Themenfeld:

Kontexte

Im Gegensatz zu den Feldern und Institutionen, in denen die Kulturelle Bildung selbst im Zentrum und in der Verantwortung steht, also in Theatern, Museen, Bibliotheken, Musikschulen, Medienzentren usw., behandeln die Autor*innen in diesem Themenfeld die Kulturelle Bildungspraxis in denjenigen Kontexten,  in denen die Kulturelle Bildung als Ergänzung oder spezifische Methode eingebettet ist. Sie reflektieren kulturpädagogische Zielstellungen und Herausforderungen vor dem Hintergrund der Spezifik bestimmter Orte bzw. Handlungsfelder wie Schule, Jugendarbeit, Sozialraum und Bildungslandschaft, Freiwilligendienste, Erwachsenenbildung, sozialer Arbeit oder politischer Bildung.

57 Beiträge im Themenfeld

Von Viola Kelb (2014)

Mehr Teilhabe durch Vernetzung. Rahmenbedingungen für Qualität und Kulturelle Bildung in lokalen Bildungslandschaften

Welche Rolle spielt die Kulturelle Bildung in lokalen Bildungslandschaften? Und inwiefern gelingt es der Kulturellen Bildung, sich selbst als gestaltender Akteur in die Bildungslandschaften einzubringen? Da ein zentrales Ziel der Kulturellen Bildung in der Verbesserung von kulturellen Teilhabechancen liegt, sollte eben dieses auch in Bezug auf die lokalen Bildungslandschaften kritisch beleuchtet werden. Denn das Recht auf Zugang zu Kultureller Bildung gilt für alle, einschließlich derer, die oftmals von Bildung ausgeschlossen werden. Auf eben diese Herausforderung nach verbesserter Teilhabe durch Vernetzung fokussiert mein eigener Beitrag in der im Kopaed-Verlag erschienenen Veröffentlichung „Gut vernetzt?! Kulturelle Bildung in lokalen Bildungslandschaften".

Von Eva Leipprand (2013 / 2012)

Kultur, Bildung und Nachhaltige Entwicklung

Nachhaltige Entwicklung ist eine der großen Aufgaben unserer Zeit. Die Menschheit steht in der Evolution an einem kritischen Scheideweg, an dem es ganz klar um ihr Überleben geht. Der fortschreitende Klimawandel und die sich verschärfende Ressourcenknappheit, aber auch die Armuts­- und Finanzkrise setzen das Wohl der kommenden Generationen aufs Spiel. Weltweit, aber auch in unserem Land, stellt Nachhaltige Entwicklung eine politische und gesellschaftliche Herausforderung ersten Ranges dar. Ohne eine grundlegende Transformation unserer Lebens-­ und Wirtschaftsweisen wird diese Aufgabe nicht zu leisten sein.

Von Birgit Mandel (2013 / 2012)

Kulturelle Bildung im Tourismus

Das Thema Kulturtourismus hat in den letzten Jahren vor allem aus der Perspektive kultureller Anbieter stark an Interesse gewonnen, denn der Kulturtourismus gilt als Wachstumsmarkt und bietet neues Publikum für Kultureinrichtungen. Die Bedeutung des Tourismus als informelles Lernfeld für die Kulturelle Bildung nicht nur von Kindern und Jugendlichen, sondern auch von Erwachsenen, ist hingegen bislang noch nicht in den Blick genommen worden.

Von Birgit Dorner (2013 / 2012)

Gedenkstätten als kulturelle Lernorte – Gedenkstättenpädagogik mit ästhetisch-künstlerischen Mitteln

Gedenkstättenpädagogik ist historisch­-politische Bildung an außerschulischen Lernorten. In ihrer inhaltlichen und methodischen Ausrichtung steht sie stets im Dialog mit ihrem Wir­kungsort der jeweiligen Gedenkstätte. Dabei stellt der Lernort der konkreten Gedenkstätte einen beispielhaften historischen Ort, einen Erinnerungsort dar, der eingebettet ist in einen größeren geschichtlichen Zusammenhang, dessen Bedeutung das Heute prägt. Gedenk­stättenpädagogik weist eine methodisch-­didaktische Nähe zu museumspädagogischen Konzepten auf (vgl. Klenk 2006:36/37).

Von Jens Maedler (2013 / 2012)

Kulturelle Bildung in Freiwilligendiensten

Freiwilligendienste sind eine besondere Form bürgerschaftlichen Engagements vor allem junger Menschen im Alter zwischen 16 und 27 Jahren. Definiert werden sie im Gesetz zur Förderung von Jugendfreiwilligendiensten (JFDG), in dem auch das kultu­relle Einsatzfeld ausdrücklich benannt wird (JFDG §3, Abs.1). Anfang und Ende, Dauer und Umfang, Inhalt, Aufgaben, Ziel, Ort und Art der freiwilligen Tätigkeit sind festgelegt, ebenso der finanzielle und organisatorische Rahmen und die rechtliche wie soziale Absicherung.

Von Kerstin Hübner (2013 / 2012)

Kulturelle Bildung im freiwilligen/bürgerschaftlichen Engagement

Bürgerschaftliches Engagement umfasst jene Tätigkeiten, die freiwillig, nicht auf materiellen Gewinn gerichtet und gemeinwohlorientiert sind, zugleich im öffentlichen Raum stattfinden und in der Regel kooperativ ausgeübt werden (Enquete­-Kommission 2002:57ff.). Dieser Begriff versucht seit der Jahrtausendwende eine Vielfalt von historisch gewachsenen und neueren Engagementformen in allen gesellschaftlichen Feldern zu fassen: im Sozial-­ und Gesundheitsbereich, in Sport, Kultur und Ökologie, in den Bereichen der Bildungs-­ und Jugendarbeit, in Kirche, Politik und Justiz etc.

Von Rainer Bode, Bernd Hesse , Torsten Nagel (2013 / 2012)

Kulturelle Bildung in den Soziokulturellen Zentren

Kulturelle Bildung ist zuerst und vor allem Selbst-­ und Persönlichkeitsbildung und nicht Bil­dung zu anderen, übergeordneten Zwecken, so nützlich diese sein mögen. Auch Soziokultur ist demnach nicht Soziale Arbeit mit kulturellen Mitteln, sondern Kulturarbeit und Kulturelle Bildung im sozialen gesellschaftspolitischen Feld – bezogen auf die Menschen am Ort.

Von Ina Bielenberg (2013 / 2012)

Politische Bildung kreativ. Über die gelingende Verbindung von Kultureller und Politischer Bildung

„Demokratie ist keine Glücksversicherung, sondern das Ergebnis politischer Bildung und de­mokratischer Gesinnung!“ Dieses Zitat wird Theodor Heuss zugeschrieben, und er formulierte damit in den 1950er Jahren eine bis heute wirkende Triebfeder Politischer Bildung. Politische Bildung richtet sich an junge Menschen wie an Erwachsene. Sie will Wissen über gesellschaftli­che und politische Zusammenhänge vermitteln, Orientierung ermöglichen, zur Mitwirkung und Mitgestaltung in der Demokratie anregen und die dazu notwendigen Kompetenzen vermitteln.

Von Rolf Witte (2013 / 2012)

jugend.kultur.austausch: Kulturelle Bildung mit internationalen Partnern

Das Zusammenleben in multikulturellen Gesellschaften ist heute tägliche Lebensrealität von Kindern und Jugendlichen. Kulturelle Vielfalt ist Reichtum und gleichzeitig Herausforderung für unsere modernen Gesellschaften. Kulturelle Bildung nutzt Unterschiede und Verunsicherungen gezielt als Anlass für die Entwicklung kreativer Neugier und bietet Räume für künstlerische Ausein­andersetzungen, den Dialog der Kulturen und die Entwicklung interkultureller Kompetenzen.

Von Wiltrud Gieseke (2013 / 2012)

Kulturelle Erwachsenenbildung

Kulturelle EB wird nach dem Kulturbericht der Bundesregierung in einem erweiterten Sinne als Förderung von Schlüsselqualifikationen verstanden, nicht nur für „Beschäftigungsfähigkeit“, sondern auch für „Gesellschaftsfähigkeit“ (Deutscher Bundestag 2007b:400). Sie unterstützt kulturelle Handlungs- und biografische Gestaltungskompetenz. Kulturelle Bildung wirkt dabei im Dreiklang von historisch­-systematischer Kunstaneignung, selbsttätig-­kreativer Gestaltung und interkulturell­-kommunikativer Beschäftigung mit Lebensstilen.