, Herausforderungen und Grenzen für die Erforschung von Community Music reflektiert. Der Artikel zeigt, dass Aktionsforschung für Forschung im Feld Community Music für bestimmte Forschungsfragen, in denen es z.B. um die Erforschung von Interventionen und aktiv angeregten Entwicklungsprozessen in Gemeinden, Gruppen oder Organisationen geht, eine relevante und passende Forschungsmethode sein kann.

Von Constanze Rora (2015 / 2012)

Ästhetisches Hören – Theoretische und didaktische Dimensionen auditiver Wahrnehmung in der Ästhetischen Bildung

Bereits bei der alltäglichen Hörwahrnehmung wechseln sich automatisierte Prozesse mit intentionalem Aufmerken ab. Im Unterschied zur alltäglichen Wahrnehmung ist die ästhetische von der Orientierungsfunktion freigestellt. Für den ästhetisch Wahrnehmenden sind die Informationen, die mithilfe der Sinnesorgane über die Umwelt zum Zwecke einer sinnvollen Ausrichtung des eigenen Handelns aufgenommen werden, weniger wichtig als eine Hingabe an die Erscheinung und Präsenz der Umwelt. Hörerziehung im Kontext des Schriftspracherwerbs und Musiklernens zielt auf eine Neuorientierung in der holistischen Reizverarbeitung. Wiederholendes Üben hat dabei die Funktion, dass sich neue Muster etablieren und sicher beherrscht und automatisiert werden. Eine diese Alphabetisierung und Übung in der feststellenden Wahrnehmung um die Dimension ästhetischen Wahrnehmens erweiterte Hördidaktik sollte die Leiblichkeit des Sprechens und Hörens in den Blick nehmen und dem Hier und Jetzt sprachlicher und musikalischer Gestalten und Situationen nachspüren.

Von Esther Bishop (2015)

Was macht den Pionier zum Pionier? Die Differenzierung von organisationalem Wandel und Innovation am Beispiel der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen

Organisationsentwicklung und Wandel von Institutionen sind populäre Themen, die sowohl PraktikerInnen als auch WissenschaftlerInnen der klassischen Musikszene beschäftigen. Sie sind durch eine Legitimationskrise des staatlichen Musikbetriebs begründet, dessen Fortbestehen trotz der Einführung kulturmanagerialer und damit der Wirtschaft entlehnter Instrumente als unsicher gelten kann. Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen hat sich als Innovation in der Klassikbranche positioniert und ist weltweit erfolgreich. Der vorliegende Artikel unternimmt den Versuch anhand der Differenzierung von Wandel und Innovation auf mehreren Ebenen, durchgeführt am Beispiel der Kammerphilharmonie, die Bedeutung und Potentiale klassischer Musikinstitutionen zu beschreiben.

Von Elias Zill (2015)

SchülerInnen Gehör schenken. >> Ästhetische Erfahrungen von Beteiligten Kultureller Bildungsangebote am Beispiel von Kompositionsprojekten

Eine qualitativ-empirische Studie untersucht die ästhetischen Erfahrungen von SchülerInnen, die im Rahmen verschiedener Projekte selbst Musikstücke im weitesten Sinne „komponieren“. Nach Erläuterung grundlegender Momente ästhetischer Erfahrungen werden wesentliche Ergebnisse der Untersuchung vorgestellt. Unter anderem wird deutlich, wie sich die Beteiligten im Laufe der untersuchten Projekte ein neues „Gehör“ aneignen. Schließlich wird die Relevanz der Erkenntnisse für BildungspolitikerInnen, Forschende und Lehrende im Bereich Kultureller Bildung und Heranwachsende aufgezeigt.

Von Wolfgang Reißmann, Dagmar Hoffmann (2015 / 2012)

Knopf im Ohr >> Geschichte und Gegenwart mobiler Musik im Jugendalter

Ein vergleichsweise junges Phänomen in der Geschichte der Musikmedien ist heute die Allgegenwart mobiler, tragbarer und digitaler Speicher- und Distributionsmedien sowie die selbstverständliche Nutzung mobiler Hybridmedien wie etwa Smartphones. Im Folgenden wird versucht, dieses Phänomen mit Blick auf Jugendliche als die traditionell und wohl auch weiterhin wichtigste Zielgruppe für mobile Musikmedien näher zu sondieren. Dabei wird kurz auf die geschichtliche Entwicklung mobiler Musikmedien und den Stellenwert von Musik im allgemeinen Medienensemble Jugendlicher eingegangen. Im Anschluss werden die emotionalen Funktionen und sozialen Bedeutungen aufgezeigt, die mobile Musikmedien im Alltag junger Menschen haben. Abschließend geht es um die Frage,inwieweit mobile Breitbandtechnologien den Umgang mit Musik über kurz oder lang verändern könnten.