Themenfeld:

Diversität

Mit dem Ziel, die vielen Diskurse um eine diversitätsbewusste Kulturelle Bildung zu flankieren, veröffentlicht die Wissensplattform kubi-online seit 2016 vermehrt Fachbeiträge zu den Themen kulturelle Vielfalt, Migration, Inklusion und Integration. Zahlreiche Expert*innen positionieren sich in diesem Themenfeld zu den Gestaltungsaufgaben einer diskriminierungskritischen kulturellen Bildungspraxis und einer diversitätssensiblen Öffnung von Strukturen im Feld von Kunst, Kultur und Bildung. Gerne können Sie uns weitere fachlich-wissenschaftliche Beiträge zur Veröffentlichung vorschlagen.

57 Beiträge im Themenfeld

Von Betina Aumair (2023)

Schreibpädagogik und Klassismus – Schreiben und Erzählen als widerständige Praxis

Der Artikel stellt biografisches Schreiben und Erzählen als Selbstermächtigungspraxis einer klassismuskritischen Pädagogik vor. Entlang der Zusammenhänge von Klassenherkunft und -positionierung mit Erinnerung, Sprache und Selbstwirksamkeit gibt die Autorin Einblicke in ihre eigene Herangehensweise und stellt u.a. Schreib- & Erzählübungen vor.

Von Ilka Siedenburg (2023)

Improvisation als Doing Gender – Doing Gender als Improvisation?

Der Beitrag arbeitet Gemeinsamkeiten von Improvisation und Doing Gender heraus und erläutert diese anhand von Beispielen. Möglichkeiten einer gendersensiblen Improvisationsdidaktik werden aufgezeigt und im Hinblick auf die Handlungsfelder Jazz, Freie Gruppenimprovisation und Bewegungsimprovisation konkretisiert.

Von Marion Gerards, Norbert Frieters-Reermann (2022)

Kulturelle Bildung: macht- und rassismuskritisch befragt. Von der Diskursforschung zur Handlungsverantwortung

Kulturelle Bildung in der postmigrantischen Gesellschaft ist in machtvolle Diskurse zu Flucht und Migration involviert, wie im BMBF-Forschungsprojekt „Flucht – Diversität – Kulturelle Bildung“ herausgearbeitet werden konnte. Auf der Basis der diskursanalytischen Ergebnisse werden Konsequenzen für eine macht- und rassismuskritische Kulturelle Bildung diskutiert, die ihrer Handlungsverantwortung gerecht werden möchte.

Von Nadia Bader, Magdalena Eckes, Katja Hoffmann, Paula Kanefendt (2022)

Was tun mit dem Musikvideo „Apeshit“? Eine kanonreflexive, mehrperspektivische Betrachtung ambivalenten Materials

Der Beitrag beleuchtet aus unterschiedlichen Perspektiven exemplarisch das Musikvideo „Apeshit" von The Carters und fragt nach der Bedingtheit individuellen kunstpädagogischen Handelns in der Auseinandersetzung mit ambivalentem Material, das sich eindeutigen Auslegungen und Zuschreibungen widersetzt. Wie gehen wir mit kulturellen Erzeugnissen und musealen Kontexten um und welche (impliziten) Annahmen leiten uns dabei?

Von Julius Heinicke (2022)

Entähnlichung als Perspektive der Kulturellen Bildung und ihr kulturpolitischer Auftrag

Die postkoloniale Diskussion fordert einen Perspektivwechsel im Sinne eines Umdenkens ein, welcher die Praxis der Kulturellen Bildung maßgeblich prägen und wandeln wird. An der Schnittstelle zwischen Autonomie und Auftrag kann sie jedoch eine Schlüsselfunktion übernehmen, wenn es gelingt, Vielfalt im Sinne einer Strategie der Entähnlichung als gemeinschaftsstiftendes Moment erlebbar zu machen und kulturelle Aushandlungs- und Wandlungsprozesse einer zunehmend diverser werdenden Gesellschaft zu moderieren.

Von Marion Gerards (2021 / 2019)

Genderreflexive Soziale Arbeit mit Musik

Gender Matters – auch in der Sozialen Arbeit mit Musik! Unter Bezugnahme auf Ergebnisse der musikwissenschaftlichen Women’s, Gender, Queer und Men’s Studies sowie der Intersektionalitätsforschung werden in diesem Beitrag die Aufgaben, Potenziale und Herausforderungen einer genderreflexiven Sozialen Musikarbeit diskutiert.

Von Susanne Bücken (2021 / 2020)

Zur Dringlichkeit einer rassismuskritischen Perspektive für die Kulturelle Bildung in der Migrationsgesellschaft

Der Beitrag bietet machtkritische Reflexionen zu Kultur, Sprache und Nation und eine rassismuskritische Diskursanalyse kultureller Bildungsangebote im Kontext von Flucht und Migration. Mit Blick insbesondere auf die Förderanträge zum Bundesprogramm „Kultur macht stark“ wird die Problematik herausgearbeitet, dass sich in der Wissensproduktion der Kulturellen Bildung national, kulturell und ethnisch kodierte Differenzmarkierungen verfestigen und dass es notwendig ist, dominanzkulturelle Machtverhältnisse, Wissensbezüge und Normalitätsvorstellungen zu dekonstruieren.

Von Nina Stoffers (2020)

Kulturelle Teilhabe durch Musik? Musikprojekte der transkulturellen Kinder- und Jugendbildung für Roma im Spannungsfeld von Empowerment und Othering

Untersucht wird, wie sich Teilhabeprozesse konkret gestalten und wie mit dem „konstitutiven Dilemma“ umgegangen werden kann, dass sich das Ziel kultureller Teilhabe auch in das Gegenteil verkehren und zu einer „inkludierende Exklusion“ führen kann.

Von Elke Josties, Marion Gerards (2020 / 2019)

Diversitätsbewusste Soziale Arbeit mit Musik in der (Welt-)Migrationsgesellschaft

Musik wird häufig unterstellt, soziale, politische, kulturelle und sprachliche Grenzen überwinden zu können. Dabei wird leicht übersehen: Musik kann ebenso gut kulturelle und soziale Distinktion markieren und Exklusion verstärken. Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für verantwortliche Akteur*innen? Was ist gemeint mit „diversitätsbewussten“ Ansätzen in der pädagogischen Arbeit mit Musik? Dies wird im Folgenden am Beispiel von Musik in der Sozialen Arbeit diskutiert.

Von Ernst Wagner (2020)

Diversitätsorientierte Kulturelle Bildung in internationaler Perspektive

Die 85-seitige Studie zu Diskursen, Modellen und Kompetenzen einer diversitätsorientierten Kulturellen Bildung in internationaler Perspektive ist ein Leitfaden zur inhaltlichen Orientierung und Entwicklung von Praxis. Erstellt im Auftrag des ifa – Institut für Auslandsbeziehungen 2018/19, gelingt es dem Autor, die Kluft zwischen reflektierter Praxis und aktueller Theoriebildung zu überbrücken und Chancen für die deutsche AKBP aufzuzeigen.