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Forschung

Zahlreiche unterschiedliche Forschungsdisziplinen, Forschungsansätze und -methoden sind für die Forschung über die Nutzung und Qualität Kultureller Bildungsangebote von Bedeutung. Wissen und Erkenntnisse über historische und internationale Forschung, Begrifflichkeiten, Prozesse und Wirkungen Kultureller Bildung werden von den Autor*innen dargelegt, um die Praxis Kultureller Bildung zu verbessern. Die Beiträge ermöglichen eine Annäherung an das komplexe Forschungsfeld zu Künsten, Kultur und Bildung.

103 Beiträge im Themenfeld

Von Christian Rittelmeyer (2014)

Außerfachliche Wirkungen künstlerischer Tätigkeiten. Wie sollen wir sie erforschen?

Da es zum Teil heftige Kontroversen um die Angemessenheit und methodische Zuverlässigkeit von Transferuntersuchungen gibt, andererseits die weitgehenden Erwartungen an Bildungswirkungen des Künstlerischen nach wie vor bestehen, ist es verständlich, wenn neuerdings die Frage nach einer anspruchsvollen Forschung auf diesem Gebiet wichtig wird. [...] Mir ist bei meiner Auseinandersetzung mit der Transferforschung wiederholt aufgefallen, dass die empirischen Studien auf diesem Gebiet sehr viel komplexer werden müssen, wenn sie der ästhetischen Erfahrung und ihrer Bildungswirkung gerecht werden sollen. Einige Beispiele sollen das Gemeinte verdeutlichen und zum Anlass von Überlegungen werden, die in Umrissen eine „Rahmentheorie für die Erforschung ästhetischer Bildungsprozesse“ skizzieren.

Von Susanne Keuchel (2014)

Quo Vadis – Empirische Analyse von kommunalen Gesamtkonzepten für Kulturelle Bildung

In den vergangenen Jahren hat sich die kulturelle Bildungslandschaft im Zuge des kontinuierlichen Ausbaus des Ganztags verändert. So werden verstärkt Anstrengungen unternommen, schulische und außerschulische kulturelle Akteure auf regionaler Ebene zu vernetzen. Die Kommunen sehen sich hier in einer wichtigen Schlüsselfunktion bei der Ausgestaltung kultureller Bildungslandschaften und verstehen die Vernetzung der Bereiche Erziehung, Bildung und Betreuung als eine zentrale kommunale Aufgabe (vgl. Deutscher Städtetag 2007: 1f.).

Von Burkhard Hill (2014)

Fallverstehen – Praxisforschung – Handlungsforschung. Drei sozialwissenschaftlich begründete Zugänge zur Erforschung der Kulturellen Bildung

Angesichts der an anderer Stelle immer wieder erörterten Schwierigkeiten, die Prozesse und Wirkungen Kultureller Bildung fundiert zu analysieren, erscheint die Beschäftigung mit solchen sozialwissenschaftlichen Forschungsstrategien als hilfreich, die gegenstandsadäquate Fragestellungen bearbeiten helfen und entsprechende Methoden zur Verfügung stellen. Mit der seit einigen Jahren zu beobachtenden Verwissenschaftlichung der Kulturellen Bildung - sie demnach nicht nur als Praxisfeld sondern auch als kultur- und erziehungswissenschaftlich begründete Disziplin zu begreifen - wird insbesondere auch die Frage nach einem wissenschaftlichen Nachweis ihrer Wirkungen aufgeworfen.

Von Kristin Westphal (2014)

Phänomenologie als Forschungsstil und seine Bedeutung für die kulturelle und ästhetische Bildung

Angesichts einer experimentierfreudigen kulturellen und ästhetischen Praxis, die sich im Rahmen von neueren Produktions- und Rezeptionsweisen mit Wahrnehmung und Aufmerksamkeit auseinandersetzt, rückt das Forschungsinteresse für die Phänomenologie und deren Methoden als Forschungsstil zur Zeit wieder mehr in den Vordergrund. Was kann die Phänomenologie zuz Erforschung von Wirkungszuschreibungen der Kulturellen Bildung und der Wirkweise des Ästhetischen selbst beitragen und worin liegt das besondere Potential der Pädagogischen Phänomenologie? ...

Von Christian Helbig, Angela Tillmann (2014)

Evaluation der Peer-to-Peer-Kampagne „Dein Spiel. Dein Leben. – Find your level!“

Bei „Dein Spiel. Dein Leben. – Find your level!“ handelte es sich um eine bundesweite Kampagne zur Sensibilisierung junger Menschen bei der Nutzung virtueller Spielwelten. Sie wurde von November 2011 bis Mai 2013 vom BMFSFJ im Rahmen des Dialog Internet gefördert und im Anschluss daran vom Forschungsschwerpunkt „Medienwelten“ der FH Köln evaluiert. Ziel der Evaluation war es, die Wirksamkeit der Kampagne zu analysieren und Handlungsempfehlungen abzuleiten, die die Professionalität medien- und kulturpädagogischer Arbeit fördern.

Von Eric Sons (2014)

Die Erforschung Kultureller Bildungsprozesse mit Hilfe Grounded Theory basierter Einzelfallstudien

Benachteiligte Jugendliche sind sowohl als RezipientInnen kultureller Veranstaltungen wie auch als NutzerInnen der Angebote kultureller Bildungsorte deutlich unterrepräsentiert (Winkler 2008; Keuchel/Larue 2012). Subjektive Bildungs- und Selbstwirksamkeitserfahrungen sowie kooperativ-solidarische Gruppenerfahrungen können das Selbstwertgefühl insbesondere mehrfach benachteiligter Jugendlicher stärken und ihnen neue Lebensperspektiven eröffnen (Lindner/Sturzenhecker 2004; Maedler 2008; Treptow 2012).

Von Gabriele Schulz (2013 / 2012)

Arbeitsmarkt Kulturelle Bildung

Der Arbeitsmarkt Kulturelle Bildung ist ein Segment aus dem Arbeitsmarkt Kultur, das ein brei­tes Feld an Tätigkeiten, Berufen und Beschäftigungsformen umfasst. Er erstreckt sich sowohl auf den erwerbswirtschaftlichen Teil, also Kultur- und Kreativwirtschaft, auf den Non-Profit-Bereich, Vereine und Stiftungen, sowie den staatlichen Bereich, öffentliche Kultureinrichtun­gen.

Von Ulrike Blumenreich (2013 / 2012)

Das Studium der Kulturvermittlung an Hochschulen in Deutschland

Das Angebot an Studienmöglichkeiten der Kulturvermittlung in Deutschland ist in den letzten 35 Jahren stark gestiegen: Waren es 1987 noch elf Studiengänge der Kulturpädagogik, die bei einer ersten Bestandaufnahme durch die Kulturpolitische Gesellschaft e.V. erfasst wurden, so konnten Anfang der 1990er Jahre in einem Forschungsprojekt bereits 43 Studienangebote der Kulturpädagogik, Kulturarbeit und Kulturellen Bildung (vgl. Liebald/Wagner 1993) verzeichnet werden.

Von Vera Hennefeld (2013 / 2012)

Zum Einsatz sozialwissenschaftlicher Datenerhebungsmethoden im Rahmen der Evaluation Kultureller Bildung

Evaluation im wissenschaftlichen Sinne ist eine Form angewandter Sozialforschung, die dazu dient, unter Einsatz sozialwissenschaftlicher Datenerhebungsmethoden fundierte Informationen zu generieren, diese mit einer Bewertung zu verknüpfen und auf dieser Basis Entscheidungen zu treffen (vgl. Stockmann 2007a:25f.). Gegenstand der Bildungsforschung ist ein „sehr breites Spektrum von Fragestellungen“ (Tippelt 2002:9) auf der institutionen­gerichteten Meso­- und Makroebene sowie der auf Lehr-­ und Lernprozesse in schulischen wie außerschulischen Bereichen ausgerichteten Mikroebene (vgl. ebd.).

Von Annemarie Matzke (2013 / 2012)

Künstlerische Praktiken als Wissensproduktion und künstlerische Forschung

Künstlerische Praktiken zeichnen sich durch eine spezifische Verflechtung kognitiver wie körperlich-habitueller Wissensformen aus. Für das Feld Kultureller Bildung ist dies von besonderer Bedeutung, da hier eine Verschiebung hinsichtlich tradierter Wissensordnun­gen zu konstatieren ist. Dies entspricht jenen Konzepten von Wissenskultur kultur­- und wissenschaftshistorischer Studien, die darauf hinweisen, dass Wissen nicht als Korpus objektiver Wahrheiten verstanden werden kann, sondern durch soziale wie performative Handlungskontexte hervorgebracht wird (Lyotard 1986; Knorr­-Cetina 2002).