Stichwort:

Integration

7 Beiträge mit dem Stichwort

Von Jakob Johannes Koch (2018)

Kirchen und Kulturarbeit auf dem Land

In den ländlichen Räumen Deutschlands ist die Kirche seit mehr als 1200 Jahren Anstifterin wertebezogener Bildungsprozesse und -netzwerke. Mit ihren sozialen Strukturen wie Beratungsstellen, Kindergärten, Caritas-/Diakonie-Diensten, Verbänden und räumlichen Versammlungsmöglichkeiten bieten beide Kirchen, die katholische und die evangelische, auch ein infrastrukturelles Grundgerüst für musisch-ästhetische wie kulturell-bildende Aktivitäten. „Kulturdiakonie“ nennt die Kirche dieses Konzept. Kirchliche Kulturelle Bildung auf dem Land betreibt konzeptionell die Verbesserung von Fähigkeiten im Umgang mit Differenz. Sie übt mit den Menschen rationales Hinterfragen und argumentative Weiterentwicklung moralischer Intuition ebenso ein wie den Erwerb theologischer Kompetenz im Sinne eines „Glaubens, der die Vernunft befragt“; sie vollzieht sich aber auch im Austausch von Feiertraditionen, Bräuchen und non-formalen Überlieferungen. Dadurch schafft Kirche auf dem Land weltoffene Heimat.

Von Vanessa-Isabelle Reinwand-Weiss (2017)

Bei sich selbst anfangen... Kulturelle Bildungsarbeit vor dem Hintergrund von Flucht und Migration

Um angesichts einer immer diverser werdenden Gesellschaft weiterhin relevante Kulturarbeit zu leisten und mehr Teilhabe zu ermöglichen, muss bei den Strukturen der Kultureinrichtungen angesetzt werden. Der folgende Artikel plädiert für mehr Vertrauen in die Potenziale kultureller Bildungsprozesse und in die Wirkmacht diversitätssensibler Strukturen, entbindet damit aber keineswegs PolitikerInnen, KulturvermittlerInnen und Kulturschaffende von ihrer Verantwortung.

Von Karl Ermert (2016)

Kulturarbeit in Kinder- und Jugendchören und die Migrationsgesellschaft. Ein Thema und ein Projekt

Welche Bedeutung hat der gesellschaftspolitische Kontext „Migrationsgesellschaft“ für die Arbeit der Musikvermittlung in Kinder- und Jugendchören in Deutschland – und umgekehrt? Sind Menschen „mit Migrationshintergrund“ angemessen in deutschen Kinder- und Jugendchören repräsentiert? Der Artikel präsentiert den Ansatz und eine Ergebniszusammenfassung eines wissenschaftlichen Untersuchungs- und Diskursprojektes des Arbeitskreises Musik in der Jugend, das im Frühjahr 2016 abgeschlossen wurde.

Von Robert Hillmanns (2016)

Kulturarbeit mit Geflüchteten – kein flüchtiger Gegenstand

Für den Teil des Kulturbereichs, der sich dem Anspruch „Kultur für alle“ verschrieben hat, ist es nur folgerichtig, sich geflüchteter Menschen und ihrer Themen anzunehmen. Wie sonst sollte er Realitäten abbilden und gesellschaftlich relevant sein? Es werden viele weitere Flüchtlinge nach Deutschland kommen, um ihr Menschenrecht auf Asyl einzulösen. Sie gehören zu unserem Alltag. Nicht zuletzt deshalb sollten sie selbstverständlicher Teil einer soziokulturellen Arbeit sein.

Von Stephan Schmitz (2013 / 2012)

Musikalische Bildung in der Laienmusik

Rund 5.000.000 Aktive musizierten 2009/2010 in über 170.000 Ensembles des vokalen und instrumentalen Laienmusizierens (Deutsches Musikinformationszentrum 2010). Vor allem auf lokaler Ebene durchdringt das Laienmusizieren in seinen vielfältigen Erscheinungsformen zahlreiche Lebensbereiche. Damit bildet es einen wesentlichen Bestandteil nicht nur des Musiklebens in Deutschland, sondern auch dessen, was das soziale und kulturelle Leben in der Gesellschaft trägt und insgesamt ausmacht.

Von Wolfgang Schneider (2013 / 2012)

Kulturpolitik für Kulturelle Bildung

Kulturpolitik ist die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit der Kulturlandschaft und will Infrastrukturen schaffen, um Kultur zu ermöglichen. Kulturpolitik für Kulturelle Bildung will die Rahmenbedingungen dafür schaffen, erhalten und ausbauen, dass Bildung mit und durch Kunst und Kultur gelingen kann. Im politischen Mehrebenensystem der Bundesrepublik Deutschland betrifft das die Kommunalpolitik, die Politik der Länder und des Bundes, vor allem aber auch die Zivilgesellschaft und eher im geringeren Maße den Markt.

Von Bernd Wagner (2013 / 2012)

Von der Multikultur zur Diversity

Eine Gesellschaft, in der eine Vielzahl von Kulturen nebeneinander existieren, ist – rein be­grifflich – eine multikulturelle Gesellschaft. In diesem Verständnis sind auch alle ethnisch homogenen Gesellschaften – Benjamin Barber weist darauf hin, dass heute weniger als 10 % der Staaten homogen sind und sich wie Dänemark und Holland nicht weiter ethnisch untergliedern lassen (Barber 1999:18) – multikulturell, denn ab einer bestimmten Stufe ihrer Entwicklung bestehen dort immer mehrere Kulturen nebeneinander.