Kulturelle Bildung unter den Bedingungen des Anthropozäns. Neue Perspektiven auf das Zusammenleben menschlicher und nicht-menschlicher Wesen

Artikel-Metadaten

von David Adler

Erscheinungsjahr: 2025

Peer Reviewed

Abstract

Mit dem Anthropozän kommt der Mensch auf die Bühne des Erdgeschehens: Nicht mehr nur Naturgesetze bestimmen die Natur, schon immer und seit Mitte des 20. Jahrhunderts stärker werdend ist es auch Kultur, die unsere Erde maßgeblich formt. Damit gerät die tief im Denken verwurzelte Trennung von Kultur und Natur samt der entsprechenden Ausrichtung der Wissenschaften ins Wanken. Wenngleich der Begriff in der Geologie (abgerufen am 20. Juli 2025) als Bezeichnung des gegenwärtigen Menschheitszeitalters verworfen wurde, wird das Konzept weiterhin in Natur- und Geisteswissenschaften, Literatur, Kunst und Politik diskutiert. Kernidee des Anthropozäns ist die Aufforderung zu einem Wandel im Handeln in Richtung auf eine „ganzheitliche Mensch-Umwelt-Beziehung“ (Gavranic / Ziese 2021). Dafür aber reichen die Daten der Wissenschaften nicht aus, die oft mehr Ohnmacht und Schuldgefühle als Aktivismus stiften. Zudem hilft die Darstellung globaler Auswirkungen wenig, diese konkret vor Ort greifbar zu machen. Für eine neue Praxis ist vielmehr der Blick auf regional unterschiedliche Auswirkungen sowie Lösungen vonnöten.

Künste und Kulturelle Bildung können neue Zugänge zum Anthropozän schaffen. Mit ihren vielfältigen kreativen Formen vermitteln sie das Bild des neuen Erdzeitalters und ergänzen die wissenschaftliche Darstellung. Sie richten ihren Blick lokal und situativ auf diverse regionale Auswirkungen, aber auch auf neue, überraschend lebensspendende Konstellationen. Sie können die Bewohner*innen ländlicher Räume empowern und nicht zuletzt zur Einübung neuer Praktiken einladen, die den zerstörerischen Effekten global standardisierter kapitalistischer (Land-)Wirtschaft entgegenwirken. Kulturelle Bildung kann eine Schule für Gestaltungsmöglichkeiten in einem umfassenden Sinne bilden und auf einen Wandel von Kultur als „particular way of life“ (Williams 1985:90) in der Ausgestaltung des Zusammenlebens mit nicht-menschlichen Wesen hinwirken.

Das Anthropozän und die Allgegenwart prekärer Naturen

Ich beginne mit einem persönlichen Erlebnis im Naturschutzgebiet Südhang Ettersberg bei Weimar. Viele Rahmenbedingungen entstammen der vormaligen militärischen Nutzung zwischen 1935 und 1992. Ein Großteil der Fläche wurde bis zum Abzug der zuletzt russischen Truppen durch Panzer verdichtet und erhielt auch in Folge von Schießübungen mit Mörsergranaten ihre waldfreie Prägung, was sie als Biotop so bedeutsam macht. Deshalb versucht der NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V., diese anthropogenen Bedingungen zu erhalten. Heute bleibt die ausgedehnte Wiesenlandschaft in Zusammenarbeit mit einem lokalen Schäfer durch das Halten von Schafherden bestehen. Ohne diesen fortgeführten Eingriff würden Eidechsen und Orchideen wieder verschwinden. Ohne menschliche Pflege fänden auch die Fledermäuse in den alten Bunkern auf dem Gelände kein geeignetes Ökosystem mehr. Nach Abzug der russischen Soldaten und einer kurzen Episode als illegaler Technoclub erhält der NABU, unter anderem aus EU-Mitteln gefördert, diese menschlichen Artefakte und die Fledermäuse halten sich am liebsten zwischen der inneren (von der Wehrmacht) und der äußeren (von Russland) gebauten Wand auf. Weiterhin haben russische Soldaten zur Selbstversorgung eine Obstplantage angelegt, die als heutiges Insektenparadies geschützt ist. Sie liegt in direkter Nachbarschaft einer von Goethe projektierten Kastanienallee zwischen Weimar und der nahegelegenen Ettersburg, sowie der heutigen Gedenkstätte Konzentrationslager Buchenwald.

Der Südhang Ettersberg ist ein Beispiel für eine stark von Menschen geprägte Umwelt als Schauplatz von Natur und Kultur im Anthropozän. Das Naturschutzgebiet steht aber auch für ein anthropogenes Umfeld, in dem die Akteur*innen des NABU menschliche ebenso wie nicht-menschliche Wesen ernst nehmen: Schäfer*innen ebenso wie die Eidechse, Artefakte deutscher und russischer Soldaten genauso wie den Tümpel, in dem Molche leben. War diese Landschaft in den 1940er Jahren durch menschliches Leid und einen darauffolgenden starken Eingriff in die Natur geprägt, hat sich hier seit den 1990er Jahren eine Landschaft herausgebildet, in der sich ein „sympoietisches“ (Haraway 2016:58) Miteinander von Mensch und Natur realisiert hat. Erst ihre Verbindungen und ihre gemeinsame Geschichte sind es, die Leben ermöglichen. Wurden die Umweltbedingungen ursprünglich ohne Intention als Nebenprodukt zielgerichteten menschlichen Handelns hervorgebracht, werden sie heute als Lebensraumspender durch menschlichen Eingriff erhalten.

Der Fokus auf diesen überraschenden Verbindungen, die der Existenz der verbundenen Lebewesen vorausgehen (Haraway 2016:64), widerspricht der klaren Trennung von Kultur und Natur, wie sie üblichen Bewertungen der nicht-menschlichen Umwelt zu Grunde liegt. Laut einer 2007 in den USA durchgeführten Untersuchung zum Begriff der „Natürlichkeit“ in der Nationalparkpflege sind dort folgende Aspekte nach wie vor maßgeblich: „Not affected by humans, Not controlled by humans, Stable, self-regulating, and equilibrial, High degree of historical fidelity“ (Cole 2008:38). Diese „erbauliche“ Traumvorstellung einer menschenfreien, bildhaften Idealnatur war nicht nur für mehr als zwei Jahrhunderte der Landschaftsmalerei und Gartenkunst maßgeblich (Buttlar 1989:14). Zu Bildern geronnene, musealisierte (Kultur-)Landschaft ist vielmehr die Blaupause für unser Denken über Natur (Adler 2023:272), verstellt damit den Blick auf Realitäten, die diese klaren Grenzen längst schon verwischt haben und steht Handlungsoptionen im Weg. So brauchte es ein paar Jahrhunderte, bis Wissenschaftler*innen die Bedeutung von Interdependenzen zwischen Mensch und Natur sowie von Störungen erkannten (Ellis 2018:110), zum Beispiel für das Überleben bestimmter Kiefernarten das Vorhandensein regelmäßiger Waldbrände (Reice 2003:77). Der Ausschluss von Störungen war und ist hingegen weniger „natürlich“ als vielmehr opportun für kapitalistische und koloniale Produktionsweisen. Zu diesen gehören wenig beachtete Nebeneffekte wie das Gedeihen des Matsutake-Pilzes in nordamerikanischen Wäldern. Diese Delikatesse in Japan lässt sich nicht „kontrolliert“ züchten, wächst aber weltweit bevorzugt in durch menschliche Eingriffe geprägten Wäldern in Symbiose mit Kiefernarten, die ihren optimalen Lebensraum nur durch eine starke Reduktion von Waldbränden erhalten (Tsing 2015:40,50). Die normierte Ausrichtung von Land- und Forstwirtschaft ist aber auch verantwortlich für eine große Zahl an destruktiven „Begleiterscheinungen“ wie schädlichen Pilzen, invasiven Arten und Krankheitserregern (Tsing 2024:104).

Die Akteur*innen des NABU in Weimar gehen von der lokalen Realität dessen aus, was die Anthropologin Anna Lowenhaupt Tsing „precarity“ nennt: „(M)ost of the time we imagine such precarity to be an exception to how the world works. It's what ‘drops out’ from the system. What if, as I'm suggesting, precarity is the condition of our time - or, to put it another way, what if our time is ripe for sensing precarity?” (Tsing 2015:20). Mit der Wahrnehmung dieser Prekarität fängt nicht nur politische Ökologie an, sondern sollte meines Erachtens auch eine zeitgemäße Kulturelle Bildung beginnen, die sich dem Anthropozän widmet. Vor dem Hintergrund der Vorstellung einer „Natur“ als menschfreier, bildhafter Traumvorstellung ist zu Kultureller Bildung mit Bruno Latour zu sagen: „(M)it der Natur hat sie nichts zu schaffen" (Latour 2010:13).

Kulturelle Bildung für lokale Perspektiven auf das Anthropozän

Vor dem Anthropozän galt Natur als etwas, das uns Menschen unverbunden gegenübersteht. Sie war Anti-Kultur: „(W)ir Alle erkennen mit Goethe in der Natur das grosse Mittel der Beschwichtigung für die moderne Seele, wir hören den Pendelschlag der grössten Uhr mit einer Sehnsucht nach Ruhe, nach Heimisch- und Stillewerden an, als ob wir dieses Gleichmaass in uns hineintrinken und dadurch zum Genuss unser selbst erst kommen könnten“ (Nietzsche 1878/1999:113). Für Friedrich Schiller und viele seiner Zeitgenoss*innen war Natur gleichzeitig Vorbild dafür, wo Kultur sich hin entwickeln sollte (Schiller 1795/2002:8-9). Ihr wurde keine Geschichte zugeschrieben. Natur und Landschaft blieben etwas, auf das wir mit ästhetischem Blick schauen, aber nicht darin leben (Cresswell 2015:29). Das ist keine kleine Hypothek für den Blick auf prekäre Kultur-Natur-Vermischungen und die Entwicklung ökologischer Handlungsoptionen. Sie bestimmt meiner Erfahrung nach allerdings immer noch viele künstlerische Auseinandersetzungen mit dem Anthropozän. Formuliert vor dem Hintergrund einer naiven Naturvorstellung als Garten Eden, sagen sie eindimensional: Schaut her, es ist sowieso zu spät und es gibt nur noch die Reduktion des „an sich“ schlechten menschlichen Einflusses auf ein Minimum, um die – trotz aller Mühe! – unwiederbringliche schöne Wildnis des Gartens Eden nicht vollkommen zu zerstören. In dieser Weise widmeten sich etwa beim Artist Battle 2023 des Salve e.V. (abgerufen am 15. August 2025) im mecklenburgischen Brüel rund ein Dutzend Künstler*innen dem Thema. Waren sie eindeutig dem Thema Anthropozän zuzuordnen, sind bei dieser Freiluftausstellung wenig differenzierte künstlerische Werke entstanden. Während es geboten scheint, mit Kultureller Bildung auf die Änderung gesellschaftlicher Muster und eine „ganzheitliche Mensch-Umwelt-Beziehung“ hinzuwirken (Gavranic / Ziese 2021), wiederholte der Großteil der Beiträge alte Prägungen und mahnte die Einhaltung einer sauberen Trennung von Kultur und Natur an. Liest man solche Werke im Sinne der dritten Bedeutung des Begriffs Kultur laut Raymond Williams, nach der Kultur künstlerische sowie intellektuelle Praktiken und Werke bezeichnet (Williams 1985:90), müssen sie Kopfzerbrechen bereiten: Ist das Kunst, die um der „Natur“ willen für ihre eigene Abschaffung eintritt?      

Analog zum Grundtenor ökologischer Literatur waren die künstlerischen Aussagen Schuld induzierende Sermone (Morton 2018:4). Lorraine Daston konstatiert, dass auch Naturkatastrophen meist Schuldgefühle hervorrufen (Daston 2019:20). Das führt meist zu nichts mehr als untätiger Ohnmacht. Dabei sind die meisten umweltschädlichen Folgen menschlichen Handelns ungewollt entstanden (Morton 2018:16). Letztlich vermittelt eine solche Kunst „Natur schützende“ Menschenfeindlichkeit, wie sie uns von der Geografie (Kangler 2009:274) bis zur Antiimmigrationspolitik („anti-immigrant politics“, Hultgren 2025) begegnet, eine versteckte Abwertung von Kultur und somit ihres eigenen Feldes. Anthropozän bedeutet jedoch nicht, dass wir zu Menschenhassern werden müssen. Es bedeutet zunächst, unsere Eingebundenheit in eine Biosphäre zu erkennen, die wir mit allen anderen auf der Erde und damit auch mit nicht-menschlichen Wesen teilen (Morton 2018:61). Wie die Ökonom*innen vom Verständnis des Mikrokosmos Familienhaushalt im oikos auf den Makrokosmos eines Firmen- oder Staatshaushaltes schlossen, so war es Ernst Haeckels Annahme bei der Wortschöpfung „Oecologie“, dass lebende Organismen einen haushaltsähnlichen Verbund bilden (Worster 1995:192). Mit dem Anthropozän sollte die Frage in den Vordergrund treten, wie eine Welt aussehen kann, in der Ökonomie und Ökologie zusammengedacht sind und von einem „Welthaushalt“ mit menschlichen und nicht-menschlichen Bewohner*innen ausgegangen wird. Denn der eigentliche Imperativ des Anthropozäns ist, für eine bessere Welt ins Handeln zu kommen (Ellis 2018:143) – auch mit den Mitteln von Kunst und Kultureller Bildung.

Die Allgegenwart des Grenzen zwischen den Welten verwischenden Miteinanders zu denken, fällt uns mit unseren unvollkommenen Begriffen schwer. „Wer im Winter ein Paket Tausalz auf‘s Trottoir streut, tötet zwar die Straßenbäume, handelt aber gleichwohl »ökologisch«, denn es ist ein ökologischer Vorgang, wenn ein Biotop durch irgendwelche und irgendwessen Einflüsse für die dort heimischen Lebewesen unbewohnbar wird, so daß sie absterben oder auswandern und das Terrain jenen überlassen, die auch unter den neuen Bedingungen zurechtkommen“ (Dahl 1995:68). Sicherlich stimmt, dass Natur in stetigem Wandel begriffen ist und Störungen normal sind (Reice 2003:3), wobei jede Spezies durch das Schaffen eines für sie geeigneten Lebensraums den der anderen beeinflusst (Tsing 2015:22). Aber bis wohin ist menschliches Handeln für einen geeigneten eigenen Lebensraum eine akzeptable Störung und ab wann ein schädlicher Eingriff? Genauso richtig ist nämlich auch die für die Diskussion um das Anthropozän grundlegende Erkenntnis, dass menschenverursachte Störungen seit 1945 eine neue Dimension erhalten haben, weshalb die Phase seit Ende des 2. Weltkriegs als „Great Acceleration“ bezeichnet wird (Ellis 2018:53).

Wie geeignet sind die Wissenschaften, um einen ökologischen Wandel im Denken und Tun herbeizuführen? Mit dem Anthropozän kommen die Menschen erstmals auf die Bühne – als die, die den Planeten maßgeblich formen (Ellis 2018: 6). Diese Perspektive stellt die gewohnte Trennung von Natur- und Geisteswissenschaften in Frage. Gleichzeitig gerät in den Blick, dass „Natur“ etwas ist, was nur durch die (Natur)Wissenschaften erkannt bzw. übersetzt wird. Da diese wiederum ein zentraler Bestandteil von Kultur sind, lassen sich Kultur und Natur grundsätzlich nur zusammenhängend betrachten (Latour 2011:12). Wissenschaftliches Wissen über die anthropogenen Veränderungen der Natur wird überwiegend in Form quantitativer „Daten“ vermittelt. Sie sind wenig greifbar, wir „spüren“ ihre Präsenz im Alltag nicht; noch dazu werden sie uns in der Form eines „Data Dumps“ in geballter Form dargereicht, die eher zu Ohnmacht als Aktivismus führen (Morton 2018:20f.). Das „große Ganze“ bleibt ungreifbar und fern (Tsing et al. 2024:32), außerdem liegt – in Daten gemessen – der Einfluss individuellen Handelns zum Beispiel auf den Klimawandel bei nahezu Null. Manche Autor*innen haben deshalb vorgeschlagen, die Metaphern, von denen es in allen wissenschaftlichen Texten wimmelt, für ökologischen Wandel einzusetzen. Metaphern ziehen ihre kommunikative Kraft durch ihre Bindung an das Alltagsleben – warum deshalb nicht die Metaphorik gezielt für den Aktivismus für Klimaschutz steuern (Larson 2011)?

Man könnte einwenden: Metaphern sind unscharf und warum all die wissenschaftlichen „Fakten“ außer Acht lassen? Erstens, weil Fakten kein Handeln nach sich ziehen (Morton 2018:8). Zweitens lassen ungreifbare „Hyperobjekte“ wie die Biosphäre (Ellis 2018) die Relevanz und den Blick auf lokale Konstellationen in den Schatten treten – also den Ort realen Handelns. Drittens erwecken wissenschaftliche Daten schnell den Eindruck der absoluten Verbindlichkeit und Endgültigkeit, während doch die Beschreibung der Realität ebenso wie die Lösungen ihrer Probleme einen nicht abgeschlossenen Prozess darstellen (Ellis 2018:160). Viertens suggerieren sie die (kapitalistische) Kontrollierbarkeit aller Weltzusammenhänge. Für Nebeneffekte schädlichen oder gelingenden Lebens in kapitalistischen Ruinen (Tsing 2015:20) wie am Südhang Ettersberg ist da kein Platz. Die Vorstellung der Kontrollierbarkeit führt letztlich dazu, dass alles so bleibt, wie es ist. Denn sie trägt zur Illusion bei, dass sich die unerwünschten Nebeneffekte unseres (Land-)Wirtschaftssystems ausschließen lassen, wenn wir nur noch disziplinierter agieren. Dass wir so weiter machen können, wie bisher, nur besser darin werden müssen, kontrollierender. Dass am Ende – wieder – eine von Menschen unbefleckte Natur möglich ist (Ellis 2018:28). Doch die Realität der Kultur-Natur-Verbindungen ist prekär und es sind gerade die nicht-kontrollierbaren, unintendierten Nebenprodukte des herkömmlichen (Land-)Wirtschaftens, durch die auch für Menschen unerwünschte Effekte entstehen. Gerade die am unaufhaltsamsten sich vermehrenden invasiven Arten oder Schädlinge sind Auswirkungen zentral gesteuerter, standardisierter menschlicher Infrastrukturen. Zum Beispiel gedeihen in den genormten Umwelten großer Monokulturen am besten der für Kaffeepflanzen schädliche Rostpilz und der Baumwollkapselkäfer, der bis zu den 1920ern die Baumwollindustrie der USA zum Erliegen brachte. In den Kanälen mit kontrollierter Fließgeschwindigkeit wuchert die Wasserhyazinthe rasend schnell und würde etwa den Panamakanal in drei bis fünf Jahren unschiffbar machen, wenn man sie nicht permanent bekämpfte (Tsing et al. 2024:72,44,138,152-153).

Für den wachen Blick auf lokale Besonderheiten bedarf es mehr Perspektiven als der wissenschaftlichen (Tsing et al. 2024:197). Meines Erachtens ist das Wiedererlernen der Wahrnehmung realer, teilweiser prekärer lokaler Ökosysteme, die Entdeckung ihrer Vielfalt trotz menschlicher Eingriffe, ein geeignetes Feld für die Künste und die Kulturelle Bildung. Sie haben hier entscheidende Vorzüge gegenüber einer allein wissenschaftlichen Betrachtung und können sie durch den Fokus auf Lokalität und Praxis wertvoll ergänzen. Klimawissenschaft schafft „Hyperobjekte“ (Ellis 2018), die wegen ihrer Nichtgreifbarkeit eher geeignet sind, den Weg zu Handlungsmöglichkeiten zu versperren. Mit künstlerischen Artikulationen kann das Anthropozän in die Nähe alltäglicher Praxis, das Globale in seinen diversen regionalen Ausprägungen näher an Kultur gerückt und somit mit größerer Wahrscheinlichkeit eine Inspiration für das Handeln werden. Die Stärke kultureller Bildungsansätze liegt hierbei darin, dass sie „Zwischenräume, Ambivalenzen und Brüche in den individuellen und kollektiv geteilten Erfahrungen sichtbar und mitteilbar machen können, ohne in bestimmte (politische) Positionierungen, (wissenschaftliche) Abstraktionen oder Identitätszuschreibungen münden zu müssen“ (Beetz / Jacob 2022:249).

Die „Künste der Wahrnehmung“

Der Ursprung des Begriffs Kultur Iiegt in der Landwirtschaft. Insofern ist es bezeichnend, dass die allermeisten unserer heutigen Probleme mit dem ländlichen Raum zu tun haben. Nicht die Städte, sondern die viel zu oft zu „Gärten der Metropolen“ (abgerufen am 12.08.2025) degradierten Gebiete bilden heute die Orte erneuerbarer Energietechnologien, des Nebeneinanders von extensiven und ökologischen landwirtschaftlichen Produktionsweisen, den Bereich des Lackmustests für funktionierende Mobilität und die Gebiete der meisten nationalen Grenzen mit ihren Konflikten der Migration - allesamt herausfordernde Felder im Zusammenhang des Anthropozäns. Ob in Landwirtschaft oder Migration – aus den lokalen Verhältnissen übergestülpten, „kopierbaren“ Verhältnissen resultieren zahlreiche schädliche Nebeneffekte menschlicher Kulturtätigkeit, die letztlich die Funktionsweise der Infrastrukturen stark beeinträchtigen (siehe oben). Standardisierung hat als Erfolgsgarant für den Fortschritt ausgedient (Tsing et al. 2024:72).

Mit Anna Lowenhaupt Tsing können die Künste helfen, „Arts of Noticing“ zu entwickeln. Diese helfen, anthropogene Probleme nicht nur zu illustrieren, sondern zu konkretisieren und zu konzeptualisieren sowie die zerstörerischen Einflüsse des Anthropozäns zu begrenzen (Tsing et al. 2024:7,146). Kulturelle Bildung kann den Blick auf die lokal unterschiedlichen Ausformungen des Anthropozäns im Erfahrungsraum der Künste eröffnen und Menschen zum künstlerischen Storytelling einladen, um eine Vielstimmigkeit in dessen Darstellung zu erreichen (Tsing et al. 2024:219). Damit sorgt sie für eine Verbreiterung des Bildes der schädlichen, aber auch der lebensraumspendenden Verwicklungen von Mensch und Natur. Außerdem stärkt sie die Perspektiven des ländlichen Raumes, in dem die Auswirkungen des Anthropozäns oft am stärksten spürbar sind. Mit der Betonung der lokalen Diversität dieser Auswirkungen wird aus der naturwissenschaftlich abstrakten „Menschheit“ auch eine differenziertere „Gesellschaft“, in der die eine Gruppe eine größere Verantwortung trägt als die andere, und wiederum andere stärker unter anthropogenen Verschlechterungen leiden. Das macht das Anthropozän und den Blick auf individuelle Ausformungen politisch. Die Künste können helfen, lokale Auswirkungen standardisierter Formen kapitalistischen (Land-)Wirtschaftens besser zu beschreiben, die den meist von einem urbanen Umfeld aus gesteuerten Firmen lebensweltlich gar nicht erst präsent werden. Sie unterstützen außerdem den Blick auf regional individuelle, kleinteiligere Lösungen, die in der Landwirtschaft meist die weniger schädlichen und die nachhaltigeren sind.

Kulturelle Bildung muss sich allerdings immer auch bewusst sein, dass sie im Sinne der Vermittlung der bestehenden Kultur (in einem weiteren Sinne) wirken kann, die eben diese Auswirkungen erst hervorgebracht hat und einem ökologischen Sinneswandel entgegensteht. Sie hat „einerseits das Potenzial, divergierende soziale Räume bzw. Stile zu integrieren. Andererseits erscheint Kulturelle Bildung als Perspektive, die wiederum auch in einer spezifischen Kultur verwurzelt ist“ (Bender et al. 2022:192). Hierfür sind die Ansätze heutiger künstlerischer Residenzprogramme von großem Interesse. Diese fokussierten sich in der Vergangenheit vor allem auf den Mehrwert für die teilnehmenden Künstler*innen und ihre Freiheit, bedienen also „subjektgebundene Kapazitäten wie Kreativität, soziale Kompetenz, intellektuelle Flexibilität und reflexive Nuancierungsfähigkeit“ (Staab 2018:58), die eher auf Selbstentfaltung abzielen und im Extremfall sogar gesellschaftsverantwortlichem Tun entgegenstehen. Heutige Formen haben sich ausdifferenziert und vor allem in ländlichen Räumen wird verstärkt auf die Auswirkungen auf die Beteiligten vor Ort geschaut (Waburg et al. 2022:267f.). Die in diesem Rahmen entstehenden partizipativen Projekte bewegen sich an den Schnittstellen von Kunst und Bildung (Kranixfeld / Sterzenbach 2022:100) und können beides leisten: Erfahrungsräume in Kunst eröffnen und neue Praktiken einüben, Kultur – im engeren Sinne – vermitteln und sie in einem weiteren Sinne verändern. Sie sind in der Lage, Menschen fernab der Metropolen mit prinzipiell größerer Nähe zu den Lebensräumen nicht-menschlicher Wesen mit und in künstlerischer Praxis zu empowern. Künstlerische Laiinnen und Laien werden hier zu einer Kreativität ohne Publikum (bzw. ohne das Ziel, dessen Beifall durch Neues zu gewinnen) eingeladen, die „eine lokale, eine situative kreative Praxis ist“ (Reckwitz 2013:31). Weil in den so gewonnenen künstlerischen Zugängen „ästhetisch organisierter Raum mit dem realen Raum verknüpft bleibt und einen Möglichkeitsraum eröffnet“ (Waburg et al. 2022:263), kann auch ein nachhaltiger Einfluss auf den Wandel des Lebensstils (Williams 1985:90) erfolgen. Mittels Kunst und Kultureller Bildung hier eine Transformation zu bewirken, wird zwar einerseits durch eine starke lokale Kultur erschwert (Bender et al. 2022:203), ist aber mitunter durch weniger vorhandene Strukturen leichter als in den stark sektorierten und verwalteten Städten (Adler 2025). Für die nachhaltige Wirksamkeit der Transformationseffekte partizipativer Residenzen ist, nicht nur in ländlichen Räumen, sicherzustellen, dass es auch nach Abschluss der Projekte Folgeangebote und eine langfristige Betreuung gibt (Waburg et al. 2022: 276).

Gute Beispiele

Kulturelle Bildung im Anthropozän wirkt selbstverständlich nur, wenn sie nicht hauptsächlich auf die „Vermittlung hochkultureller Wissensbestände und Fähigkeiten“ abzielt (Franz et al. 2022:23). Die folgenden Beispiele sollen den Blick auf ihre Möglichkeiten als Vermittlungsform für lokal greifbare und politisch eingebettete anthropogene Auswirkungen zeigen. Es geht jedoch nicht darum, die Bedeutung und Notwendigkeit anderer Formen Kultureller Bildung zu schmälern.

Das kulturelle Vermittlungsprojekt im Kontext der Ausstellung Potential Worlds I: Planetary Memories von Cynthia Gavranic und Maren Ziese im Migros Museum für Gegenwartskunst Zürich nahm das „Verlernen“ (Gavranic / Ziese 2021) als Ausgangspunkt für das Neuerlernen ganzheitlichen ökologischen Handelns im Sinne der symbiotischen Verflechtung aller Lebewesen (Haraway 2016:124). Die Phase des Verlernens kann in diesem Projekt als eine Art kontrollierte Verunsicherung beschrieben werden. Dem folgte ein transformierendes Neu-Lernen. Dort wurden „Vermittlungserprobungen“ unter anderem zum Thema „Wäre ich Wasser … Nature Writing als Methode des Perspektivenwechsels“ durchgeführt. Diese waren darauf ausgerichtet, dass die Teilnehmenden ihre anthropozentrische Perspektive verlassen und sich dem Blickwinkel nicht-menschlicher Wesen öffnen. Zum Thema Wasser dienten zudem Filmarbeiten aus der Ausstellung als Inspiration, um fiktive Gespräche mit diesem Element zu führen. Weitere Kunstwerke regten die Teilnehmenden unter anderem zu fotografischen Dokumentationen im Züricher Stadtraum an, mit dem Ziel, die Größenverhältnisse von Mensch und Natur umzukehren, oder Performances darüber, wie sich die in einem Werk präsentierten lebenden Ziervögel fühlen mögen. Die Feedbacks der Gruppe deuteten darauf hin, dass viele das Projekt als Bereicherung empfanden (Gavranic / Ziese 2021).

Auch in der Organismendemokratie des Club Real zielt Kulturelle Bildung auf einen Einbezug nicht-menschlicher Wesen als Akteur*innen mit Geschichte ab. In den Aufführungen sind die auf bestimmten Flächen heimischen nicht-menschlichen Wesen in Parlamentssitzungen theatral durch menschliche Akteur*innen vertreten und fassen Beschlüsse, die zu einer Umgestaltung führen. Die Rezipient*innen sollen dadurch lernen, nicht-menschliche Wesen nicht nur als Ressource, sondern als Mitwesen in einem geteilten Lebensraum mit ihren je unterschiedlichen Bedürfnissen zu sehen, wobei alle mit einem Stimmrecht ausgestattet sind. Die Beteiligten üben dabei „demokratische[…] Verfahren [ein], die kulturell zur Verhandlung widerstreitende[r] Interessen entwickelt worden sind“ (Pinkert 2023:85). Damit lösen die Aufführungen ein, dass das Anthropozän als Krise eine Bildung erfordert, „die neben ökologischem Wissen auch Achtsamkeit und Bewusstsein mit einschließt und ein Handeln in der eigenen Lebensrealität freisetzt“ (Gavranic / Ziese 2021).

Sogar mit Tieren selbst sind partizipative Kunstprojekte möglich, zum Beispiel mit Brieftauben. Diese haben mit den Stadttauben, ihren aus einer Zuchtform entdomestizierten Artverwandten, selbst schon eine mit dem Menschen geteilte Geschichte. Liebhaber*innen dieser Tiere schätzen ihre Fähigkeit, selbst tausende Kilometer entfernt zurück zu ihrer Heimat zu finden – darunter Sporttaubenzüchter*innen, Spione, die amerikanische Küstenwache und Neurobiolog*innen (Haraway 2016:17). Neu ist die Verbindung aller dieser Akteur*innen in Kunstvorhaben, wie dem aktivistischen Kunstprojekt PigeonBlog von Beatriz da Costa. Hier waren Brieftauben Teil partizipativer Kunst mit nicht-menschlichen Wesen als Koproduzent*innen, in dem gleichzeitig verlässliche und unvoreingenommene Daten zur Luftverschmutzung gesammelt wurden. Ziel war aber nicht die wissenschaftliche Erforschung, sondern die Inspiration zum ökologischen Aktivismus durch die Einbindung diverser Akteur*innen aus Taubensport, Kunst und Wissenschaft sowie die Greifbarmachung geteilter Lebensräume, die in diesem Fall geprägt sind von der verschmutzten Luft Südkaliforniens. Der Taubensport wird traditionell überwiegend von Mitgliedern der Arbeiterklasse betrieben, die wiederum – wie die Tiere selbst – am meisten von diesen Auswirkungen betroffen sind. Deren Tauben fliegen die geteilten realen Lebensräume an, welche die teuren offiziellen Sensoren der Verwaltung nicht erfassen können oder sogar sollen (ebd.:21f.).

Auch das Projekt „ARTISTS HIGHLIGHTING THE WATER CRISIS“ (abgerufen am 19. Oktober 2025) des Vereins für Kunst und Demokratie fokussierte in der ersten Jahreshälfte 2025 den Zusammenhang menschenverursachter Umweltschäden mit der Benachteiligung bestimmter Bevölkerungsgruppen. Es entstanden künstlerische Dokumentarfilme, Werke der Bildenden Kunst, Musik und Lesungen, die die Auswirkungen des Wirtschaftens von Energiekonzernen in verschiedenen europäischen Ländern zeigten. In Veranstaltungen wurden diese mit Vorträgen von Expert*innen, Aktivist*innen und Betroffenen der negativen Folgen gepaart. Der Beschreibung des Vereins zufolge erzielten die künstlerischen Werke und die Statements bei den Teilnehmenden zum einen emotionale Betroffenheit, zum anderen Lerneffekte. Gleichzeitig wurde versucht, dass die Veranstaltungen zum gemeinsamen Nachdenken über eine bessere Zukunft anregten (ebd.).

Allen diesen Projektbeispielen ist gemeinsam, dass sie in sehr konkreten Ansätzen den Zwischenbereich und Verflechtungen von Kultur und Natur in den Fokus nehmen. Mittels eines künstlerisch-partizipativen Zugangs werden begrifflich sonst scharf getrennte Graubereiche überbetont und einer eindeutigen Zuordnung entzogen. Rezipient*innen können mitwirkend, mitfühlend und körperlich erlebend Neuland beschreiten. Das ist zwar schwer zu verbalisieren, geht aber als „embodied knowledge“ oft tiefer als rationale Einordnungen (vgl. Roberts 2020). Kunst öffnet hierdurch Räume für eine neuartige sowie ganzheitliche Auseinandersetzung damit, wie vielfältig unsere Kultur schon immer mit Natur verflochten ist und kulturelle Praxis auf Grundlage dieser Einsicht neu ausgerichtet werden kann. 

Verwendete Literatur

  • Adler, David (2025): Strukturschwäche als Transformationserleichterung. Warum partizipative Kunst in ländlichen Räumen besser wirkt. In: Kulturmanagement Network Magazin Juni 2025, Ausgabe 184: Ländliche Räume, https://www.kulturmanagement.net/Magazin/Ausgabe-184-Laendliche-Raeume,298 (letzter Zugriff am 13. August 2025).
  • Adler, David (2023): Kulturlandschaften: Zwischen bildhaften Naturverständnisssen und kultureller Praxis. In: Krüger et al., 267-285.
  • Beetz, Stephan / Jacob, Ulf (2022): Kulturelle Bildung und regionale Identität im Kontext von Transformationsprozessen. Theoretisch-konzeptionelle Zugänge, nebst einem Ausblick ins empirische Feld. In: Kolleck et al., 246-262.
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  • Ellis, Erle C. (2018): Anthropocene. A Very Short Introduction, Oxford: Oxford University Press.
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David Adler (2025): Kulturelle Bildung unter den Bedingungen des Anthropozäns. Neue Perspektiven auf das Zusammenleben menschlicher und nicht-menschlicher Wesen. In: KULTURELLE BILDUNG ONLINE: https://www.kubi-online.de/index.php/artikel/kulturelle-bildung-unter-den-bedingungen-des-anthropozaens-neue-perspektiven-zusammenleben (letzter Zugriff am 15.12.2025).

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