Themenfeld:

Mensch und Bildung

Während in den Beiträgen des Themenfelds „Mensch und Kultur" Reflexionen zu Kultur als objektive Seite von Bildung im Mittelpunkt stehen, wird in den folgenden Beiträgen die Bildung als subjektive Seite von Kultur stärker in den Blick genommen und Kulturelle Bildung damit aus einer subjektzentrierten Perspektive betrachtet. Bildung bedeutet im Kon­text Ästhetischer Erziehung/Kultureller Bildung immer Selbstbildung durch Eigenaktivität, Reflexion und lebenslange aktive Auseinandersetzung des Individuums mit seiner kulturellen und sozialen Umwelt. Die nachfolgenden Beiträge reflektieren die Spezifika kultureller Bildungsprozesse und –praxen in den unterschiedlichen Kontexten formaler, non-formaler und informeller Bildung. Sie ermöglichen einen qualifizierten (wissenschaftlichen) Dialog über verwendete Begrifflichkeiten wie ästhetische Erfahrung, ästheti­sche Erziehung und Bildung, Kulturpädagogik und ästhetisch-­kulturelles Lernen; aber auch Themen wie Lebenskunst, Kompetenzerwerb und Schlüsselkompetenz werden zur Diskussion gestellt.

62 Beiträge im Themenfeld

Von Kristine Preuß, Fabian Hofmann (2019)

Der Erfahrung Raum geben: Vorschläge zur Theoriebildung in der Kunstvermittlung und Museumspädagogik

Kunstvermittlung sollte sich bildungstheoretisch verorten und stärker vom Begriff der Erfahrung ausgehen. Der Pragmatismus einerseits und die Phänomenologie andererseits werden als relevante Konzepte diskutiert, die den Begriff der Erfahrung neu fassen.

Von Benjamin Jörissen, Lisa Unterberg (2019 / 2017)

Digitale Kulturelle Bildung: Bildungstheoretische Gedanken zum Potenzial Kultureller Bildung in Zeiten der Digitalisierung

Die Herausforderungen Digitaler Kultureller Bildung in Hinsicht auf die Vermittlung ästhetischer Artikulationsformen als eine Grundlage kultureller Selbstverortung beschreibt dieser Beitrag im Kontext bildungstheoretischer Diskussionen.

Von Olaf-Axel Burow (2019 / 2011)

Mit kultureller Schulentwicklung zu mehr Bildungsgerechtigkeit: Theoretische Überlegungen und praktische Umsetzungen

Wenn man Bildungsgerechtigkeit erreichen will, reicht es nicht aus, wenn Schulen nur Wissen vermitteln. Schulen müssen sich verändern, die Rolle von Künsten stärken, praktische Lebenskunst vermitteln und Schüler*innen die Möglichkeit eröffnen, mit den Mitteln der Kulturellen Bildung kulturelles Kapital zu entwickeln.

Von Matthias Schlothfeldt (2019)

Kompositionspädagogik – Ein Überblick über ihre Bereiche sowie aktuelle Tätigkeiten und Entwicklungen

Das ebenso breite wie vielfältige Handlungsfeld der Kompositionspädagogik, in dem Komposition unterrichtet und im Unterricht komponiert, beides erforscht und darüber veröffentlicht wird, rückt als Teilbereich Kultureller Bildung zunehmend in den Fokus der (Musik-)Pädagogik.

Von Hans-Joachim Rieß (2019)

Zur Ideengeschichte der „Prinzipien Kultureller Bildung“ im Praxisfeld der öffentlichen Musikschule

Die „Prinzipien Kultureller Bildung“ stellen wesentliche Koordinaten für den gesellschaftlichen Auftrag der öffentlichen Musikschule dar. Hierbei geht es um eine fachlich fundierte Musikerziehung zur Ermöglichung von Persönlichkeitsbildung für alle, als Voraussetzung für eine ethisch ausgerichtete Gesellschaftsentwicklung.

Von Renate Müller (2019)

Identität und Musik

Identitätskonstruktion heute ist Identitätsarbeit. Identitätskonstruktionen mit Musik sind aktive und kreative Prozesse Kultureller Bildung – mehr als Identifikation mit Musikstars, als die Anpassung an den Musikgeschmack Gleichaltriger, als die Zugehörigkeitsdefinition zu einer Jugendkultur oder einer „Herkunftskultur“.

Von Anke Wischmann (2018)

Wessen (Kulturelle) Bildung zählt? Eine rassismuskritische Analyse ästhetischer Bildungstheorie am Beispiel Hegels

Der Bezug auf Hegel begründet sich daraus, dass er bis heute großen Einfluss auf (bildungs-)philosophische Diskurse nimmt und weil sich anhand seiner bildungs- und kulturtheoretischen Arbeiten rassistische Ideen sehr gut herausarbeiten lassen. Anhand zweier Beispiele kulturell-ästhetischer Erfahrungen Jugendlicher wird die Bedeutsamkeit der dem ästhetischen Bildungsdenken inhärenten Rassismen als bildungsrelevant herausgearbeitet.

Von Stefanie Kiwi Menrath (2018)

Vom Fake zur kollaborativen Imagination: Machtbeziehungen in Bildungsprojekten der Parafiktion

Schwindeln, Täuschen und Fingieren als Mittel Kultureller Bildung? Künstlerisch-aktivistische Strategien der Parafiktion spielen mit ihrem Publikum, üben Diskurs- und Institutionskritik und stellen Selbstverständlichkeiten in Frage. Dabei eröffnen sie auch Imaginationsräume dafür, wie die Welt anders sein könnte. Ihre Bildungspotentiale werden in diesem Artikel kritisch befragt.

Von André Schütte (2018)

Verwoben und ambivalent. Das Verhältnis von Bildung und Konsum in der Kultur der Moderne

Der vorliegende Beitrag interpretiert die geläufige Gegenüberstellung von Bildung und Konsum als strategisches Element im Ringen um soziokulturelle Deutungshoheit. Demgegenüber stellt er heraus, dass Bildungsprozesse im Sinne des Neuhumanismus den modernen Konsum vorbereiten, indem sie das sich bildende Subjekt mit den für das Konsumieren nötigen Dispositionen ausstatten.