Kultur für alle und mit allen! Zu den Chancen milieuübergreifender kultureller Bildungsarbeit

Dieses Dossier stellt die Herausforderung der Teilhabe von allen in den Fokus und dokumentiert zentrale Tagungsbeiträge der kubi-online Jahrestagung 2020. Vor dem Hintergrund städteräumlicher Veränderungen, die eine Ghettoisierung einzelner Milieus verstärken und in denen digitale „Filter Bubbles“ milieuspezifische Perspektiven festigen, werden fachlich-inhaltliche Implikationen und politisch strategische Perspektiven einer Kulturellen Bildung für, mit und von allen reflektiert. Nachgegangen wird den Fragestellungen: Wie kann Kulturelle Bildung Zugänge schaffen und Teilhabebarrieren abbauen, wie zielgruppenspezifische Segmentierungen überwinden und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beitragen? Welche Erkenntnisse aus Forschung und Praxis sind relevant, um Bildungskonzepte diversitätssensible und teilhabegerecht zu erneuern und umzusetzen?

Darüber hinaus bietet dieses Dossier eine Auswahl von 10 früheren kubi-online Veröffentlichungen mit relevanten konzeptionellen Anregungen und fachpolitischen Impulsen für eine gute Kulturelle Bildung im Sinne einer „Kultur für alle!“.

Milieuübergreifende kulturelle Bildungsarbeit

Von Philipp Schrögel

Kultur für alle – Wissenschaft für alle

Die Forderung „Kultur (oder Wissenschaft) für alle“ sollte zuerst die Frage aufwerfen, wer denn bisher ausgeschlossen ist. Zur Beantwortung für die Wissenschaftskommunikation wurden im Projekt „Wissenschaft für alle“ Exklusionsfaktoren identifiziert und inklusive Formate in partizipativen Projekten erarbeitet und getestet.

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Von Horst Pohlmann

Analog / Digital: Chancen des milieuübergreifenden Arbeitens

Digitale Medien sind Bestandteil von Kultur. Sie werden vor allem von Kindern und Jugendlichen als essentieller Bestandteil des Alltags angesehen und genutzt. Als multimediale Allround-Maschine ist das Smartphone ein ständiger Begleiter. Die Möglichkeiten, jederzeit und allerorts über Wege zur Beschaffung von Informationen, Wissen, Kommunikation und Unterhaltung zu verfügen, könnten auch die Kulturelle Bildungsarbeit mit diversen Zielgruppen milieuübergreifend bereichern. Doch so einfach, wie es sich anhört, ist es leider nicht …

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Von Kawthar El-Qasem

Plädoyer für ein Denken (Bau)Kultureller Bildung jenseits der Milieu-Kategorie

Ein adäquater Umgang mit Differenz in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in der Postmigrantischen Gesellschaft kann durch eine Dekonstruktion des Milieu-Begriffs und durch eine kritische Betrachtung der Diskurse um Kulturelle Bildung selbst an Profil gewinnen. Anhand von drei Beispielen erarbeitet die Autorin im Anschluss an diese Dekonstruktion mögliche Parameter einer gelingenden Baukulturellen Bildung.

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Dieses Dossier-Thema steht in unmittelbarem Zusammenhang zu anderen kubi-online Themenfeldern wie „Teilhabe und Partizipation“„Gesellschaftlicher Zusammenhalt"„Schule, Kita, Bildungslandschaften“ oder „Diversität“

Folgend finden Sie redaktionelle Empfehlungen von zehn Texten des indes auf 650 Artikel angewachsenen kubi-online Wissensbestandes, in welchen über Benachteiligung und Inklusionsbarrieren, Zugangschancen und Teilhabegerechtigkeit in verschiedensten Feldern der Kulturellen Bildung nachgedacht und um Partizipation aller gesellschaftlichen (Alters-) Gruppen an den unterschiedlichsten Kultur- und Bildungs-Orten gerungen wird. Strategische Dimensionen wie Kooperation, Bildungslandschaft, diskriminierungskritische Organisationsentwicklung sind den Autor*innen wichtige Reflexionsaspekte ebenso wie eine Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Veränderungen, Gerechtigkeitstheorien, pädagogischen Grundlagen und Begriffsverständnisse von Kunst, Kultur und Bildung, um Konzepte Kultureller Bildung zukünftig inklusiv, diversitätssensibel und chancengerecht weiterzuentwickeln. 

Mehr Wissen zum Thema auf kubi-online

Von Kerstin Hübner, Tom Braun

Gretchenfrage oder Herkulesaufgabe? Ergebnisse des Praxisforschungsprojektes „Lokale Bildungslandschaften im empirischen Blick“

Bildungslandschaften waren und sind für die BKJ das Instrument, um eine dezentrale Strategie für das gerechte Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen zu unterstützen und kooperativ auf ein inklusives, partizipatives Bildungskonzept mit einem weiten Bildungsbegriff hinzuwirken. Wie aber können strukturell und habituell bedingte Benachteiligungen in der und durch die Kulturelle Bildung verringert werden? Das ist eine doppelte Perspektive, denn Kultureller Bildung wird vielfach ein entsprechendes inklusives Potenzial beigemessen und zugleich handelt es sich dabei um einen noch immer stark selektiven außerschulischen Bildungsbereich.

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Von Nina Lauterbach-Dannenberg

Kulturelle Teilhabe Älterer in ländlichen Räumen – Ermöglichungsstrukturen schaffen durch Innovation, Vernetzung, Partizipation und Eigensinn

Für ältere Menschen im ländlichen Räumen entstehen neue Erfordernisse, die kulturelle Teilhabe zu stärken. Innovative Strategien im Bildungs- und Kulturbereich gilt es zu entwickeln, um für die Zielgruppe der Älteren attraktiv zu bleiben und sie zur Mitgestaltung zu befähigen. Welchen Wert innovative, vernetzte und eigensinnige Projekte – vor allem Projekte mit einer partizipativen Grundhaltung – haben, da durch sie „Ermöglichungsstrukturen“ in ländlichen Räumen geschaffen werden können, zeigen viele Beispiele guter Praxis.

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Von Maren Ziese

Visionen und Handlungsfelder für eine diskriminierungskritische Kulturszene. Wie konzipieren wir in Zukunft kulturelle Bildungsprojekte?

Seit das Thema „Flucht und Ankommen" im deutschen Kulturbetrieb virulent geworden ist, sind Fragen der Zugänglichkeit und Teilhabe sowie interkultureller Vielfalt in Programm, Personal und Publikum verstärkt Diskussionsgegenstand. Der vorliegende Beitrag zeigt auf, durch welche Aspekte und Stellschrauben sich am System etwas ändern kann. Dabei geht es um vier Themenblöcke, die sich nacheinander mit Visionen und der Realität von Diskriminierung, echter Teilhabe, Kommunikation sowie einer Sensibilität in der Veranstaltungsplanung befassen.

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Von Birgit Mandel

Audience Development, Kulturelle Bildung, Kulturentwicklungsplanung, Community Building. Konzepte zur Reduzierung der sozialen Selektivität des öffentlich geförderten Kulturangebots

Das Ziel, eine breite, sozial diverse Bevölkerung in die öffentlich bereitgestellten, institutionellen kulturellen Angebote, v.a. die Theater, Konzerthäuser und Museen zu involvieren, ist bis heute unerreicht. Doch mit welchen Strategien könnte es gelingen, ein diverses Publikum für öffentlich geförderte Kultureinrichtungen zu gewinnen und wie müssen sich Kulturpolitik, Kulturinstitutionen und Kulturmanagement dafür ändern? In diesem Beitrag werden die Forschungsergebnisse der vergangenen zehn Jahre zur Kulturnutzerforschung und über Audience Development Strategien zusammengetragen und kritisch reflektiert.

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Von Eckart Liebau

Kulturelle Bildung für alle und von allen? Über Teilhabe an und Zugänge zur Kulturellen Bildung

Der Text bildet eine Zusammenfassung einiger Aspekte der Publikation „Schön, dass Ihr das seid. Kulturelle Bildung: Zugänge und Teilhabe“, herausgegeben vom Rat für Kulturelle Bildung 2014. Problematisiert wird, wieso der Rechtsanspruch auf Teilhabe so schwer zu gewährleisten ist, welche strukturellen Rahmungen und individuellen Voraussetzungen hierfür nötig wären und welche Distinktionsmechanismen besonders wirkmächtig sind.

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Von Jens Maedler, Kirsten Witt

Gelingensbedingungen Kultureller Teilhabe

Jeder Mensch hat ein Recht auf Kulturelle Teilhabe. Das bedingt einen Begriff von Kultur, der Kultur sowohl als Lebensweise wie als menschlichen Lebensbereich versteht, zu dem der Mensch potentiell Zugang haben muss. Wer sich hierzulande über Kulturelle Teilhabe Gedanken macht, muss sich also auch die Frage stellen, wie es um die Zugänge zu Kunst und Kultur in Deutschland bestellt ist. Bezogen auf den hiesigen Sprachraum hat die Proklamation der „Kultur für alle“ Ende der 1970er Jahre weniger als intendiert bewirkt, um soziale Barrieren Kultureller Teilhabe zu beseitigen.

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Von Jürgen Vogt

Benachteiligung und Teilhabe im Kontext von Kultur- und Musikpädagogik

Der Beitrag klärt Begriffsverständnisse von Musik und Kultur und diskutiert, in welchem organisatorischen Rahmen und in welcher Weise Benachteiligung der pädagogischen Bearbeitung zugänglich ist. Anhand der drei Gerechtigkeitstheorien über Verteilungsgerechtigkeit (John Rawls), Verwirklichungschancen (Amartya Sen/Martha C. Nussbaum) und Anerkennungsgerechtigkeit (Axel Honneth/Iris Marion Young) macht der Autor deutlich, dass es nicht nur vorhandene Benachteiligungen im Medium der Musik zu bearbeiten gilt, sondern auch gesellschaftliche Pflicht ist, Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu bieten, an musikalischen Praxen so teilzunehmen, dass diese Teil eines guten Lebens für alle werden können.

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Werden Sie Autor*in und vertiefen Sie den Diskurs!

Das Ziel der Wissensplattform ist es, Erkenntnisse aus Forschung, Theorie und Praxis der Kulturellen Bildung zusammenzuführen und dieses Wissen bildungspolitisch, kulturpädagogisch und wissenschaftlich nutzbar zu machen. Hier finden sie unseren Autor*innenleitfaden. Voraussetzung für die Veröffentlichung Ihrer Beiträge ist eine profunde Reflexion von Theorie-, Praxis- und Forschungsfragen der Kulturellen Bildung sowie die Fokussierung auf den Bereich der Bildung in und durch Künste und ästhetische Praxis. Zweitveröffentlichungen relevanter Artikel zur Kulturellen Bildung sind möglich. Auch bedeutsame „ältere“ Fachtexte können Sie uns für eine Veröffentlichung anbieten. 

Kontakt zur Redaktion:
Hildegard Bockhorst (Projektleitung) // Dr. Birgit Wolf (Projektreferentin)
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