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Mensch und Künste

Kulturelle Bildung definiert ihre Besonderheit – im Horizont Allgemeiner Bildung – durch ihren Gegenstand: die Künste und, erweitert, das Ästhetische. Die Realitäten der Künste sind daher der Referenzrahmen bei der Erkundung des Verhältnisses „Mensch und Künste“. Die nachfolgenden Beiträge setzen sich mit ästhetischer Erfahrung, Körperlichkeit und Leiblichkeit, Funktionen der Künste oder Ethik und Ästhetik auseinander. Sie thematisieren die spezifische Formqualität künstlerischer Prozesse und Produkte als besondere Art der Weltaneignung bzw. -auseinandersetzung im Feld der Kulturellen Bildung.

42 Beiträge im Themenfeld

Von Miriam Haller (2020 / 2005)

Unwürdige Greisinnen: „Ageing trouble" im literarischen Text

Der Artikel überträgt Judith Butlers Geschlechter-Theorie auf die kulturelle Konstruktion von Alter und Geschlecht und schärft das Konzept von „Ageing trouble“ im Hinblick auf die kulturelle Performanz und Performativität. Er zeigt auf, dass in der Literatur des 20. Jahrhunderts der Topos des Altersspotts als entwicklungsfähiges Medium erscheint, um Alternativen zum herrschenden Altersbild zu entwickeln.

Von Barbara Hornberger (2020 / 2017)

Musik-Kultur-Pädagogik. Kulturwissenschaftliche Fragen und Perspektiven

Der Beitrag reflektiert Musikpädagogik als Form von Kultur und kultureller Praxis. Er macht an zwei Beispielen deutlich, dass eine kulturwissenschaftliche Orientierung zu einer anderen Konzeptionierung von Musik führt und eine kulturkritische, selbstreflexive Haltung herausfordert.

Von Ulrike Hentschel (2019 / 2016)

Ästhetische Bildung – gibt’s die noch? Theaterpädagogik und Praktiken des zeitgenössischen Theaters

Die Künste verlassen ihre angestammten Räume und spielen mit den Grenzen zwischen Kunst und Alltag, zwischen künstlerischen und sozialen Aktionen. Ist die Rede von „Ästhetischer Bildung“ angesichts dieser Entwicklung obsolet geworden?

Von Antje Klinge (2019 / 2017)

Vom Wissen des Körpers und seinen Bildungspotenzialen im Sport und im Tanz

Die Ambivalenz des Körperwissens zeigt sich als bewahrendes wie erneuerndes Bildungspotenzial: Das im Körper liegende Wissen kann durch Bewegungen hervorgeholt werden und neue, un- oder außergewöhnliche Erfahrungen eröffnen; es kann gleichermaßen als einverleibtes Gewohnheitswissen solche Erfahrungen auch be- und verhindern.

Von Matthias Schlothfeldt (2019)

Kompositionspädagogik – Ein Überblick über ihre Bereiche sowie aktuelle Tätigkeiten und Entwicklungen

Das ebenso breite wie vielfältige Handlungsfeld der Kompositionspädagogik, in dem Komposition unterrichtet und im Unterricht komponiert, beides erforscht und darüber veröffentlicht wird, rückt als Teilbereich Kultureller Bildung zunehmend in den Fokus der (Musik-)Pädagogik.

Von Renate Müller (2019)

Identität und Musik

Identitätskonstruktion heute ist Identitätsarbeit. Identitätskonstruktionen mit Musik sind aktive und kreative Prozesse Kultureller Bildung – mehr als Identifikation mit Musikstars, als die Anpassung an den Musikgeschmack Gleichaltriger, als die Zugehörigkeitsdefinition zu einer Jugendkultur oder einer „Herkunftskultur“.

Von Kulkānti Barboza (2018)

Zur Mächtigkeit des Ästhetischen - Die Macht des Tanzes

In diesem Beitrag geht es um einen Vergleich des barocken, französischen Hofballetts mit dem Modernen Tanz des 20. Jahrhunderts. Beide Tanzformen stehen stellvertretend für eine eigene Tanzkultur und wie für alle Kulturtechniken ist zu hinterfragen, inwiefern Prozesse der Begrenzung und Entgrenzung (und damit Machtverhältnisse) – auch in modernen Gegenbewegungen - repräsentiert, gefestigt oder neu geschaffen werden.

Von Kristin Westphal (2018)

Die Kunst, in Bildungskontexten künstlerisch tätig zu sein: Neue Formen des Lernens und Bildens?

Dieser Beitrag geht hervor aus der Veröffentlichung der Ergebnisse des dreijährigen Verbundvorhabens Kunst_Rhein_Main, das als Teil des Programms „Förderung von Entwicklungs- und Erprobungsvorhaben zur pädagogischen Weiterbildung von Kunst- und Kulturschaffenden" vom BMBF gefördert wurde. Entwickelt und erprobt wurde ein wissenschaftlich fundiertes und praxisorientiertes pädagogisches Modell mit innovativen Lehr- und Lernformen zur Professionalisierung von Kunst- und Kulturschaffenden und zur Verbesserung der Wirksamkeit von Weiterbildungsangeboten. Der Beitrag gibt Einblicke dazu, welche Herausforderungen sich für Künstler*innen in Bildungskontexten stellen und wie Kunst- und Kulturschaffende unter besonderer Berücksichtigung zeitgenössischer Tanz-, Theater- und Performancekunst gestärkt werden können.