Stichwort:

Ästhetische Erfahrung

17 Beiträge mit dem Stichwort

Von Irena Müller-Brozovic (2017)

Musikvermittlung

Der Beitrag konturiert den Begriff, die Bedeutungen, Handlungsfelder und Entwicklungen von Musikvermittlung im außerschulischen Bereich. Einerseits werden verschiedene Aspekte von Musikvermittlung aufgefächert: Vermitteln als Disziplin des Dazwischens, Fokus auf Hören und ästhetische Erfahrung, die transformative Funktion, Verstehen und Nicht-Verstehen von Musik, Perspektivenwechsel, Verortung und AkteurInnen der Musikvermittlung. Andererseits werden Schnittmengen mit angrenzenden Disziplinen aufgezeigt: u.a. Schulmusik, Community Music, Audience Development, Kulturwissenschaft, Musikwissenschaft, Theaterwissenschaft. In seiner dichten Form und versehen mit zahlreichen Literaturhinweisen reiht der Artikel spezifische Thematiken von Musikvermittlung auf. Er möchte einen grundlegenden Überblick über die unterschiedlichsten Facetten von Musikvermittlung schaffen und zu einer weiteren theoretischen Fundierung von Musikvermittlung anregen.

Von Wolfgang Sting (2017)

Ästhetische Praxis des Theaters als Intervention, Partizipation oder einfach nur ästhetische Erfahrung?

Die Versprechen der kulturellen Bildung - Intervention, Partizipation oder auch Transformation - klingen mächtig, die Programmatiken vollmundig. Das müssen sie auch, denn nur so entfalten sie eine kulturpolitische Kraft. In der Betrachtung der konkreten ästhetischen Praxis ist ein differenzierterer Blick notwendig. Das Nachdenken des Autors richtet sich darauf, die Praxis der Theaterpädagogik nicht mit programmatischen Zielen zu überfrachten und die ästhetische Praxis nicht primär über „effects“, sondern über „affects“ in ihrer Bedeutung als ästhetisches Ereignis, zu fundieren. Die Trennung von hier Kunst und da Pädagogik hält Sting für nicht produktiv. In seinen Ausführungen wird das Potenzial der ästhetischen Praxis des Theaters als soziale, kollektive und performative Kunst herausgestellt.

Von Lisa Niederreiter (2017)

Überlegungen zum ästhetischen Medium als Lehr- und Forschungsmethode in psychoanalytischer Rahmung

Der Beitrag befasst sich mit ästhetischen Rezeptions- und Ausdrucksprozessen als Medium von Erkenntnis, (Selbst)-Bildung und Forschung. Dazu wird sowohl Grundsätzliches vorgestellt wie auch Konzepte ästhetischer/künstlerischer Forschung inklusive ihrer methodischen Anwendungsmöglichkeiten in der Lehre. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die psychoanalytische Rahmung und praktische Erläuterung ästhetischer Prozesse mithilfe ausgewählter Theoriebildung aus der tiefenpsychologischen Entwicklungslehre und Kreativitätsforschung.

Von Antje Klinge (2017 / 2016)

Kulturelle Schulentwicklung und Sport – eine unmögliche Allianz?!

Als Reaktion auf gesellschaftliche Entwicklungen hat die Kultusministerkonferenz in ihren Empfehlungen zur kulturellen Kinder- und Jugendbildung von 2013 Themen wie Ganztag, Kulturorte als Lernorte, Inklusion, Interkulturalität und Partizipation definiert, die stärker im Schulcurriculum verankert werden müssten. Als Querschnittsthema von Schule hebt sie dabei die Kulturelle Bildung besonders hervor. Was sich unter dem Sammelbegriff Kulturelle Bildung verbirgt, welche Herausforderungen und Potentiale für die (kulturelle) Schulentwicklung damit verbunden sind und welchen Beitrag das Fach Sport hier leisten kann, wird im vorliegenden Beitrag diskutiert. Dabei wird die Spezifik des Körper- und Bewegungsfaches auf drei Ebenen herausgearbeitet: als ästhetische Erfahrung, als kreatives Spiel und schließlich als symbolische Darstellung.

Von Sven Sauter, Susanne Quinten, Eva Krebber- Steinberger, Heike Schwiertz (2016 / 2015)

Im Zwischenraum: Kunst, Behinderung und Inklusion

Inklusion ist ein vielschichtiges Thema, das im Zuge der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention immer mehr gesellschaftlichen Transformations- und Reflexionsdruck erzeugt, auch und vor allem im Bereich von Kunst und Kultur. Behinderung, Kunst und Inklusion stehen jedoch in einem spannungsreichen Zusammenhang, denn die Verbindungen dazwischen lassen sich nur über ästhetische Erfahrungen reflektieren. Diskutiert werden in diesem Beitrag die Folgen und die Reichweiten von ästhetischen Erfahrungen in den künstlerischen Domänen von Musik, Tanz und Visual Arts, um die Möglichkeiten einer Bewusstseinsbildung hinsichtlich Behinderung und verkörperten Differenzen in den Blick zu nehmen.

Von Max Fuchs (2015)

Ästhetische Erfahrungen – Hinweise für den Umgang mit einem komplexen Begriff

Im Folgenden soll es nicht darum gehen, den Begriff der ästhetischen Erfahrung zu definieren oder ihn für einen pädagogischen Gebrauch nutzbar zu machen. Es sollen vielmehr einige Hinweise darauf gegeben werden, was bei einem Umgang mit diesem Begriff zu beachten ist und woran man denken sollte, wenn man Texte liest, die sich mit diesem Begriff befassen. Die Anregungen basieren auf Diskursen beim 3. Kubi-Online Symposium 2015.

Von Christian Rittelmeyer (2015)

Werke und Prozesse künstlerischer Bildung im Blick der Forschung: Über den methodologisch organisierten Verlust der „Objekte“ – und ihre Wiederentdeckung am Beispiel der Musik

Die Wirkungen der künstlerischen Bildung werden weltweit erforscht, wobei allerdings selten die konkreten Tätigkeiten in den Blick kommen – abstrakt ist häufig von „arts education“, „Drama Group“, „Einübung eines Musicals“ usw. die Rede. Man kann jedoch keine fundierten Forschungserkenntnisse gewinnen ohne eine genaue bildungstheoretisch orientierte Phänomenologie dessen, was unter dem Titel der künstlerischen Tätigkeiten tatsächlich passiert. Am Beispiel der Musik und unter Rückgriff auf Methoden der sprachanalytischen Ästhetik wird herausgearbeitet, wie eine solche bildungstheoretisch begründete Phänomenologie beschaffen sein könnte.

Von Romi Domkowsky (2014)

Theater mit den Jüngsten – zwischen Kunst und Frühpädagogik

Die gesteigerte Aufmerksamkeit für die frühkindliche Bildung rückt auch die Wichtigkeit der ästhetischen und Kulturellen Bildung für diese Altersgruppe in den Fokus. Kindertagesstätten kooperieren mit KünstlerInnen, um Ansätze ästhetischer und Kultureller Bildung in ihren Einrichtungen zu verankern. In dem Berliner Projekt „Große Sprünge“ des Theaters o.N. arbeiteten Theaterleute über ein halbes Jahr mit Zwei- bis Dreijährigen. Anschließend entwickelten sie aus ihren und den Erfahrungen der Kinder Performances für die Jüngsten. Die Kinder wurden zu TheatermacherInnen und ZuschauerInnen (vgl. Domkowsky 2014:35). Das Projekt wurde von Anfang an wissenschaftlich begleitet. Die intensive Zusammenarbeit mit den Kindern, KünstlerInnen und ErzieherInnen erlaubte es den Forscherinnen, unter der Fragestellung „Wie kann Theater mit den Jüngsten aussehen?“ Prozesse und Potentiale intensiv beobachten zu können (vgl. ebd.:10). Eine der wichtigsten Fragestellungen der Begleitforschung war, wie es den KünstlerInnen gelingt, Theatralität erfahrbar zu machen.

Von Saskia Bender (2014)

Zur Bedeutung ästhetischer Erfahrungen am Übergang vom Kindergarten in die Grundschule

Die spezifischen Möglichkeiten ästhetischer Erfahrungen im Rahmen institutioneller Lern- und Bildungsprozesse werden in diesem Beitrag am Übergang zwischen dem Kindergarten und der Elementarschule verortet. In einer heuristischen Annäherung wird jene Schnittstelle aus der Perspektive der frühkindlichen Bildung heraus betrachtet. In den Fokus rückt das frühpädagogische Konzept der „Reggio-Pädagogik“. Über die analytische Betrachtung eines Projektbeispiels aus der Praxis der „Reggio-Pädagogik“ kann herausgearbeitet werden, dass es sich bei den in diesem Ansatz angebahnten Erfahrungen um ästhetische Erfahrungen handelt, welche insbesondere für die Lebensphase, in der der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule bewältigt werden muss, bedeutsam sind.