Neue Förderrichtlinie zur „Kulturellen Bildung in ländlichen Räumen"

Land in Sicht?! Kulturelle Bildung in ländlichen Räumen

Der Diskurs um „Kulturelle Bildung in ländlichen Räume" auf KULTURELLE BILDUNG ONLINE bietet den Nutzer*innen der Wissensplattform ein Themenfeld mit über 20 neuen Fachbeiträgen. Autor*innen geben Einblick in Theorie und Praxis der Kulturarbeit auf dem Land, stellen Forschungsergebnisse vor, diskutieren Fördermöglichkeiten und Veränderungsbedarfe. Sie analysieren, beschreiben und reflektieren, wie es um Kunst, Kultur und Kulturelle Bildung für Menschen in Dörfern und Kleinstädten bestellt ist. Sie diskutieren, welche kulturellen Bildungspraxen gestärkt werden sollten, damit sich Zugänge verbessern und Kunst und Kultur jenseits der urbanen Zentren Raum bieten für Kommunikation, Auseinandersetzung, Persönlichkeitsentwicklung und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Die neue Förderrichtlinie des BMBF bietet Chancen, sich auf Transformationsprozesse in ländlichen Räumen zu fokussieren und kann zu Vertiefungen der Ausgestaltung von Kunst, Kultur und Bildung abseits der Metropolen beitragen.

„Richtlinie zur Förderung von Forschungsvorhaben zur kulturellen Bildung in ländlichen Räumen" (Bundesanzeiger vom 08.01.2019)

In der Richtlinie heißt es u.a. (Auszug):
„1.1 Förderziel und Zuwendungszweck

Kulturelle Bildung umfasst sowohl die eigene produktive und kreative Auseinandersetzung mit den Künsten als auch die aktive Rezeption von Kunst und Kultur. Dabei verbindet sie kognitive, emotionale und gestalterische Handlungsprozesse. Kulturelle Bildung vermittelt zum einen künstlerisch-kreative Fertigkeiten. Zum anderen ermöglicht sie Bildungserfahrungen in zahlreichen weiteren Bereichen, beispielsweise bezogen auf soziale und emotionale Aspekte. Auch stellt sie wichtige Ressourcen zur Reflexion gesellschaftlicher Herausforderungen bereit. Kulturelle Bildung ist damit ein wichtiger Bestandteil der allgemeinen Bildung und des lebenslangen Lernens.

Die kulturelle Bildung hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Insbesondere in Städten und strukturstarken Regionen, die über eine größere Dichte an Kulturinstitutionen wie z. B. Theater, Orchester und Museen verfügen, gibt es eine große Anzahl entsprechender Angebote der Kulturvermittlung. In ländlichen, peripheren Regionen sieht dies hingegen häufig anders aus. Zwar berücksichtigen Programme wie „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ die besonderen Bedingungen in ländlichen Räumen, doch ist weiterhin ein deutlicher Unterschied zwischen kulturellen Zentren und ländlichen Regionen feststellbar. Dieser Unterschied ist nicht auf die kulturelle Bildung beschränkt; die Ausprägung von regionalen Disparitäten wird für das Bildungssystem insgesamt im Bericht „Bildung in Deutschland 2018“ (wie schon im Bildungsbericht 2016) als eine zentrale Herausforderung für das deutsche Bildungssystem benannt.

Bildungspolitisch stellt sich vor diesem Hintergrund die Frage, welche Rolle kulturelle Bildung in ländlichen Räumen spielt und spielen kann sowie nach angemessenen Formen ihrer zukünftigen Ausgestaltung und Förderung. Um die für die Klärung dieser Fragen notwendige Forschung zu ermöglichen, fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Forschungsvorhaben. Die Förderrichtlinie für Forschungsvorhaben zur kulturellen Bildung in ländlichen Räumen erfolgt im Kontext des Rahmenprogramms Empirische Bildungsforschung (http://empirische-bildungsforschung-bmbf.de/).

2 Gegenstand der Förderung

Gefördert werden Vorhaben, die sich durch einen bildungswissenschaftlich fundierten und in den Diskursen kultureller Bildung verankerten Forschungsansatz auszeichnen und auf der Grundlage einschlägiger Theoriebildung die spezifische Situation in ländlichen Räumen mittels quantitativer und/oder qualitativer sozialwissenschaftlicher Methoden empirisch untersuchen. Interdisziplinäre Forschungsansätze (insbesondere aus den Bildungs-, Kultur-, Kunst-, Raum- und Sozialwissenschaften sowie der Humangeographie) sind besonders willkommen. Ausdrücklich begrüßt werden auch Projekte, die im Sinne einer community of practice bzw. research lokale Akteure einbinden. (...)

Geförderte Forschungsvorhaben sollen sich in folgenden Themenbereichen zur kulturellen Bildung verorten und Erkenntnisse zu einer oder mehreren der folgenden Fragen generieren:

  • Inhalte, Gegenstände und Vermittlung kultureller Bildung ...
  • Rahmenbedingungen ...
  • Gesellschaftliche Dimensionen ...

(...)

3 Zuwendungsempfänger

Antragsberechtigt sind staatliche und nicht staatliche Hochschulen sowie außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. Forschungseinrichtungen, die von Bund und/oder Ländern grundfinanziert werden, kann neben ihrer institutionellen Förderung nur unter bestimmten Voraussetzungen eine Projektförderung für ihre zusätzlichen projektbedingten Ausgaben beziehungsweise Kosten bewilligt werden. Bei nicht öffentlich grundfinanzierten Forschungseinrichtungen ist der Nachweis der vorrangigen Forschungstätigkeit in geeigneter Weise zu erbringen.

Anträge von Kooperationsverbünden (bereits bestehende oder sich für diese Aufgabe zusammenschließende Verbünde aus Hochschulen und/oder außeruniversitären Forschungseinrichtungen) sind ausdrücklich erwünscht.

Link zur Bekanntmachung/Richtlinie zur Förderung von Forschungsvorhaben zur kulturellen Bildung in ländlichen Räumen: https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung-2232.html

 

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Expert*innen in diesem Themenfeld sind herzlich eingeladen, sich an der weiteren Feldvermessung "Kultureller Bildung in ländlichen Räumen" auf kubi-online zu beteiligen. Gesucht werden Autor*innen, die den Wissenstransfer befördern und die Nutzer*innen von Kulturelle Bildung Online mit ihren Erfahrungen und Erkenntnisse anregen, sich mit Fragestellungen, Hindernissen und Entwicklungsmöglichkeiten von Kulturarbeit auf dem Land auseinanderzusetzen.
Voraussetzung für die Veröffentlichung eigener Fachtexte ist eine profunde Reflexion von Theorie-, Praxis- und Forschungsfragen über Künste, ästhetische Praxis, Bildung und Kultur. Aufgenommen werden können auch relevante Texte, die bereits anderenorts erschienen sind.

Kontakt:

Hildegard Bockhorst // Dr. Birgit Wolf // Redaktion Kulturelle Bildung Online // Fon: 0179/2051972 oder 030/64310756 // Mail: redaktion@kubi-online.de

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