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Mensch und Künste

Kulturelle Bildung definiert ihre Besonderheit – im Horizont Allgemeiner Bildung – durch ihren Gegenstand: die Künste und, erweitert, das Ästhetische. Die Realitäten der Künste sind daher der Referenzrahmen bei der Erkundung des Verhältnisses „Mensch und Künste“. Die nachfolgenden Beiträge setzen sich mit ästhetischer Erfahrung, Körperlichkeit und Leiblichkeit, Funktionen der Künste oder Ethik und Ästhetik auseinander. Sie thematisieren die spezifische Formqualität künstlerischer Prozesse und Produkte als besondere Art der Weltaneignung bzw. -auseinandersetzung im Feld der Kulturellen Bildung.

40 Beiträge im Themenfeld

Von Ute Pinkert (2016)

Theater und Vermittlung. Potentiale und Spannungsfelder einer Beziehung

Mittlerweile gibt es kaum noch ein Theater in Deutschland, das keine TheaterpädagogIn beschäftigt, der Bereich professionalisiert sich. Für eine strukturelle Beschreibung dieses Arbeitsfeldes von Theaterpädagogik ist es lohnend, zwischen verschiedenen Theaterformen zu unterscheiden und diskursive Auffassungen von Vermittlung zu diskutieren.

Von Max Fuchs (2015)

Ästhetische Erfahrungen – Hinweise für den Umgang mit einem komplexen Begriff

Im Folgenden soll es nicht darum gehen, den Begriff der ästhetischen Erfahrung zu definieren oder ihn für einen pädagogischen Gebrauch nutzbar zu machen. Es sollen vielmehr einige Hinweise darauf gegeben werden, was bei einem Umgang mit diesem Begriff zu beachten ist und woran man denken sollte, wenn man Texte liest, die sich mit diesem Begriff befassen. Die Anregungen basieren auf Diskursen beim 3. Kubi-Online Symposium 2015.

Von Verena Freytag (2015)

Zum Glück (im) Tanz

Dass der Kategorie Glück in der ästhetischen Bildung aktuell verhältnismäßig wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird, mag verwundern. Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich mit dieser ‚vernachlässigten’ Dimension und beschreibt den Zusammenhang von Tanz und Glückserleben anhand von Beispielen aus einem schulischen Tanzprojekt. Als ein möglicher Erklärungsansatz für das Erleben von Flow, Spaß & Co wird die Befriedigung psychologischer Grundbedürfnisse von Autonomie, Kompetenz und sozialer Einbindung innerhalb ästhetischer Praxis angenommen. Der Schwerpunkt der folgenden Ausführungen liegt auf dem Autonomieerleben (Selbstbestimmtheit) im kreativen Tanz.

Von Christian Rittelmeyer (2015)

Werke und Prozesse künstlerischer Bildung im Blick der Forschung: Über den methodologisch organisierten Verlust der „Objekte“ – und ihre Wiederentdeckung am Beispiel der Musik

Die Wirkungen der künstlerischen Bildung werden weltweit erforscht, wobei allerdings selten die konkreten Tätigkeiten in den Blick kommen – abstrakt ist häufig von „arts education“, „Drama Group“, „Einübung eines Musicals“ usw. die Rede. Man kann jedoch keine fundierten Forschungserkenntnisse gewinnen ohne eine genaue bildungstheoretisch orientierte Phänomenologie dessen, was unter dem Titel der künstlerischen Tätigkeiten tatsächlich passiert. Am Beispiel der Musik und unter Rückgriff auf Methoden der sprachanalytischen Ästhetik wird herausgearbeitet, wie eine solche bildungstheoretisch begründete Phänomenologie beschaffen sein könnte.

Von Christian Rittelmeyer (2014)

Außerfachliche Wirkungen künstlerischer Tätigkeiten. Wie sollen wir sie erforschen?

Da es zum Teil heftige Kontroversen um die Angemessenheit und methodische Zuverlässigkeit von Transferuntersuchungen gibt, andererseits die weitgehenden Erwartungen an Bildungswirkungen des Künstlerischen nach wie vor bestehen, ist es verständlich, wenn neuerdings die Frage nach einer anspruchsvollen Forschung auf diesem Gebiet wichtig wird. [...] Mir ist bei meiner Auseinandersetzung mit der Transferforschung wiederholt aufgefallen, dass die empirischen Studien auf diesem Gebiet sehr viel komplexer werden müssen, wenn sie der ästhetischen Erfahrung und ihrer Bildungswirkung gerecht werden sollen. Einige Beispiele sollen das Gemeinte verdeutlichen und zum Anlass von Überlegungen werden, die in Umrissen eine „Rahmentheorie für die Erforschung ästhetischer Bildungsprozesse“ skizzieren.

Von Dorothea Kolland (2014 / 2013)

Künste, Diversity und Teilhabe. Kulturelle Bildung zwischen Multikulti, Postmigranten und Transkultur

...Interkulturelle Ethnologen der Zukunft ...Chancen für interkulturelle Kompetenz auf dem Kontakthof Kultur ...Transkulturalität ...und die Suche nach Teilhabebarrieren und Möglichkeiten für social inklusion beschäftigen Dorothea Kolland in diesem Beitrag. Der Artikel ist der Veröffentlichung „Künste, Diversity und Kulturelle Bildung“ im Verlag kopaed entnommen, einer Textsammlung mit Reflexionen, Erfahrungen und Konzepten der Autorin aus „30 Jahren kommunaler Kulturarbeit zwischen Kultur- und Gesellschaftspolitik“.

Von Eva Maria Gauß, Kati Hannken-Illjes (2013 / 2012)

Vermittlung von wissenschaftlichen Erkenntnissen in künstlerischer Form

Konkret liegen in den derzeitigen Formen vor allem zwei Spannungsverhältnisse vor. Zum einen changieren sie zwischen Spiel und Ernst. Der Kontext der Präsentation im Sinne der Rahmung (nach Erving Goffman) des sozialen Ereignisses spielt hier eine wesentliche Rolle, da er sowohl Erwartungen als auch Beurteilungskriterien leitet. So zielen Veranstaltungen wie Science Slams in erster Linie auf Unterhaltung, im Gegensatz zu explizit künstlerischen Formaten wie Lecture Performances oder Action Teaching.

Von Michaela Pfadenhauer (2013 / 2012)

Ereignis – Erlebnis – Event

Kulturanthropologisch betrachtet sind Events „anberaumte Zusammenkünfte einer größeren Zahl von Handelnden, die sich für eine bestimmte Zeit an einem bestimmten Schauplatz einfinden und bereit sind, einen oder mehrere gemeinsame Foci der Interaktion zu teilen“ (Knoblauch 2000b:36). Das Event ist nicht nur ein interaktives, sondern ein performatives, d.h. als Aufführung bzw. Vorführung angelegtes Ereignis, wobei hierfür nicht zwingend eine ‚Bühne‘ für die Aufführung aufgebaut wird, wie Hubert Knoblauch (2000a) am Beispiel von Kaffeefahrten verdeutlicht.

Von Wolfgang Sting (2013 / 2012)

Inszenierung

Unter Inszenierung versteht man den intentionalen Prozess der Gestaltung, Erprobung und Ordnung ausgewählter Stoffe, Materialien, Handlungen in Raum und Zeit, also allgemein etwas „zur Erschei­nung zu bringen“, das im performativen Akt der Aufführung öffentlich wahrnehmbar wird (vgl. im folgenden Fischer­-Lichte 2005:146-153).