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Mensch und Künste

Kulturelle Bildung definiert ihre Besonderheit – im Horizont Allgemeiner Bildung – durch ihren Gegenstand: die Künste und, erweitert, das Ästhetische. Die Realitäten der Künste sind daher der Referenzrahmen bei der Erkundung des Verhältnisses „Mensch und Künste“. Die nachfolgenden Beiträge setzen sich mit ästhetischer Erfahrung, Körperlichkeit und Leiblichkeit, Funktionen der Künste oder Ethik und Ästhetik auseinander. Sie thematisieren die spezifische Formqualität künstlerischer Prozesse und Produkte als besondere Art der Weltaneignung bzw. -auseinandersetzung im Feld der Kulturellen Bildung.

44 Beiträge im Themenfeld

Von Kerstin Hallmann (2021 / 2020)

Zur responsiven Leiblichkeit in Kunst und Bildung. Perspektiven für eine phänomenologisch orientierte Kulturelle Bildungsforschung

Welche Bedeutung kommt dem Körper resp. Leib als Bedingung für Wahrnehmungs- und Erfahrungsprozesse in postdigitalen Kunstpraktiken zu? Der Beitrag diskutiert phänomenologische Perspektiven von Körper- und Leiblichkeit in der Kulturellen Bildung mit Bezug auf zeitgenössische Künste, die nicht nur ein spezifisch ästhetisches Erfahrungsfeld eröffnen, sondern Konsequenzen für die Kulturelle Bildungsforschung einfordern.

Von Ute Pinkert (2021 / 2015)

Rahmung, Gegenstand und Praxis – Didaktische Überlegungen zum Theater in der Schule

In welcher Form lässt sich Theater in der Schule so praktizieren, dass Qualitätsmerkmale der Kunstform Theater auch unter den Rahmenbedingungen von Schule Gültigkeit haben und sich die bildenden Wirkungen des Theaterspielens entfalten können? Der Beitrag untersucht diese Fragestellung theaterwissenschaftlich und arbeitet didaktische Grundlagen einer Theaterkunst im Kontext Schule heraus.

Von Miriam Haller (2020 / 2005)

Unwürdige Greisinnen: „Ageing trouble" im literarischen Text

Der Artikel überträgt Judith Butlers Geschlechter-Theorie auf die kulturelle Konstruktion von Alter und Geschlecht und schärft das Konzept von „Ageing trouble“ im Hinblick auf die kulturelle Performanz und Performativität. Er zeigt auf, dass in der Literatur des 20. Jahrhunderts der Topos des Altersspotts als entwicklungsfähiges Medium erscheint, um Alternativen zum herrschenden Altersbild zu entwickeln.

Von Barbara Hornberger (2020 / 2017)

Musik-Kultur-Pädagogik. Kulturwissenschaftliche Fragen und Perspektiven

Der Beitrag reflektiert Musikpädagogik als Form von Kultur und kultureller Praxis. Er macht an zwei Beispielen deutlich, dass eine kulturwissenschaftliche Orientierung zu einer anderen Konzeptionierung von Musik führt und eine kulturkritische, selbstreflexive Haltung herausfordert.

Von Ulrike Hentschel (2019 / 2016)

Ästhetische Bildung – gibt’s die noch? Theaterpädagogik und Praktiken des zeitgenössischen Theaters

Die Künste verlassen ihre angestammten Räume und spielen mit den Grenzen zwischen Kunst und Alltag, zwischen künstlerischen und sozialen Aktionen. Ist die Rede von „Ästhetischer Bildung“ angesichts dieser Entwicklung obsolet geworden?

Von Antje Klinge (2019 / 2017)

Vom Wissen des Körpers und seinen Bildungspotenzialen im Sport und im Tanz

Die Ambivalenz des Körperwissens zeigt sich als bewahrendes wie erneuerndes Bildungspotenzial: Das im Körper liegende Wissen kann durch Bewegungen hervorgeholt werden und neue, un- oder außergewöhnliche Erfahrungen eröffnen; es kann gleichermaßen als einverleibtes Gewohnheitswissen solche Erfahrungen auch be- und verhindern.

Von Matthias Schlothfeldt (2019)

Kompositionspädagogik – Ein Überblick über ihre Bereiche sowie aktuelle Tätigkeiten und Entwicklungen

Das ebenso breite wie vielfältige Handlungsfeld der Kompositionspädagogik, in dem Komposition unterrichtet und im Unterricht komponiert, beides erforscht und darüber veröffentlicht wird, rückt als Teilbereich Kultureller Bildung zunehmend in den Fokus der (Musik-)Pädagogik.

Von Renate Müller (2019)

Identität und Musik

Identitätskonstruktion heute ist Identitätsarbeit. Identitätskonstruktionen mit Musik sind aktive und kreative Prozesse Kultureller Bildung – mehr als Identifikation mit Musikstars, als die Anpassung an den Musikgeschmack Gleichaltriger, als die Zugehörigkeitsdefinition zu einer Jugendkultur oder einer „Herkunftskultur“.