Stichwort:

Identität

7 Beiträge mit dem Stichwort

Von Stefan Weber (2016 / 2015)

Kulturelle Bildung in der Islamdebatte

In der Auseinandersetzung mit der islamisch geprägten Welt überwiegen vereinfachte, mit Religion assoziierte Wahrnehmungsmuster. Kulturelle Bildung kann hier ansetzen, da sowohl Islamfeindlichkeit als auch islamischer Extremismus ähnliche Antriebskräfte haben: kollektive Identitätsbildung durch Exklusion „anderer“ und Reduktion dieser „anderen“ und des „selbst“ auf vereinfachte, oft a-historische und der komplexen Lebenswirklichkeit nicht entsprechenden Ideal- oder Zerrbilder. Der vorliegende Beitrag umreißt zunächst die Prozesse der negativen Identitätsbildung. In zweiten Teil soll dann aufgezeigt werden, wie kulturelle Bildungsprojekte dem entgegenwirken können.

Von Dorothea Kolland (2015)

Diversity, Transkulturalität und Identität

Kulturelle Bildung in Deutschland, also einem Land, das dabei ist, sich mit seinem Status als Einwanderungsland zu arrangieren, muss ihre Aufgaben, ihre Praxis wie ihre gesellschaftspolitischen wie kulturellen Grundlagen im Rahmen der Migrationsgesellschaft bestimmen. Kultureller Bildung kommt eine wichtige Rolle zu im Rahmen der Identitätsfindung junger Menschen zwischen der Orientierung an Herkunftskulturen und postmigrantischer Zukunftsvision – z.B. zwischen Bağlama und Weltmusik-Rap, zwischen Diversität und Transkulturalität.

Von Hermann Glaser (2013 / 2012)

Erinnerungskultur und Denkmalpflege

Der Vorgang der Vergegenwärtigung von Vergangenem bedarf der Impulse. Diese sind oft „endogen“ (innen entstehend, von innen kommend); sie wirken zufällig, sind aber wohl ein Zu­-Fall; wir werden uns nur nicht bewusst, was das Erinnern in Gang gesetzt hat, warum wir aus unserem Gedächtnis etwas „hervorgeholt“ haben. Vielfach sind es auch von außen entste­hende, von außen eindringende, also „exogene“ Reize (Anreize), die Gespeichertes aktivieren.

Von Bernd Wagner (2013 / 2012)

Von der Multikultur zur Diversity

Eine Gesellschaft, in der eine Vielzahl von Kulturen nebeneinander existieren, ist – rein be­grifflich – eine multikulturelle Gesellschaft. In diesem Verständnis sind auch alle ethnisch homogenen Gesellschaften – Benjamin Barber weist darauf hin, dass heute weniger als 10 % der Staaten homogen sind und sich wie Dänemark und Holland nicht weiter ethnisch untergliedern lassen (Barber 1999:18) – multikulturell, denn ab einer bestimmten Stufe ihrer Entwicklung bestehen dort immer mehrere Kulturen nebeneinander.

Von Heiner Keupp (2013 / 2012)

Subjektgenese, Enkulturation und Identität

Die Frage der „Subjektgenese“ mit der „Enkulturation“ zu verknüpfen, macht schon deshalb Sinn, weil ein Subjektverständnis ohne die je spezifische Rahmung durch den kulturellen Kon­text gar nicht vorstellbar ist. Der Begriff „Subjekt“ setzt die einzelne Person in eine doppelte Relation zur sozialen Wirklichkeit und sieht diese zum einen als aktive Instanz der Erkenntnis und Praxis, die zielgerichtet auf die natürliche und soziale Umwelt einwirkt.

Von Petra Missomelius (2013 / 2012)

Digitale Medienkulturen

Im Zuge der Aneignung von Technologien verlieren diese ihren Werkzeugcharakter und wer­den zu untrennbaren Bestandteilen menschlicher Sozialisation und menschlichen Daseins schlechthin. Kontinuierlich prägen Prozesse des Wandels aktuelle digitale Medienkulturen. Neben ihrem transitorischen Charakter zeichnen sie sich durch Vorläufigkeit sowie wechselnde Inhalte und Nutzungsstrukturen aus. Darüber hinaus sind temporäre medientechnologische Kommunikationsformen, gesteigerte Komplexität sowie ein signifikanter Umgang mit privaten und öffentlichen Räumen für sie kennzeichnend.

Von Karsten Lichau, Christoph Wulf (2013 / 2012)

Arbeit am Sinn. Anthropologie der Sinne und Kulturelle Bildung

Die „Sinne als anthropologische Grundlage“ Kultureller Bildung zu begreifen, ist alles andere als selbstverständlich, sondern vielmehr selbst Ausdruck einer bestehenden Kultur, ihrer Wissenschaften und Praktiken: Denn lange Zeit galten im europäischen Denken die Sinne des Menschen als widerspenstiger Gegenpart, als das beunruhigende, ja gefährliche Andere von Kultur und Zivilisation. Von der griechischen Antike über Rationalismus und Aufklärung bis in die Spät­-Moderne des 20. Jh.s wiesen die anthropologisch-philosophischen sowie die kunst­- und kulturästheti­schen Disziplinen die Sinne zumeist den niederen menschlichen Vermögen zu oder erblickten in ihnen gar Feinde der Vernunft, die es zu bekämpfen und zu unterdrücken galt.