Themenfeld:

Kontexte

Im Gegensatz zu den Feldern und Institutionen, in denen die Kulturelle Bildung selbst im Zentrum und in der Verantwortung steht, also in Theatern, Museen, Bibliotheken, Musikschulen, Medienzentren usw., behandeln die Autor*innen in diesem Themenfeld die Kulturelle Bildungspraxis in denjenigen Kontexten,  in denen die Kulturelle Bildung als Ergänzung oder spezifische Methode eingebettet ist. Sie reflektieren kulturpädagogische Zielstellungen und Herausforderungen vor dem Hintergrund der Spezifik bestimmter Orte bzw. Handlungsfelder wie Schule, Jugendarbeit, Sozialraum und Bildungslandschaft, Freiwilligendienste, Erwachsenenbildung, sozialer Arbeit oder politischer Bildung.

68 Beiträge im Themenfeld

Von Susanne Rehm (2018)

Kulturpädagogik inklusive: Inklusion in kulturellen Kooperationsprojekten – Eine systemische Annäherung

Im Folgenden werden die drei Systeme Schule, Kulturelle Bildung und Kultur zuerst mit Blick auf das Thema Inklusion und im zweiten Schritt hinsichtlich ihrer Kooperationsmöglichkeiten im Feld der Inklusion beleuchtet. Dabei soll vor allem herausgearbeitet werden, wie die Systeme durch ihre Verfasstheit Inklusion (oder Exklusion) bedingen, beeinflussen oder aufheben und ob und wie durch Kooperationen dieser Systeme Inklusion erhöht oder vermindert wird. In diesem Artikel liegt ein Schwerpunkt auf der Inklusion von Kindern und Jugendlichen* mit Behinderung.

Von Steffi Robak, Marion Fleige (2017)

Kulturelle Erwachsenenbildung: (Bildungs-)Interessen, Strukturen, Partizipationsformen – und ihre Übersetzung in Wissensstrukturen für Programmentwicklung

Kulturelle Erwachsenenbildung ist zu einem festen Bestandteil in den Weiterbildungsinstitutionen und in Institutionen der Beigeordneten Bildung erwachsen. Der Beitrag systematisiert auf Basis einer grundlegenden Monografie, die den empirischen und theoretischen Stand enthält sowie weiterer Studien und Veröffentlichungen zentrale Konstitutionsaspekte Kultureller Erwachsenenbildung. Dabei beschreibt er theoretisch-interdisziplinäre und erwachsenenpädagogische Faktoren der (Programm)Strukturentwicklungen, ordnet diese historisch ein, und entwickelt das Theorem der Portale für Kulturelle Bildung. Anschließend werden, auch unter Berücksichtigung der Bildungsinteressen der Teilnehmenden, die drei zentralen Partizipationsportale systematisch-rezeptiv, selbsttätig-kreativ sowie verstehend-kommunikativ bzw. transkulturell, entfaltet.

Von Mareike Alscher (2017)

Freiwilliges Engagement in der Kultur - Sonderauswertung zum Engagement in Kultur und Musik des Freiwilligensurveys 2014. Zentrale Ergebnisse

Im Auftrag der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V. hat die Autorin den „Freiwilligensurvey 2014“, der u.a. auch Daten für den Bereich „Kultur und Musik“ liefert, ausgewertet. Laut Freiwilligensurvey ist der Anteil Kultur-Engagierter an der Wohnbevölkerung von 5 Prozent im Jahr 1999 auf 9 Prozent im Jahr 2014 gestiegen. Doch wer sind diese Kultur-Engagierten, was zeichnet diese Menschen und ihr Engagement aus? Warum, wo und wie engagieren sie sich? Dieser Beitrag dokumentiert die zentralen Ergebnisse der Sonderauswertung zum Engagement und ein Auszug aus „BKJ (2017): Freiwilliges Engagement in der Kultur ...“. Weitere Informationen - beispielsweise zum methodischen Vorgeben und den begrifflichen Einordnungen der Studie oder hinsichtlich der kultur- und bildungspolitischen Schlussfolgerungen der BKJ - finden sich in der online zugänglichen BKJ-Publikation im Anhang dieses Beitrages.

Von Alicia de Banffy-Hall, Burkhard Hill (2017)

Community Music: Eine Einführung

Der Beitrag informiert über historische Entwicklungen und die aktuelle Praxis von Community Music. Er verdeutlicht das Potenzial dieser „Musik für alle", welche kulturelle Teilhabe ermöglichen und dabei sowohl die Individuen stärken als auch Gemeinschaften festigen kann. Als soziale Kulturarbeit steht Community Music für ein aktives und selbstbestimmtes Musizieren in Gruppen, wobei die Musik als Ausdruck dieser Gemeinschaft erarbeitet wird und ihren sozialen Kontext spiegelt. Anhand von Praxisbeispielen wird ersichtlich, dass der musikalische und der soziale Prozess in Community Music Projekten gleichwertig nebeneinander stehen und dass durch die Prinzipien von Community Music ein gleichberechtigter Umgang von Menschen verschiedener Herkunft, Religion und Bildung, unterschiedlichen Geschlechts und Einkommens, ob mit oder ohne Behinderung, ob jung oder alt und von unterschiedlicher musikalischer Bildung möglich ist.

Von Ulrike Gerdiken (2017)

Emanzipation versus Optimierung? Über das spannungsreiche Verhältnis von Kultureller Bildung und Personalentwicklung

Kultur und Wirtschaft – kann das zusammengehen? Im Bereich der Personalentwicklung zeigt die tägliche Praxis, dass dies möglich ist. Kulturpädagogische Elemente sind in manchen Unternehmen inzwischen selbstverständlicher Bestandteil der Personalentwicklung. Was die Unternehmen dazu motiviert und wie sich die Kulturelle Bildung zu dieser kulturpädagogischen Personalentwicklung positioniert, hat die Autorin in einer Studie untersucht, die im Folgenden kurz zusammengefasst wird.

Von Antje Klinge (2017 / 2016)

Kulturelle Schulentwicklung und Sport – eine unmögliche Allianz?!

Als Reaktion auf gesellschaftliche Entwicklungen hat die Kultusministerkonferenz in ihren Empfehlungen zur kulturellen Kinder- und Jugendbildung von 2013 Themen wie Ganztag, Kulturorte als Lernorte, Inklusion, Interkulturalität und Partizipation definiert, die stärker im Schulcurriculum verankert werden müssten. Als Querschnittsthema von Schule hebt sie dabei die Kulturelle Bildung besonders hervor. Was sich unter dem Sammelbegriff Kulturelle Bildung verbirgt, welche Herausforderungen und Potentiale für die (kulturelle) Schulentwicklung damit verbunden sind und welchen Beitrag das Fach Sport hier leisten kann, wird im vorliegenden Beitrag diskutiert. Dabei wird die Spezifik des Körper- und Bewegungsfaches auf drei Ebenen herausgearbeitet: als ästhetische Erfahrung, als kreatives Spiel und schließlich als symbolische Darstellung.

Von Bettina Heinrich (2016)

Kunst oder Sozialarbeit? Eckpunkte eines neuen Beziehungsgefüges zwischen Sozialer Arbeit und Kulturarbeit

Der vorliegende Beitrag setzt sich mit der Frage „Ist das Kunst oder Soziale Arbeit?“ auseinander, indem er aktuelle Projekte, Programme und Konzepte sichtet. Einerseits lässt sich eine wachsende Vielfalt an kulturellen Ausdrucksformen (mit neuen Teilhabeansprüchen) und eine weitere ‚Demokratisierung des Ästhetischen’ feststellen. Andererseits ein neues, erweitertes soziales Mandat der Kultureinrichtungen, Kulturpolitik und Kulturellen Bildung sowie ein neues, erweitertes kulturelles Mandat der Sozialen Arbeit. Das Ergebnis ist eine wachsende Vielfalt an Aktivitäten in einem Feld irgendwo zwischen Kultur, Sozialer Arbeit und Bildung. Kunst und Soziale Arbeit scheinen im Hinblick auf die Kooperationspraxis und AdressatInnen der Projekte mehr denn je miteinander verbunden zu sein.

Von Cornelie Dietrich, Anke Wischmann (2016)

Kulturarbeit in regionalen Bildungslandschaften: ein Fallvergleich zwischen England und Deutschland

Anliegen des vorliegenden Beitrags ist es, in vergleichender Perspektive angloamerikanische und deutsche Ansätze einer „Community Education“ im Kontext kultureller Bildungsarbeit zu untersuchen. Darin stellt sich Öffentlichkeit als bedeutsamer Teil der Entwicklung von Bildungsbeteiligung immer wieder neu her, allerdings in länderspezifisch je unterschiedlicher Weise. Auch lassen sich große Unterschiede im Hinblick auf Inhalte ebenso feststellen wie in Bezug auf die beteiligten Akteure und die Herstellung der Differenzen zwischen privatem und öffentlichem Raum. In einem Fallvergleich von zwei Projekten zur edukativen Kulturarbeit werden die Unterschiede im Verständnis von Organisation, Beteiligung und Repräsentation herausgearbeitet und für die hiesige Diskussion fruchtbar gemacht.

Von Sven Sauter, Susanne Quinten, Eva Krebber-Steinberger, Heike Schwiertz (2016 / 2015)

Im Zwischenraum: Kunst, Behinderung und Inklusion

Inklusion ist ein vielschichtiges Thema, das im Zuge der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention immer mehr gesellschaftlichen Transformations- und Reflexionsdruck erzeugt, auch und vor allem im Bereich von Kunst und Kultur. Behinderung, Kunst und Inklusion stehen jedoch in einem spannungsreichen Zusammenhang, denn die Verbindungen dazwischen lassen sich nur über ästhetische Erfahrungen reflektieren. Diskutiert werden in diesem Beitrag die Folgen und die Reichweiten von ästhetischen Erfahrungen in den künstlerischen Domänen von Musik, Tanz und Visual Arts, um die Möglichkeiten einer Bewusstseinsbildung hinsichtlich Behinderung und verkörperten Differenzen in den Blick zu nehmen.

Von Rainer Treptow (2016)

Hand in Hand. Soziale Arbeit und Kulturelle Bildung

Beginnend mit Beispielen sozialen Engagements der Kulturellen Bildung werden Grundelemente ihres Eigensinns und ihrer Kooperation mit Sozialer Arbeit vorgestellt. Der Weg führt zu begrifflichen Unterscheidungen und zum Versuch einer theoretischen Annäherung an nach wie vor ungewöhnliche Allianzen. Ein knapper Ausblick auf zukünftige Qualifizierung von Fachkräften beschließt den Beitrag.