Digitalisierung in der kulturellen Bildungspraxis

Digitalisierung in der kulturellen Bildungspraxis
BKJ - Andi-Weiland

Dass Digitalisierung und Digitalität die Praxis Kultureller Bildung verändert haben und weiter verändern werden, muss nicht mehr erwähnt werden. Doch wie zeigen sich Veränderungen und Möglichkeiten in einzelnen Praxisfeldern wie Tanz, kultureller Medienbildung/Medienpädagogik, Jugendkunstschularbeit, Museum oder Theaterpädagogik? In diesem Dossier geben Vertreter*innen unterschiedlicher Praxisfelder Kultureller Bildung Einblicke in die konkrete Arbeit in ihren Einrichtungen bzw. Trägerstrukturen. Sie zeigen auf, wie sich durch den Einsatz digitaler Medien Methoden und Prozesse ihrer Arbeit verändert haben und was sie selbst daran als innovativ beschreiben.

Entstanden ist dieses „Praxis-Dossier" in Kooperation mit der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. (BKJ), welche ihre Mitgliedsorganisationen dazu angeregt hatte, über die gesellschaftliche Transformation und fachliche, strukturelle und politische Auswirkungen von Digitalisierung und Digitalität auf das Feld der Kulturellen Bildung nachzudenken. Der Dachverband BKJ zielte auch darauf, das bereits im Jahr 2020 veröffentlichte BKJ-Positionspapier „Digitalität gestalten. Jugendgerechte Kulturelle Bildung in der digitalen Gesellschaft“ als Orientierungsrahmen mit einer Implementierungsstrategie zu untersetzen. Unter Praxisperspektive verwies bereits dieses Positionspapier auf die Notwendigkeit, im Zuge einer digitalen Praxis Kinder und Jugendliche zu stärken und als Produzent*innen anzuerkennen, neue künstlerische Praxis einzubeziehen, zeitgemäße Lernräume zu schaffen und letztlich kulturelle Bildungspraxis zu verändern. Diese Selbstverpflichtung ist Grundlage für die Reflexionen im Dossier.

Medienpädagogische Praxis zur Unterstützung von Medienkompetenz und Teilhabe

Von Friederike von Gross

Kulturelle Medienbildung und Digitalität

Was bedeutet es für Bildungsprozesse, für Beziehungen und das Miteinander, für Identitätsentwicklung oder für das Lernen, in einem Zeitalter der Digitalität zu leben? Der Beitrag diskutiert vor dem Hintergrund der medienpädagogischen Praxis der GMK und exemplarisch vorgestellter Projekte, die mit dem Dieter Baacke Preis ausgezeichnet wurden, wie Kulturelle Medienbildung Medienkompetenz fördern und Menschen befähigen kann, ein tiefergreifendes Verständnis der gesellschaftlichen, ökonomischen und politischen Auswirkungen von Digitalisierung zu erlangen.

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Von Susanne Keuchel

Postdigitale kulturelle Jugendwelten: Zeitgemäße künstlerische Ausdrucksformen, Teilhabechancen und Herausforderungen für die Kulturelle Bildung

Digitale Praktiken haben sich längt in den kulturellen Alltag junger Menschen eingeschrieben. Sie nutzen Medien als Möglichkeiten für neue künstlerische Ausdrucksformen. Doch digitale Zugänge und Produktion bleiben ungerecht verteilt. Postdigitale Praktiken teilhabeorientiert und künstlerisch weiterzuentwickeln und einen emanzipatorischen Medienumgang zu unterstützen – das sind dringende Aufgaben der Kulturelle Bildung.

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Von Mechthild Eickhoff

Zwischen Reichweite und Bedeutungstiefe: Kulturelle Bildung und Postdigitalität

Grundlegende Kriterien Kultureller Bildung wie Partizipation, Mitwirkung, Empathie und Subjektbezug haben eine große Bedeutung in der postdigitalen Gesellschaft. Der Artikel stellt fünf Beispiele kultureller Teilhabe-Praxis im Kontext von Postdigitalität vor, in denen sich Orte, Formate und Themen neu mischen und zeigt zugleich auf, wie Kulturelle Bildung im weitesten Sinne Innovationsmotor für die Weiterentwicklung von Kulturtechniken zur Gestaltung unserer Gesellschaft werden kann.

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Von Julia Rohde

Kulturelle Jugendbildung und Digitalität: Perspektiven und Herausforderungen für die Kulturelle Bildung in der digitalen Kultur

Das Wissen um die Einbindung von Heranwachsenden in die digitale Kultur wirft u. a. Fragen nach der Notwendigkeit und den Möglichkeiten des Einbezugs digitaler Medien in kulturelle Bildungsangebote auf. Entlang von empirischen Erkenntnissen zum Stand der Digitalisierung im Feld Kultureller Jugendbildung werden diese Fragen im Beitrag ausgelotet und diskutiert.

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Digitalisierungsprozesse in Kunst- und Kultureinrichtungen

Von Friederike Fankhänel, Sophia Gröschke

Digitale Bildung und Vermittlung in Museen: Trends, Praxis und Vision

In den letzten Jahren gab es zahlreiche Trends für die Nutzung digitaler Medien im Museumskontext. Doch wie können Museen zu einer aktiven Aneignung digitaler Kompetenzen und einer kritischen Auseinandersetzung mit Digitalität heute beitragen? Anhand ausgewählter Praxisbeispiele werden die Potenziale einer umfassend gedachten digitalen Kulturellen Bildung aufgezeigt.

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Von Julia Nierstheimer

Concept In Progress: (Post-)Digitale Transformationsprozesse in Jugendkunstschulen

Der Beitrag reflektiert Transformationsdimensionen für Jugendkunstschulen auf den drei Ebenen Programm/Angebot, Betrieb und Kommunikation. Er verdeutlicht diese anhand zahlreicher Beispiele mit Blick auf Konzeption und Methodik, Inhalt und Ästhetik sowie neue spartenspezifische oder -übergreifende Angebotsbereiche. Je nach Setting werden digitale Medien als Werkzeuge der kulturpädagogischen Praxis eingesetzt, Schnittstellen zur Medienpädagogik in reflexiven ästhetischen (Medien-)Räumen aufgemacht oder programmatische Innovationen und neue Angebote entwickelt.

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Von Mirjam Gaffran

Digitalität und Kulturelle Bildung: Einblick in die Arbeit des uzwei im Dortmunder U

Das Video (31:55 Min.) mit der Co-Leiterin des uzwei gibt einen Einblick in die Arbeit für Kulturelle Bildung in der zweiten Etage des Dortmunder U, dem Zentrum für digitale Kunst. Es zeigt, wie im uzwei Digitalität und technischer Fortschritt genutzt werden, um digitale Tools junger Menschen zu erweitern und partizipativ, an den Schnittstellen unterschiedlicher Sparten, den Raum des "Dazwischen" multimedial zu gestalten. Vorgestellt werden Konzepte, interaktive Ausstellungen, Workshops und Schulprojekte.

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Von Sophia Keil, Tabea Hörnlein

Vom Umnutzen und Anverwandeln – theaterpädagogische Arbeit im Zeichen der Digitalität

Der Beitrag bezieht sich auf die veränderte Praxis am theater junge generation. Das tjg. ist eines der größten professionellen Kinder- und Jugendtheater Deutschlands und untersucht seit 2014 digitale Ausdrucksformen im Theater für Jugendliche. Digitale Theaterpädagogik wird anhand des digitalen Raums beleuchtet und ist im tjd. inzwischen als Querschnittsaufgabe verortet.

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Künstlerische, soziokulturelle und kulturpädagogische Praxiseinblicke

Von Michael Dietrich

Kulturelle Medienbildung in digital erweiterten Realitäten

Kinder und Jugendliche brauchen kreative Räume jenseits digitaler Welten. Doch wie integrieren wir Smartphones und digitale Medien sinnvoll? In einer ausgewogenen Balance zwischen analogen und digitalen Erfahrungen können junge Menschen nicht nur kreativ gestalten, sondern auch Verantwortung für ihre Mediennutzung übernehmen und sich in einer digitalisierten Welt verantwortungsvoll bewegen.

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Von Iris Wolf , Jörg Meier

In Kommunikationsräumen Erfindergeist wecken!

Die Initiative Selfiegrafen leistet seit 2015 soziokulturelle Bildungsarbeit. Sie entwickelt Konzepte der politischen und Kulturellen Bildung und führt Projekte durch. Kommunikationsräume sind für sie Kernelemente einer funktionierenden Kulturellen Bildungspraxis. Dieser Beitrag reflektiert, in welcher Weise Digitalität in der Kulturellen Bildung diesem Kommunikationsraum gerecht werden kann und in welcher Weise dieser Raum womöglich erweitert werden kann.

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Von Marten Duck

Das Praxis-Dilemma der Medienpädagogik: ein Lösungsansatz aus der Praxis im Freiwilligendienst

Die Medienpädagogik steht vor der komplexen Aufgabe, den Transfer von wissenschaftlichen Erkenntnissen in die Praxis zu bewältigen. Dieser Artikel reflektiert Herausforderungen zur Gestaltung zeitgemäßer Lehr- und Lernangebote und stellt in einem praxisorientierten Ansatz vor, wie sich in fünf Schritten medienpädagogische Bildungsangebote entwickeln lassen, die den individuellen Anforderungen von Lehrenden und Lernenden, ihren Kompetenzen und Bedürfnisse gerecht werden.

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Frühere kubi-online-Praxisbeiträge zur Digitalisierung

Von Sören Jannik Traulsen, Felix Büchner

Postdigitales Schultheater: Eine Kartografie zentraler Akteur*innen des Diskurses ‹Theater und Digitalität›

‹Wer spricht wie über Theater und Digitalität?› und ‹Welche Implikationen erschließen sich daraus für das Postdigitale Schultheater?› sind die zentralen Forschungsfragen der Autoren. Ihre Analyse ergibt, dass sich vier idealtypische Positionen bestimmen lassen, die insbesondere durch ihre Verortung des ‹Digitalen› im Theater zu unterscheiden sind und eine Grundlage zur Theoretisierung und Konzeptualisierung des ‹Postdigitalen Schultheaters› bieten können.

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Kontakt zur Redaktion: Hildegard Bockhorst // Fon: 0179 2051972 // Mail: redaktion@kubi-online.de.

 

Die Wissensplattform „kubi-online: Wissenstransfer für Kulturelle Bildung“ wird getragen von der Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW, der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel, der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung und der Stiftung Universität Hildesheim. Sie wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.