Themenfeld:

Interdisziplinäre Perspektiven

Jenseits der kunstspartenspezifischen Reflexionen im Bereich Theater, Musik, Tanz etc. gilt es bei der Vermessung Kultureller Bildung, auch die ästhetischen Praxen und künstlerischen Formate, kulturpädagogischen Angebote, Bildungsorte und Akteure in den Blick zu nehmen, die interdisziplinär ausgerichtet sind, möglicherweise sogar „alle Künste unter einem Dach" vereinen. Fachbeiträge zu den Besonderheiten der Kulturellen Bildungspraxis in diesen Vermittlungskontexten, Differenzierungen nach Zielen und Herausforderungen für unterschiedliche Akteure und Adressat*innen, Auseinandersetzungen mit gesellschaftlichen Entwicklungen und aktuelle Ausrichtungen kulturpädagogischer Konzepte finden sich im Themenfeld „Interdisziplinäre Perspektiven".
Vorschläge für weitere Fachartikel richten Sie gerne an: redaktion@kubi-online.de.

38 Beiträge im Themenfeld

Von Marina Stuckert, Julia Rohde, Ivo Züchner, Werner Thole (2018)

Jugendkunstschulen und kulturpädagogische Projekte als Orte der Bildung: Zentrale Befunde eines Forschungsprojektes

Das Forschungsvorhaben „Bildungsprozesse in der kulturellen Kinder- und Jugendarbeit“ („JuArt“) ging der Frage nach, ob und inwiefern Angebote von Jugendkunstschulen und kulturpädagogischen Projekten in den Sparten Bildende Kunst, Musik, Theater, Tanz und Medien erstens kulturell-ästhetische und zweitens darüber hinaus persönlichkeitsbezogene und soziale Bildungsprozesse bei Heranwachsenden in der Alterspanne zwischen neun und 19 Jahren anregen. In diesem Beitrag werden zentrale Befunde des Forschungsvorhabens vorgestellt und diskutiert.

Von Kirsten Witt (2018 / 2017)

Politische Bildung in der Kulturellen Jugendbildung

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit der Frage, inwiefern Kulturelle Jugendbildung auch politisch bildend wirkt – oder wirken kann. Beinhaltet das fachliche Selbstverständnis des Handlungsfeldes auch die Verantwortung für politische Bildungsprozesse junger Menschen? Und wenn ja – worin liegt der spezifische Beitrag der Kulturellen Jugendbildung? Welche Herausforderungen und Entwicklungsbedarfe können identifiziert werden. Und schließlich: Worin unterscheidet sich die Kulturelle von der Politischen Bildung?

Von Lisa Niederreiter (2017)

Überlegungen zum ästhetischen Medium als Lehr- und Forschungsmethode in psychoanalytischer Rahmung

Der Beitrag befasst sich mit ästhetischen Rezeptions- und Ausdrucksprozessen als Medium von Erkenntnis, (Selbst)-Bildung und Forschung. Dazu wird sowohl Grundsätzliches vorgestellt wie auch Konzepte ästhetischer/künstlerischer Forschung inklusive ihrer methodischen Anwendungsmöglichkeiten in der Lehre. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die psychoanalytische Rahmung und praktische Erläuterung ästhetischer Prozesse mithilfe ausgewählter Theoriebildung aus der tiefenpsychologischen Entwicklungslehre und Kreativitätsforschung.

Von Rainer Treptow (2016)

Hand in Hand. Soziale Arbeit und Kulturelle Bildung

Beginnend mit Beispielen sozialen Engagements der Kulturellen Bildung werden Grundelemente ihres Eigensinns und ihrer Kooperation mit Sozialer Arbeit vorgestellt. Der Weg führt zu begrifflichen Unterscheidungen und zum Versuch einer theoretischen Annäherung an nach wie vor ungewöhnliche Allianzen. Ein knapper Ausblick auf zukünftige Qualifizierung von Fachkräften beschließt den Beitrag.

Von Barbara Hülmeyer (2016)

Das fachliche Profil des Kulturpädagogen/der Kulturpädagogin als Ergebnis des spezifischen Zusammenwirkens von innerpersonalen Rollen // Annäherung an ein komplexes Berufsbild aus Sicht der Aus- und Weiterbildung

Die Fachlichkeit von KulturpädagInnen zeichnet sich dadurch aus, dass diese ihre innerpersonalen Rollen und damit Anteile ihrer professionellen Persönlichkeit durch ein spezifisches Zusammenwirken wirkungsvoll vereinen. Sie fassbar zu machen, setzt die Transparenz diese Rollen als KünstlerIn, Kunst- und KulturvermittlerIn, PädagogIn und KulturermöglicherIn voraus. Der Beitrag will anhand von Beispielen aus der Praxis, gewonnen aus Interviews, Filmausschnitten und Artikeln, diese Rollen sichtbar machen.

Von Wolfgang Zacharias (2013 / 2012)

Kulturpädagogische Fachlichkeit und Berufsfeldentwicklung

Kulturelle Bildung als plurales professionelles Handlungsfeld bedarf gerade wegen ihrer Diffu­sität und Differenz, die sich in der Vielfalt ihrer praktischen Anwendungen, Orte, Adressaten, Formate und Inhalte zeigt, besonderer Anstrengungen, wenn es um spezifische Professionali­sierungen geht. Dies betrifft vor allem auch Ausbildungen und ein identifizierbares Berufsfeld, etwa in der gesellschaftlichen und institutionellen Spannweite von Kultur – Jugend – Schule sowie Staat – Markt – Zivilgesellschaft.

Von Wolfgang Zacharias (2013 / 2012)

Pluralität und Praxisvielfalt Kultureller Bildung

Kulturelle Bildung als ein Praxisfeld pädagogischen Handelns zeichnet sich durch Diversität und Differenz ihrer Vermittlungsformen und inhaltlichen Bezüge aus. Man kann dies auch als ihre besondere Qualität und Stärke werten, etwa im Vergleich und Unterschied zu anderen Lern-­ und Bildungsfeldern wie den Naturwissenschaften, der Mathematik, den Sprachen oder Wissensgebieten wie z.B. Geografie, Geschichte, Politik und Soziales.

Von Wolfgang Pruisken , Gisela Winkler (2013 / 2012)

Zirkus

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Zirkus ist ein Kunstgenre, das für Kinder und Jugendliche eine besondere Attraktivität und Faszination besitzt und einen idealen Spielraum zur Persönlichkeitsentwicklung bietet. Zirkus zeichnet sich durch eine große Breite an künstlerischen Gestaltungsmöglichkeiten aus: von den Bewegungskünsten Akrobatik, Jonglage und Balance bis zu Theaterelementen, Musik, Tanz, aktuellen Jugendtrends und ­-sportarten. Neben eine körperliche Dimension, die Entwicklung motorischer Fähigkeiten, Geschicklichkeit und Koordination, treten soziale und ästhetisch-­künstlerische Dimensionen.

Von Andrea Übler-Winter (2013 / 2012)

Spiel zwischen leiblichen und digitalen Spielräumen

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Unser Leib als Einheit von Körper und Geist ist das, womit wir uns in dem uns umgebenden Raum dar­stellen. Körper und Geist als dem Leib zugehörige Anteile sind dabei vorrangig rezeptiv-­wahrnehmend ausgerichtet (vgl. Métraux/Waldenfels 1989 zur Theorie von Merleau-Ponty). Sprechen wir statt von Leib nur von Körper, was alltagssprachlich oft der Fall ist, so vernachlässigen wir den Geist. Die begriffliche Differenzierung zwischen Körper und Geist ermöglicht hingegen sowohl in Bezug auf reale als auch auf digitale Spielräume eine exaktere Betrachtung der sich darin ergebenden unter­schiedlichen Perspektiven.