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Forschung

Zahlreiche unterschiedliche Forschungsdisziplinen, Forschungsansätze und -methoden sind für die Forschung über die Nutzung und Qualität Kultureller Bildungsangebote von Bedeutung. Wissen und Erkenntnisse über historische und internationale Forschung, Begrifflichkeiten, Prozesse und Wirkungen Kultureller Bildung werden von den Autor*innen dargelegt, um die Praxis Kultureller Bildung zu verbessern. Die Beiträge ermöglichen eine Annäherung an das komplexe Forschungsfeld zu Künsten, Kultur und Bildung.

83 Beiträge im Themenfeld

Von Manfred Prenzel, Johanna Ray (2013 / 2012)

Bildungsqualität, Bildungsforschung und Kulturelle Bildung

Im letzten Jahrzehnt hat die (mit empirischen Verfahren arbeitende) Bildungsforschung in Deutschland große Aufmerksamkeit durch internationale Vergleichsstudien erlangt. Im Blickpunkt stand dabei insbesondere die Bildungsqualität der Schule. Tatsächlich reicht das Feld der Bildungsforschung sehr viel weiter. Ihr Gegenstand umfasst „Voraussetzungen, Prozesse und Ergebnisse von Bildung über die Lebensspanne, innerhalb und außerhalb von (Bildungs­-)Institutionen“ (Prenzel 2005:12).

Von Mariana Grgic, Thomas Rauschenbach (2013 / 2012)

Kulturelle Bildung im Horizont der Bildungsberichterstattung des Bundes

Um den Blick auf Bildung jenseits der in den Schulleistungsstudien von PISA, IGLU und TIMSS gemessenen Kompetenzen zu weiten, beschlossen die Kultusministerkonferenz und das Bundesministerium r Bildung und Forschung (BMBF) als Auftraggeber des Bildungsbe­richts, dass sich der Bildungsbericht 2012 schwerpunktmäßig dem Thema der „Kulturellen Bildung im Lebenslauf“ widmen sollte.

Von Brigitte Schorn , Vera Timmerberg (2013 / 2012)

Kompetenznachweis Kultur

Der Kompetenznachweis Kultur ist ein Bildungspass, der an Jugendliche zwischen zwölf und 27 Jahren vergeben wird, die aktiv an Angeboten Kultureller Bildung teilgenommen haben. Er hat die Funktion, ihre personalen, sozialen, methodischen und künstlerischen Kompetenzen zu dokumentieren, transparent zu machen und anzuerkennen. Damit gehört der Kompetenz­nachweis Kultur zu den standardisierten partizipativen Verfahren, informell und nicht formal erworbene Kompetenzen zu erfassen.

Von Christiane Liebald (2013 / 2012)

Qualitätsstandards und Qualitätssicherung in der Kulturellen Bildung

In der Kulturellen Bildung wie auch in anderen pädagogischen oder sozialen Handlungsfeldern sind Qualitätsstandards eng mit dem Begriff der Qualitätssicherung verbunden, der ursprünglich aus der betriebswirtschaftlichen Managementlehre und nicht aus der empirischen Sozial­- und Evaluationsforschung stammt. Mit Qualitätssicherung werden alle organisatorischen und technischen Verfahren zur Vorbereitung, Durchführung und Ergebnissicherung von Produkten oder Dienstleistungen beschrieben (Gabler 2011).

Von Helle Becker (2013 / 2012)

Evaluation in der Praxis der kulturellen Kinder- und Jugendbildung

Evaluation in der kulturellen Kinder-­ und Jugendbildung kann unterschiedliche Ausprägun­gen haben: von der alltäglichen, individuellen Reflexion über die planvoll angelegte Selbstevaluation bis zur nach wissenschaftlichen Standards durchgeführten Fremdevaluation. Sie kann sich auf die Bedingungen (Kontext-­, Struktur-­ und Inputqualität), den Prozess (Durchführungsqualität) oder die Ergebnisse und Wirkungen (Output­- und Outcome­-Qualität) kultureller Kinder-­ und Jugendbildung beziehen.

Von Eva Maria Gauß, Kati Hannken-Illjes (2013 / 2012)

Vermittlung von wissenschaftlichen Erkenntnissen in künstlerischer Form

Konkret liegen in den derzeitigen Formen vor allem zwei Spannungsverhältnisse vor. Zum einen changieren sie zwischen Spiel und Ernst. Der Kontext der Präsentation im Sinne der Rahmung (nach Erving Goffman) des sozialen Ereignisses spielt hier eine wesentliche Rolle, da er sowohl Erwartungen als auch Beurteilungskriterien leitet. So zielen Veranstaltungen wie Science Slams in erster Linie auf Unterhaltung, im Gegensatz zu explizit künstlerischen Formaten wie Lecture Performances oder Action Teaching.

Von Susanne Keuchel (2013 / 2012)

Empirische kulturelle Bildungsforschung – Methodik, Themen und aktueller Forschungsstand

Die kritische Haltung der „Frankfurter Schule“ (Ladwig 2006) gegenüber der empirischen Soziologie war mit dafür verantwortlich, dass sich die empirische Kulturforschung und da­mit auch die empirische kulturelle Bildungsforschung in Deutschland vergleichsweise spät etablierte und immer wieder sehr kritisch reflektiert wurde.

Von Tobias Fink (2013 / 2012)

Evaluationen im Feld der Kulturellen Bildung

Um Evaluationen von anderen Formen der Forschung abzugrenzen, ist es sinnvoll, die Kriterien zu benennen, die für Evaluationen kennzeichnend sind. Stockmann schlägt vor, diejenigen Formen von Forschung als Evaluation zu bezeichnen, die (1) einer Entscheidungsvorbereitung dienen. Zu diesem Zweck müssen (2) Informationen gewonnen werden, die dann (3) bewertet werden können (vgl. Stockmann 2010:66). Diese Unterscheidung grenzt Evaluationen von Formen der Forschung ab, die ausschließlich auf Informationsge­winn ausgerichtet sind, wie zum Beispiel Grundlagenforschung, die keine Bewertung oder Entscheidungsvorbereitung im Blick hat.

Von Anke Schad, Peter Szokol (2013 / 2012)

Ressourcen Kultureller Bildung in Europa

Das Thema Kulturelle Bildung hat in den letzten Jahren im öffentlichen Diskurs zwischen Bildungs-­ und Kulturpolitik eine neue Aufmerksamkeit gefunden. Diese Tendenz ist nicht allein im deutschsprachigen Raum zu beobachten, sondern ebenso in einer Reihe anderer europäischer Länder. So erfreulich dieser Bedeutungszuwachs erscheint, so zeigen doch die Auswirkungen der europaweiten Finanz-­ und Wirtschaftskrise, dass der Sektor Kulturelle Bildung nach wie vor fragil ist.