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Forschung

Zahlreiche unterschiedliche Forschungsdisziplinen, Forschungsansätze und -methoden sind für die Forschung über die Nutzung und Qualität Kultureller Bildungsangebote von Bedeutung. Wissen und Erkenntnisse über historische und internationale Forschung, Begrifflichkeiten, Prozesse und Wirkungen Kultureller Bildung werden von den Autor*innen dargelegt, um die Praxis Kultureller Bildung zu verbessern. Die Beiträge ermöglichen eine Annäherung an das komplexe Forschungsfeld zu Künsten, Kultur und Bildung.

80 Beiträge im Themenfeld

Von Alicia de Banffy-Hall (2015)

Action Research as a method in researching community music

In diesem Artikel wird Aktionsforschung als Methode vorgestellt und erörtert, inwiefern sie zur Erforschung von Community Music hilfreich ist. Am Beispiel der Community Music Aktionsforschungsgruppe München (bestehend aus ProfessorInnen, AkteurInnen und VertreterInnen der Kulturverwaltung) wird die Methode der Aktionsforschung erläutert und ihre Prozesse, Leistungen, Herausforderungen und Grenzen für die Erforschung von Community Music reflektiert. Der Artikel zeigt, dass Aktionsforschung für Forschung im Feld Community Music für bestimmte Forschungsfragen, in denen es z.B. um die Erforschung von Interventionen und aktiv angeregten Entwicklungsprozessen in Gemeinden, Gruppen oder Organisationen geht, eine relevante und passende Forschungsmethode sein kann.

Von Juliane Steinmann (2015)

Gewünschte Fremdheit: KünstlerInnen in die Kita. >> Kinder, KünstlerInnen, ErzieherInnen und Eltern begegnen sich beim Berliner Projekt TUKI – Theater und Kita

Kinder, KünstlerInnen und ErzieherInnen begegnen sich beim Berliner Projekt TUKI – Theater und Kita: Die interprofessionelle Konstellation bietet Herausforderungen und Entwicklungspotentiale auf verschiedenen Ebenen. Es wird untersucht, inwieweit die beteiligten Erwachsenen für ihre professionelle Entwicklung profitieren: Welche Erkenntnisse und Erfahrungen ergeben sich durch die Zusammenarbeit? Zweitens wird die unmittelbare Begegnung der Kinder mit den KünstlerInnen angeschaut. Neben den expliziten Angeboten interessieren hier die inzidentellen Lernmomente, die insbesondere durch überraschende Reibungen entstehen können. Im Weiteren wird der Frage gefolgt, ob sich das Kunsterleben durch die Person einer Künstlerin oder eines Künstlers anders gestaltet, als wenn die vertrauten Erziehungs- und Bezugspersonen Theatereinheiten anleiten. Die zugrunde liegenden Menschenbilder und das vorherrschende Kunst- und Theaterverständnis der Beteiligten werden an Beispielen aus dem Projekt TUKI beschrieben.

Von Rolf Witte (2015)

Kulturelle Bildungsangebote für Familien: Potentiale nutzen und Qualität entwickeln

Eine europäische Lernpartnerschaft mit Partnern aus Österreich, Slowenien, Spanien und Deutschland hat sich mit der europaweit vernachlässigten Frage der kulturellen Bildungsangebote für Familien beschäftigt. Praxisbeispiele und Konzepte wurden in verschiedenen europäischen Städten besucht und analysiert, und daraus eine Liste von Qualitätskriterien sowie Fragestellungen zur Selbstreflektion für Akteure aus dem Bereich der Kulturellen Bildung entwickelt. Die Lernpartnerschaft wurde von der EU-Kommission finanziell unterstützt und die Ergebnisse wurden in englischer Sprache europaweit zur Nutzung und Weiterentwicklung zur Verfügung gestellt.

Von Hanne Seitz (2015 / 2012)

Performative Research

Mit performative research wird im Folgenden ein Forschungsansatz dargelegt, der seine Herkunft der sogenannten performativen Wende in den Geistes- und Sozialwissenschaften verdankt und vor dem Hintergrund einer Kunstpraxis entstanden ist, die sich als artistic research gegenüber den Wissenschaften zu behaupten sucht und als practice-led research innerhalb der empirischen Sozialforschung inzwischen sogar einen eigenständigen Status beansprucht. Eine mögliche Praxis von performative research wird abschließend am Beispiel eines Forschungsworkshops mit Jugendlichen vorgestellt, der zwei Jahre nach Beendigung einer sogenannten Qualifizierungsmaßnahme die Nachhaltigkeit künstlerisch-ästhetischer Praxis mit just ihren eigenen Mitteln untersucht und die AdressatInnen zu ExpertInnen, zu ForscherInnen in eigener Sache gemacht hat.

Von Nana Eger (2015)

What works? Arbeitsprinzipien zum Gelingen kultureller Bildungsangebote an der Schnittstelle von Kunst und Schule

Fragen zur Qualität kultureller Bildungsangebote sind angesichts der Vielfalt der Programme und der Forderung, Kulturelle Bildung als selbstverständlichen Bestandteil von allgemeiner Bildung zu implementieren, hochaktuell. In diesem Artikel werden Arbeitsprinzipien vorgestellt, die das Gelingen des künstlerischen Bildungsgeschehens maßgeblich unterstützen und ein Ausgangspunkt sein können, um sich an der Schnittstelle von Kunst und Bildung über Professionsgrenzen hinweg über Qualitäten Kultureller Bildung zu verständigen bzw. diese weiterzuentwickeln. Grundlage hierfür war der Vergleich dreier internationaler Good Practise Ansätze aus Finnland, England und den USA.

Von Susanne Keuchel (2015)

Das 1. InterKulturBarometer – Zentrale Ergebnisse zum Thema Kunst, Kultur und Migration

Das 1. InterKulturBarometer basiert auf einem multimethodischen Ansatz: In einer quantitativen Erhebung wurden im Rahmen einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage innerhalb einer geschichteten Stichprobe 2.800 Personen, darunter 1.637 Personen mit Migrationshintergrund, persönlich befragt. In einer qualitativen Erhebung wurden 60 Interviews zur Vertiefung und Lokalisierung der Themeninhalte durchgeführt. Ziel des 1. InterKulturBarometers war es, erstmals verlässliche Zahlen über die kulturellen und künstlerischen Prozesse einer Einwanderungsgesellschaft sowie die kulturelle Partizipation und Identität der Menschen mit und ohne Zuwanderungsgeschichte unter besonderer Berücksichtigung des Faktors Migration zu liefern.

Von Daniel Schönherr, Florian Oberhuber (2015)

Kulturelle Beteiligung – Studie über die Nutzung kultureller Angebote der Stadt Wien gibt exemplarisch Aufschluss über förderliche und hemmende Faktoren kultureller Teilhabe

Wer nutzt welche kulturellen Angebote der Stadt Wien, und was sind die förderlichen und hemmenden Faktoren für kulturelle Beteiligung? Erstmals liefert eine vom österreichischen Sozialforschungsinstitut SORA (http://www.sora.at) im Auftrag der Kulturabteilung der Stadt Wien durchgeführte Studie einen Überblick über die konkrete Nutzung des kulturellen Angebots in Wien sowie über gruppenspezifische Unterschiede in der kulturellen Teilhabe.

Von Verena Freytag (2015)

„Über die Köpfe“ – Vom Scheitern eines Tanzprojektes an Schulen. Eine Fallstudie aus Lehrerinnenperspektive

Tanzprojekte, in denen Schulen mit TänzerInnen oder ChoreographInnen kooperieren, bereichern momentan das Schulleben. Für die SchülerInnen ergeben sich hierdurch neue Möglichkeiten ästhetische Praxis kennen zu lernen und ästhetische Erfahrungen zu sammeln. Trotzdem sind entsprechende Kooperationsprojekte nicht nur dadurch, dass sie stattfinden, erfolgreich und schon lange keine Selbstläufer. Unterschiedliche Perspektiven und Ziele der beteiligten AkteurInnen können zu Problemen führen. LehrerInnen haben andere Erwartungen an ein Tanzprojekt als die beteiligten SchülerInnen, ChoreographInnen oder Eltern. Der folgende Beitrag beschäftigt sich mit dieser Schnittstelle und analysiert Gründe des Scheiterns eines Tanzprojekts aus Lehrerinnenperspektive.

Von Christian Rittelmeyer (2015)

Werke und Prozesse künstlerischer Bildung im Blick der Forschung: Über den methodologisch organisierten Verlust der „Objekte“ – und ihre Wiederentdeckung am Beispiel der Musik

Die Wirkungen der künstlerischen Bildung werden weltweit erforscht, wobei allerdings selten die konkreten Tätigkeiten in den Blick kommen – abstrakt ist häufig von „arts education“, „Drama Group“, „Einübung eines Musicals“ usw. die Rede. Man kann jedoch keine fundierten Forschungserkenntnisse gewinnen ohne eine genaue bildungstheoretisch orientierte Phänomenologie dessen, was unter dem Titel der künstlerischen Tätigkeiten tatsächlich passiert. Am Beispiel der Musik und unter Rückgriff auf Methoden der sprachanalytischen Ästhetik wird herausgearbeitet, wie eine solche bildungstheoretisch begründete Phänomenologie beschaffen sein könnte.

Von Vanessa-Isabelle Reinwand-Weiss (2015)

Wirkungsnachweise in der Kulturellen Bildung: Möglich, umstritten, vergeblich, nötig?

Immer wieder wird, gerade im öffentlichen Diskurs um Kulturelle Bildung, nach Wirkungsnachweisen gefragt. In den letzten 15 Jahren sind mehr und mehr öffentliche Mittel in kulturelle Bildungsmaßnahmen geflossen. Ein Beispiel ist das bundesweite Programm „Kultur macht stark“ des Bundesbildungsministeriums, in das seit 2013 rund 230 Mio. EUR investiert werden. Zu Recht wird bei diesen Summen nach Wirkungsnachweisen verlangt, die allerdings selten konkreter spezifiziert werden. Was ist eigentlich mit Wirkungsnachweisen gemeint? Der folgende Artikel widmet sich dieser Frage und versucht eine Definition.