Themenfeld:

Mensch und Gesellschaft

Es gibt eine Vielfalt von Gesellschaftsbeschreibungen: sie lauten Industrie-­, Dienstleistungs-, Risiko-­, Erlebnis-­, Wissens- ­oder Einwanderungsgesellschaft... Doch um welche Formation auch immer es sich handelt: Gesellschaftliche Entwicklungen und Kräfteverhältnisse haben Einfluss auf Theorie und Praxis der Kulturellen Bildung. Und zugleich wirkt Kulturelle Bildung auf diese zurück: als symbolische Deutung gesellschaftlicher Strömungen, als ästhetische Gestaltung, als kritischer Theorieansatz und diversitätsbewusstes Konzepte oder als organisatorische Rahmung. Die Autor*innen in diesem Themenfeld fokussieren sich kulturkritisch auf gesellschaftliche Wirklichkeit, legen kontroverse Standpunkte offen, diskutieren über qualifiziertes Kulturmanagement und kulturelle Demokratie, analysieren Zugänge und Ausschließungen zur Welt kultureller Teilhabe und Bildung, zeigen anhand von wissenschaftliche Erörterungen, was für die Zukunft eines demokratisch vielfältigen kulturellen Lebens einer Gesellschaft von Bedeutung ist.

61 Beiträge im Themenfeld

Von Kristin Bäßler (2013 / 2012)

Kulturelle Bildung in der Migrationsgesellschaft: Migrantenorganisationen als Akteure und Impulsgeber

Seit in den 1950er und 60er Jahren die ersten Anwerbeabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und verschiedenen südeuropäischen Ländern abgeschlossen wurden, bildeten sich in Deutschland zahlreiche Migrantenorganisationen. Die sogenannten “Gastarbeiter“ aus Italien, Spanien, Griechenland, der Türkei, Marokko, Portugal, Tunesien und Jugoslawien begannen früh, sich in Vereinen zusammenzuschließen, zumeist auf der Basis einer gemeinsamen Sprache, Kultur und entlang ethnischer Grenzen (vgl. Hunger 2005:234).

Von Dorothea Kolland (2013 / 2012)

Kulturelle Bildung zwischen den Kulturen

Kulturelle Bildung vermag einen Raum der Begegnung zu schaffen zwischen verschiedenen Kulturen – ob ethnisch, alters- oder geschlechtsspezifisch, regional, religiös u.a. geprägt -, der Annäherungen und Verknüpfungen ebenso ermöglicht wie Erkenntnis der Unterschiede und damit Interkulturelle Bildung realisiert. Dieser Raum ist nicht für besondere Zielgruppen oder Adressaten bestimmt, sondern eine Chance für alle, die sich aktiv oder passiv in den Wirkungshorizont Kultureller Bildung begeben.

Von Birgit Mandel (2013 / 2012)

Kulturelle Bildung im Tourismus

Das Thema Kulturtourismus hat in den letzten Jahren vor allem aus der Perspektive kultureller Anbieter stark an Interesse gewonnen, denn der Kulturtourismus gilt als Wachstumsmarkt und bietet neues Publikum für Kultureinrichtungen. Die Bedeutung des Tourismus als informelles Lernfeld für die Kulturelle Bildung nicht nur von Kindern und Jugendlichen, sondern auch von Erwachsenen, ist hingegen bislang noch nicht in den Blick genommen worden.

Von Brigitte Schorn (2013 / 2012)

Kulturelle Bildung in kommunalen Gesamtkonzepten

Der entscheidende Ort für eine gelingende Kulturelle Bildung von Kindern und Jugendlichen ist die Kommune. Als ressortübergreifende Querschnittsaufgabe ist sie in den kommunalen Handlungsfeldern Jugend, Bildung, Schule und Kultur verortet. Aufgrund der Vielzahl von Akteuren und Strukturen und der kommunal sehr unterschiedlichen Absichten der einzelnen Ressorts, was Kulturelle Bildung ist und bewirken soll, verlaufen Aktivitäten und Prozesse häufig unkoordiniert, punktuell und ohne langfristige Perspektive.

Von Helga Theunert (2013 / 2012)

Die konvergente Medienwelt – Veränderter Rahmen für den Mediengebrauch

Der Kinofilm „Spider-Man“, der 2002 zum Kassenhit wurde, basiert auf einem Comic von 1962. Zu diesem Comic wurden ab Ende der 1960er Jahre zahlreiche Animationsserien produziert, die weltweit und teilweise sehr erfolgreich vermarktet wurden, so z.B. Mitte der 1990er Jahre die Serie „New Spider-Man“. Ende der 1970er Jahre kam eine Realfilmserie hinzu, die in Form ausgekoppelter Folgen auch fürs Kino zweitverwertet wurde, allerdings ohne großen Erfolg.

Von Norbert Sievers (2013)

Kulturelle Bildung zwischen Staat, Markt und Zivilgesellschaft

Spätestens seit der Veröffentlichung des Berichts der Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“ des Deutschen Bundestages im Dezember 2007 ist von Trisektoralität und Governance in der Kulturpolitik die Rede. Die Enquete-Kommission hatte unter anderem den Auftrag, sich mit den Organisationsformen und Steuerungsmodellen im Kulturbereich auseinanderzusetzen, und hat in diesem Zusammenhang das Thema „Governance“ und das Drei­-Sektoren­-Modell in die Diskussion gebracht (Deutscher Bundestag 2007:93ff.).

Von Hilmar Hoffmann, Dieter Kramer (2013 / 2012)

Kultur für alle. Kulturpolitik im sozialen und demokratischen Rechtsstaat

Als Hilmar Hoffmann nach seinen Lehrjahren in der Bergarbeiterstadt Oberhausen, wo er als erfolgreichstes Projekt die dortigen Internationalen Kurzfilmtage ins Leben gerufen hatte, 1970 als 45-Jähriger nach Frankfurt am Main als Dezernent berufen wurde, war ein neuer Aufbruch der Kulturpolitik nicht nur in der Theorie überfällig, sondern auch in der Praxis.

Von Hermann Glaser (2013 / 2012)

Erinnerungskultur und Denkmalpflege

Der Vorgang der Vergegenwärtigung von Vergangenem bedarf der Impulse. Diese sind oft „endogen“ (innen entstehend, von innen kommend); sie wirken zufällig, sind aber wohl ein Zu­-Fall; wir werden uns nur nicht bewusst, was das Erinnern in Gang gesetzt hat, warum wir aus unserem Gedächtnis etwas „hervorgeholt“ haben. Vielfach sind es auch von außen entste­hende, von außen eindringende, also „exogene“ Reize (Anreize), die Gespeichertes aktivieren.

Von Kaspar Maase (2013 / 2012)

Kulturkritik und Kommerzialisierung

„Kulturkritik“ bezeichnet ein recht heterogenes Feld von Denkansätzen, die soziale Zustände be-­ und anklagen und in eine allgemeine Geschichte des Verfalls von Werten und Verhaltens­normen einordnen. Im engeren Sinn stellt Kulturkritik einen „Reflexionsmodus der Moderne [dar], der mit ihr entsteht und gegen ihre Zumutungen Einspruch erhebt“ (Bollenbeck 2007:10).

Von Birgit Mandel (2013 / 2012)

Kulturvermittlung, Kulturmanagement und Audience Development als Strategien für Kulturelle Bildung

Kulturvermittlung, Kulturmanagement und Audience Development sind professionelle Funktionen des Kulturbetriebs, die vor allem im strategischen Zusammenspiel Rahmenbedingungen herstellen, unter denen Kulturelle Bildung stattfinden kann. Kulturvermittlung und Kulturmanagement gehen von der professionellen Seite des Vermittlers aus, Kulturelle Bildung von der Seite des sich bildenden Subjekts.