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Der Kompetenznachweis Kultur in der Schule: Unterstützung auf dem Weg zu einer veränderten Lernkultur

von Brigitte Schorn   Erscheinungsjahr: 2014

Eine Schule auf dem Weg zum kulturellen Schulprofil setzt sich im Laufe des Schulentwicklungsprozesses auf vielfältige Weise mit neuen Formen des Lernens und des Unterrichtens auseinander und wird dabei auch um einen veränderten Umgang mit der Leistungsbewertung nicht herumkommen. Wenn mehr Selbstverantwortung und Partizipation der Schülerinnen und Schüler gewollt und umgesetzt wird, passen die traditionellen Formen der Leistungsbewertung, die Notengebung durch den Lehrer/die Lehrerin, nicht mehr.

Diese Erkenntnis ist nicht neu und seit einigen Jahren werden in einer wachsenden Zahl von Schulen neue Formen der Rückmeldung und Reflexion von Lernfortschritten erprobt und umgesetzt. Begriffe wie „Lerntagebuch“, „Lernbericht“, „Reflexionsblätter“, „Themenboxen zur Selbstüberprüfung“, „Portfolio-Konzept“, „Lernkontrakt“, „Leistungspräsentation“ usw. stehen für eine Methodenvielfalt, hinter der das Bemühen um einen anderen Umgang mit der Leistungsbeurteilung steht. „Seit den Anfängen der reformpädagogischen Bewegung ist der Benotungspraxis immer wieder vorgehalten worden, dass sie durch äußere Belohnungen und Bestrafungen einen pädagogisch unangemessenen Anreiz bietet, der von der Sache ablenkt und schwächere Schüler entmutigt, statt ihnen Lernhilfe zu sein. Die Gefahr eines Missbrauchs der Leistungsbeurteilung als ein Instrument der Disziplinierung wird als ,groß’ eingeschätzt.“ (Winter:3)

Bereits in der Denkschrift der Kommission „Zukunft der Bildung – Schule der Zukunft“ der Bildungskommission NRW wurden 1995 neue Formen der Leistungsbeurteilung gefordert. Die Kommission empfiehlt, flexible und auf die unterschiedlichen Arbeitsformen bezogene Formen der Leistungsbewertung zu erproben. Im Kontext des Deutschen Schulpreises problematisieren Peter Fauser, Manfred Prenzel und Michael Schratz den Umgang mit Leistung: „Notwendig ist…eine erhebliche inhaltliche Erweiterung dessen, was als Leistung anerkannt und gefördert wird. Alle wertvollen Fähigkeiten sollen gefördert werden. Dazu gehört die Öffnung für individuelle Inhalte und Formen der Leistung und deren Präsentation. Die Erweiterung des Leistungsspektrums umfasst ganz besonders auch Bereiche, die mehr handlungsaffin als wissensaffin sind, die Zusammenarbeit mit anderen fördern und für die Ausbildung der praktischen Dimension von Kompetenz bedeutsam sind.“ (Fauser u.a. 2009:22)

Felix Winter beschreibt in seinem Buch „Leistungsbewertung – eine neue Lernkultur braucht einen anderen Umgang mit den Schülerleistungen“ die Merkmale einer neuen Lernkultur:

  • „die höhere Selbstständigkeit und Eigenverantwortung des Handelns der Lernenden (…)
  • die stärkere Orientierung auf die Lernprozesse und entsprechende Kompetenzen zu ihrer Steuerung (…)
  • die verstärkte Hinwendung zu komplexen, alltagsnahen Aufgaben, welche vollständige Lernakte fordern (…)
  • der Anspruch auf Partizipation der Schüler und eine Demokratisierung der Lernkultur insgesamt (…)“ (Winter 2011:28)

In diese Überlegungen zu einem veränderten Umgang mit Schülerleistungen und einer anderen, partizipativen Lernkultur passt ein Kompetenzfeststellungsverfahren, das vor wenigen Jahren in der und für die außerschulische Jugendkulturarbeit entwickelt wurde: der „Kompetenznachweis Kultur“.

Der Kompetenznachweis Kultur ist ein Bildungspass für Jugendliche ab 12 Jahren, der schwarz auf weiß dokumentiert, welche besonderen Fähigkeiten die Jugendlichen in Kulturprojekten zeigen. Der Kompetenznachweis Kultur besteht aus einer prägnanten Beschreibung der künstlerischen Aktivitäten und der im konkreten Projekt sichtbar gewordenen Kompetenzen des Jugendlichen. Er entsteht in einem dialogischen Verfahren zwischen der Fachkraft (Kulturpädagoginnen und Kulturpädagogen, Künstlern und Künstlerinnen etc.) und dem Jugendlichen. Das persönliche Gespräch und der konkrete Bezug zum beobachtbaren Handeln machen den Kompetenznachweis Kultur für die Jugendlichen nachvollziehbar. Für sie werden Begriffe wie Team- oder Kritikfähigkeit lebendig, weil sie (durch Selbst- und Fremdwahrnehmung sowie Reflexion) erkennen, dass sie genau das tun und können, was mit diesen Begriffen gemeint ist. Auf diese Weise werden sie für ihre eigenen Stärken sensibilisiert. Der Kompetenznachweis Kultur gibt dem Jugendlichen eine Vorstellung von dem, was er im Laufe des künstlerischen Projektes geleistet hat.

Zum Hintergrund: Der Kompetenznachweis Kultur als Werkzeug für die Anerkennung non-formal erworbener Kompetenzen

Bildungsprozesse vollziehen sich nicht nur an den klassischen Orten des Bildungssystems, sondern auch in vielen anderen Bereichen des Lebens. Zu einem dieser non-formalen Bildungsbereiche gehört die außerschulische Kulturelle Bildung. Kulturelle Bildungsarbeit eröffnet Kindern und Jugendlichen durch die aktive Auseinandersetzung mit künstlerischen Ausdrucksformen einen Zugang zu Kunst und Kultur. Sie stellt ein Verständnis für künstlerische und kulturelle Phänomene her und entwickelt durch den Einsatz künstlerischer Medien die individuellen Ausdrucksmöglichkeiten. Dabei werden Fantasie und Kreativität, sinnliche Wahrnehmung, Ausdrucks- und Gestaltungsfähigkeit und die Entwicklung eines kritischen Verständnisses von Kunst und Kultur gefördert. Im konkreten künstlerischen Tun entfalten Kinder und Jugendliche ihre Vorstellungskraft und können lernen, sich aus eingefahrenen Denkschemata zu lösen. Kulturelle Bildungsangebote eröffnen Wege, ein Bewusstsein über die eigene Selbstwirksamkeit zu erlangen. Kulturelle Bildungsangebote fördern gleichzeitig wichtige Kompetenzen wie soziales Lernen, Kritikfähigkeit und Kommunikationsfähigkeit. In der Auseinandersetzung mit Kultureller Bildung werden Kompetenzen vermittelt, die auch in anderen Lebensbereichen von Bedeutung sind und zu einer gelingenden Lebensführung beitragen. (vgl. Timmerberg/Schorn 2009)

Die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) hat in einem intensiven Forschungs- und Erprobungsprozess mit zahlreichen Vertreter/innen aus Theorie und Praxis ein Instrument etabliert, welches in der Lage ist, die künstlerischen, personalen, sozialen und methodischen Kompetenzen, die Kulturelle Bildungsarbeit fördert und fordert, adäquat sichtbar zu machen.

Entstanden ist der Kompetenznachweis Kultur (KNK) – ein Bildungspass, den Jugendliche sich erarbeiten, wenn sie sich dafür entschieden haben, ihre Aktivitäten in Kultureller Bildungsarbeit näher in den Blick zu nehmen und zu dokumentieren. In einem dialogischen Prozess zwischen der Fachkraft und den Jugendlichen entstehen differenzierte Beschreibungen von Kompetenzen. Das erprobte, auf Freiwilligkeit und Partizipation basierende Verfahren stärkt Jugendliche in ihrer Reflexionsfähigkeit und sensibilisiert sie für ihre eigenen Stärken. Der Kompetenznachweis Kultur unterliegt einem standardisierten Verfahren, das zugleich ausreichend Offenheit bietet, um in den unterschiedlichen Bereichen Kultureller Bildungsarbeit umgesetzt werden zu können.

In sieben Schritten zum Kompetenznachweis Kultur

Bevor die Anwendungsmöglichkeiten und die Chancen des Kompetenznachweis Kultur im Kontext Schule weiter erläutert werden, geben die folgenden Punkte einen Überblick über das konkrete Verfahren, die konkreten Schritte zur Umsetzung.

„1. An einer Fortbildung zum Kompetenznachweis Kultur-Berater teilnehmen

Eine Fortbildung qualifiziert zum/zur Kompetenznachweis Kultur-Berater/in. Erst wenn man diese durchlaufen hat, ist man berechtigt, den Kompetenznachweis Kultur zu vergeben. Die Fortbildung besteht aus drei Teilen:

Präsenzphase I:         Einführung in das Nachweisverfahren zum Kompetenznachweis Kultur

Praxisphase:              Erprobung des Kompetenznachweises im eigenen Arbeitsfeld

Präsenzphase II:        Auswertung der Erfahrungen, Entwicklung von Perspektiven zur Integration des KNK in die alltägliche Praxis

2. Den Jugendlichen ein Angebot machen

Der Kompetenznachweis Kultur wird an Jugendliche ab 12 Jahren vergeben. Voraussetzung ist die aktive Teilnahme an einem Kurs oder Projekt kultureller Bildung, das mindestens 50 Stunden umfasst. Im Rahmen dieser konkreten künstlerischen Auseinandersetzung macht die Fachkraft den Jugendlichen das Angebot, gemeinsam den Kompetenznachweis Kultur zu erarbeiten. Jede/r Jugendliche entscheidet selbst, ob er/sie einen Kompetenznachweis Kultur erarbeiten möchte. Wenn ja, dann verpflichtet er oder sie sich, für eine gemeinsam vereinbarte Zeit regelmäßig am Kurs oder Projekt teilzunehmen, sich selbst zu beobachten und in Gesprächen mit der/dem Kursleiter/in oder dem/der Projektleiter/in über die eigenen Kompetenzen zu reflektieren.

3. Einen Zeitraum vereinbaren

Es gibt Jugendliche, die seit vielen Jahren Mitglied eines Musikensembles oder einer Theatergruppe sind, Jugendliche die schon lange im Zirkus aktiv sind, Gedichte schreiben oder fotografieren. Der Kompetenznachweis Kultur berücksichtigt die lange Dauer der aktiven Teilnahme an kulturpädagogischen Angeboten und beschreibt diese Zeit. Aber es ist wichtig, die Kompetenzen im „Hier und Jetzt“ aufzuspüren. Wie zeigen sich erworbene Kompetenzen? In welchen konkreten Situationen werden sie sichtbar? Deshalb vereinbaren die Fachkraft und der Jugendliche einen genauen Zeitraum, in dem Beobachtungen und Gespräche stattfinden sollen. Das kann je nach Angebot unterschiedlich sein.

4. Individuelle Stärken beobachten

Wenn von Beobachtung im Zusammenhang mit dem Kompetenznachweis Kultur die Rede ist, ist eine beobachtende Wahrnehmung des Jugendlichen gemeint, gerichtet auf seine Möglichkeiten, Fähigkeiten, Stärken und die Vielfalt seiner Handlungen, Ideen, Werke, Problemlösungen. Ziel ist es, die individuellen Potenziale zu erfassen. Für das wahrnehmende, entdeckende Beobachten nimmt die Fachkraft sich Zeit, um aufmerksam einzelne Jugendliche oder die gesamte Gruppe bei ihrem Tun auf sich wirken zu lassen. Die Beobachtungen werden möglichst „zeitnah“ schriftlich festgehalten. Sie sind Grundlage für die Gespräche mit den Jugendlichen. Auch die Jugendlichen nehmen sich und ihr Tun genauer in den Blick.

5. Gespräche mit dem Jugendlichen führen

Herzstück der Erarbeitung des Kompetenznachweises Kultur ist das Gespräch – oder genauer: die gemeinsame Reflexion über die gemachten Erfahrungen, die beobachteten Kompetenzen. Dazu vereinbaren die Fachkraft und der/die Jugendliche eine Zeit und einen Ort, an dem sie möglichst ungestört reden können. Der Reflexionsprozess kann auch in einer Kleingruppe stattfinden und durch Bewegung oder Bilder, Fotos und andere künstlerische Ausdrucksformen bereichert werden. Neben dem einführenden Gespräch, in dem die gemeinsamen Verabredungen über Zeitraum und Formen der Beobachtungsdokumentation getroffen werden, finden mindestens noch zwei weitere Gespräche statt: eine Zwischen- und eine Endauswertung. Die Gespräche sind ergebnisoffen und orientieren sich an den Beobachtungen, Erfahrungen und dem Erkenntnisinteresse der Gesprächspartner. Über die eigenen Kompetenzen zu sprechen ist für die meisten Jugendlichen eine sehr persönliche und vertrauliche Angelegenheit. Dafür brauchen sie eine ermutigende Atmosphäre und ein Gegenüber, das dieses Thema auch für sich selbst schon einmal reflektiert hat. Grundlegend ist die Überzeugung, dass jeder Mensch Fähigkeiten und Kompetenzen hat. Zum Schluss geht es darum, welche besonderen Kompetenzen im Kompetenznachweis Kultur beschrieben werden sollen. Hat man sich auf die wesentlichen Aspekte geeinigt, ist es jetzt die Aufgabe der Fachkraft, eine Stärkenbeschreibung zu verfassen.

6. Den Nachweis schreiben und fertig stellen

Jeder Kompetenznachweis Kultur ist Ausdruck eines sehr persönlichen Kommunikations- und Reflexionsprozesses zwischen dem Jugendlichen und dem Berater. Es ist die individuelle Beschreibung der Kompetenzen des Jugendlichen, die er im Rahmen seiner künstlerischen Aktivitäten erworben hat. Die Beschreibung sollte dem/der Jugendlichen angemessen sein – weder übertrieben, noch untertrieben. Ein Kompetenznachweis wirkt lebendig, wenn die einzelnen Kompetenzen anhand konkreter Aktivitäten „belegt“ werden. Die Kompetenzbeschreibungen sollten Bilder im Kopf des Lesers erzeugen. Bewährt hat es sich auch, im Dokument die Jugendlichen in Form von Zitaten selber „zu Wort kommen zu lassen“. Der fertige Text wird nochmals mit dem Jugendlichen abgestimmt. Jeder KNK-Berater, jede KNK-Beraterin erhält über einen geschützten Bereich im Internet Zugang zu der für den Ausdruck der Dokumente notwendigen Software (Login über eine von der BKJ vergebene Registriernummer). Hier können alle bisherigen Dokumente gespeichert und bearbeitet werden. Ausgedruckt werden die Texte auf das Originalpapier (vierfarbig), das mit der dazugehörigen Mappe bei der BKJ bestellt wird. Nähere Informationen hierzu werden im Rahmen der Fortbildung vermittelt.

7. Den Kompetenznachweis Kultur übergeben

Es bietet sich an, die Übergabe der Kompetenznachweise zu etwas Besonderem zu machen. Zu einer kleinen „Feierstunde“ kann man Eltern, Politiker und die Presse einladen. An dieser Stelle dient der Kompetenznachweis Kultur auch der Werbung für die eigene Einrichtung.“ (Schorn 2007:33)

Der Kompetenznachweis Kultur in der Schule: erste Erfahrungen

Bislang wurde der Kompetenznachweis Kultur vor allem in außerschulischen Kontexten vergeben. Aber auch in Kooperationsprojekten mit Schulen, in freiwilligen Arbeitsgemeinschaften, in so genannten Zertifikatskursen und im unbenoteten (!) Wahlpflichtbereich hat er Einzug gehalten. In all diesen Kontexten wird er in erster Linie vergeben von außerschulischen Fachkräften. Es gibt aber auch Ausnahmen. Ausnahmen, in denen Lehrerinnen und Lehrer sich in einer entsprechenden Fortbildung, die obligatorisch für alle Kompetenznachweis Kultur-Berater/innen ist, für dieses Kompetenzfeststellungsverfahren qualifiziert haben.

Was bedeutet die Einführung des Kompetenznachweises Kultur für die Schulkultur? Belastbare Evaluationsergebnisse liegen hierzu nicht vor. Aus den Berichten der für den Kompetenznachweis Kultur-Verfahren qualifizierten Lehrer und Lehrerinnen kann man jedoch mögliche Effekte ablesen:

„Noch nie hatten die Schüler/innen in ihrem Leben eine so genaue Beschreibung ihrer Kompetenzen bekommen! In der Schule werden zu oft nur Defizite herausgestellt und Zensuren verteilt. Auch ich habe durch diese Arbeit gelernt, andersherum zu beobachten und zu beurteilen. Und ich bin überrascht, wie viele Kompetenzen diese jungen Menschen haben. Das ist für mich persönlich eine der positiven Erfahrungen in diesem Prozess und wird mir im zukünftigen Unterricht helfen.’“ (Hauptschullehrer, unveröffentlichter Praxisbericht aus der Fortbildung zum Kompetenznachweis Kultur-Berater, Archiv der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung BKJ e.V.)

„Ich war erstaunt, wie reflektiert die Schüler und Schülerinnen sich beobachten und wie schnell wir im Gespräch eine Ebene fanden. Es war keinerlei Scheu oder Zurückhaltung spürbar, weil ich Lehrerin dieser Schule bin, sondern deutlich, dass wir auf einer Augenhöhe sprachen. Ich erlebte die Gespräche und Jugendlichen als sehr positiv und bin froh, diese Erfahrung machen zu dürfen. Inzwischen grüßen sie jedes Mal freundlich und oft lächelnd, wenn ich sie treffe oder kontaktieren einen, wenn sie Fragen zum Projekt haben. Es herrscht eine enorme gegenseitige Wertschätzung, die vor allem in den Proben spürbar wurde…“ (Gesamtschullehrerin, unveröffentlichter Praxisbericht aus der Fortbildung zum Kompetenznachweis Kultur-Berater, Archiv der BKJ)„Als Lehrerin bin ich an einen Stoffplan im hektischen Schulalltag gebunden, muss bewerten und Zensuren verteilen. Die Schüler und Schülerinnen sollen Aufgaben erledigen, die sie nicht immer freiwillig wählen würden. In diesem Projekt und beim Kompetenznachweis Kultur ist das Gegenteil der Fall. Mir ist klar, dass dieser Wechsel nicht immer eine leichte Aufgabe ist. Umso mehr genieße ich diese Herausforderung jedoch als Freiheit und großen Zugewinn. Die Teilnehmer und ich haben richtiggehend Freude an dieser Arbeit, und ich bin immer wieder positiv überrascht, wie sonst zurückhaltende oder so genannte Problemschüler sich toll entwickeln, sich ernst genommen fühlen und regelrecht aufblühen.“ (Lehrerin, unveröffentlichter Praxisbericht aus der Fortbildung zum Kompetenznachweis Kultur-Berater, Archiv der BKJ)

Für die Lehrerinnen und Lehrer ist es nicht leicht, die Aufmerksamkeit vor allem auf die Stärken der Jugendlichen zu richten. „Anfangs verblieb ich noch zu sehr in meiner Lehrerrolle und stellte eher die Defizite fest. … Wir mussten alle erst lernen, uns von dem sonst leider so üblichen Defizitdenken und Notendruck zu befreien.“ Mit fortschreitendem Projekt und Übung im Beobachten wurde es leichter, die vielen positiven Fähigkeiten zu bemerken. „Viele Schülerinnen und Schüler machten Grenzerfahrungen, die sie noch nie mit einem solchen Durchhaltevermögen gemeistert hatten“, erzählt eine Lehrerin. „Die daraus resultierenden sehr emotionalen Momente nahmen uns alle sehr oft gefangen und weichten die alte Rollenstruktur Lehrer-Schüler auf.“ Der Hauptschullehrerin hängt die Bemerkung einer Schülerin nach: „Warum erst jetzt“ hatte diese gefragt. „Was hat sie damit gemeint? Endlich ist jemand da, der ihr die Entwicklung eigener Stärken zugesteht, der ihr hilft, diese zu sehen? Wäre das Schulleben anders verlaufen, wenn sie eher gewusst hätte, was in ihr steckt?“ (Hauptschullehrerin, unveröffentlichter Praxisbericht aus der Fortbildung zum Kompetenznachweis Kultur-Berater, Archiv der BKJ)

„Die Lehrkraft, die die belastende Notenbrille abnehmen und einen wohltuenden Blick hinter die vordergründige Schülerexistenz tun kann, die Schülerin, die die Lehrerin eben nicht als Medium der pädagogischen Bürokratie erlebt, sondern als wohlmeinende Beraterin und Förderin. .. Hier haben die Heranwachsenden mitzureden..“ (Merwald 2010)

„Ich kann auf jeden Fall zurückmelden, dass die Schüler/innen den Kompetenznachweis Kultur positiv betrachten. Dabei gefällt ihnen der Dialog, das Reflektieren und Bewusstwerden während des Gesprächs und die Wertschätzung, die sie durch dieses Zertifikat bekommen.“ (Zitat aus einer E-Mail Oktober 2012, Deutschlehrer Gymnasium, Leiter der Theater-AG)

Mit dem Kompetenznachweis Kultur wird das Augenmerk auf die Fähigkeiten und Stärken der Schüler und Schülerinnen gerichtet. Der Kompetenznachweis Kultur zwingt zum genauen und wohlwollenden Wahrnehmen des einzelnen Jugendlichen. Und dieser „andere Blick“ und die damit vermittelte positive Haltung werden als Bereicherung erfahren. Die Fortbildung und die praktischen Erfahrungen mit dem Instrument verändern den Blick der Lehrerinnen und Lehrer auf ihre Schülerinnen und Schüler. Und er verändert den Blick der Jugendlichen auf sich selbst: „Ich wusste gar nicht, dass ich was kann“, staunt eine 16-Jährige, die den Kompetenznachweis Kultur im Rahmen eines sechsmonatigen Musicalprojekts erwarb. Und ein 17-Jähriger Breakdancer kommentiert die Gespräche zum Kompetenznachweis Kultur: „Wann kommt das schon mal vor, dass sich jemand für uns interessiert? Für das, was wir tun und was wir können? Wären ja blöd, wenn wir das nicht nutzen.“ (Zitat aus einem unveröffentlichten Praxisbericht aus der Fortbildung zum Kompetenznachweis Kultur-Berater, Archiv der BKJ)

Voraussetzungen: Hohe Qualität der künstlerischen Arbeit  und eine Haltung der Wertschätzung und Anerkennung

Der gesamte Prozess des Kompetenznachweises Kultur ist untrennbar verbunden mit einer gelungenen und qualifizierten kulturpädagogischen Praxis. Denn der Kompetenznachweis Kultur ist nur dann erfolgreich, wenn die Erfahrungen, die die Jugendlichen im Rahmen eines Projekts machen, sie positiv erschüttern, das Tun sie herausfordert, zu neuen Erlebnissen mit sich und anderen führt und neue Erkenntnisse, die für die Jugendlichen persönlich wichtig sind, zulässt. Die Ernsthaftigkeit des Tuns, die Arbeit mit professionellen Künstlern, die Präsentation der Arbeitsergebnisse vor einer größeren Öffentlichkeit bewirken, dass Jugendliche sich mit all ihren Stärken und Talenten einbringen. Sie erleben ihre eigene Selbstwirksamkeit und erfahren im Prozess zum Kompetenznachweis Kultur eine sehr persönliche Anerkennung.

Und eine verstärkte Anerkennungskultur fordern viele Bildungsexperten. So auch Prof. Dr. Klaus Hurrelmann: „Jugendliche heute müssen ein ungeheuer großes Maß an Lebenskunst aufbringen. Diese Lebenskunst wird aber nirgendwo systematisch trainiert. Alle Bildungsinstitutionen, alle Familien bemühen sich, alle außerschulischen Einrichtungen bemühen sich, aber die Jugendlichen selbst müssen das zusammensetzen, was sie [die Jugendlichen, d. h.] an Fähigkeiten haben. Das Schulsystem verkennt sehr deutlich, was die Jugendlichen insgesamt in Wirklichkeit können. Der Arbeitsmarkt verkennt es auch, und er hat die Jugendlichen auch geprägt in den letzten Jahren. Er hat 20 % der Jugendlichen deutlich gemacht, dass sie nicht gebraucht werden und ihnen eingeredet, dass sie nicht genügend Kompetenz haben, um in den Arbeitsmarkt aufgenommen zu werden. Das sitzt tief und hat große Gruppen der Jugendlichen verunsichert. Aus diesem Grund kommt es ungeheuer darauf an, eine neue breite und überzeugende Kultur von Anerkennung aufzubauen. Das brauchen diese Jugendlichen. Sie brauchen Unterstützung und Hilfe, und deshalb sind Initiativen wie der Kompetenznachweis Kultur von riesiger Bedeutung.“ (Hurrelmann 2010:47)

In Schulen mit kulturellem Profil spielen in diesem Zusammenhang auch die Ausstellung, Aufführung und Präsentation der Ergebnisse der Arbeit von Schülerinnen und Schülern eine wichtige Rolle. Die Öffentlichkeit ist zunächst die Klasse oder der Jahrgang, dann die ganze Schule, Gäste und Besucher. „Es geht um die Leistung einzelner oder die Leistung einer Gruppe oder einer ganzen Klasse. Mir scheint dieses Öffentlichmachen deshalb so wichtig, weil es zugleich ein Zeichen des Respekts und der Hochachtung vor der Arbeit und Leistung von Kindern und Jugendlichen und von Lehrerinnen und Lehrern ist. Kein Mensch kann es auf die Dauer ertragen, wenn seine Arbeit völlig spurlos bleibt, nie an sich wichtig und für andere interessant ist, sondern (bei den Schülerinnen und Schülern) immer nur der Leistungsbewertung dient. Durch die Veröffentlichung erfahren alle Beteiligten, dass die Ergebnisse ihrer Arbeit für andere interessant, im besten Fall sogar wichtig sind, dass sie Zustimmung oder Beifall finden – oder dass nachgefragt wird, dass auch Kritik kommt, und dass es nicht gleichgültig ist, wie man seine Arbeit und sich selbst vorstellt.“ (Gerlach 2001:22) Der Kompetenznachweis Kultur macht neben den künstlerischen Leistungen auch die hinter den Präsentationen und Aufführungen geleistete Arbeit sichtbar und unterstreicht den Respekt vor dem individuellen Zutun des Einzelnen.

Die Fortbildung zum/zur Kompetenznachweis Kultur-Berater/in als systematische Erarbeitung einer veränderten Lernkultur

Ein wichtiges Merkmal des Kompetenznachweis Kultur ist es, dass er nur von Fachkräften vergeben wird, die ein entsprechendes Fortbildungszertifikat erworben haben. Diese Fortbildung ist ein Instrument, mit dem der verantwortungsvolle Umgang mit dem Kompetenznachweis erlernt und (in einer Praxisphase) erprobt wird. Denn: die Anerkennung von Kompetenzen stellt eine neue Dimension im Berufsalltag der im Praxisfeld Kultureller Bildung Tätigen dar. Zwar baut das Verfahren zum Kompetenznachweis Kultur auf pädagogischem Grundwissen auf, stellt aber Beobachtung und Dialog in einen neuen Kontext und belegt sie mit einer neuen Zieldimension. Die Fortbildung dient zudem der Qualitätssicherung des  Kompetenznachweises Kultur.

Die Fortbildung umfasst schwerpunktmäßig die Auseinandersetzung mit fünf Themen/Fragestellungen, die eingebettet sind in einen praxisorientierten und kollegialen Austausch über die konkrete kulturpädagogische/künstlerische Praxis:

  1. Die Bedeutung informell, nicht-formell und formal erworbener Kompetenzen für die Bildung von Jugendlichen.
  2. Die Frage nach den Wirkungen kulturpädagogischer Angebote
  3. Die Bedeutung des Reflektierens künstlerischer Prozesse
  4. Die Einübung einer konsequenten Stärkenorientierung in Dialog und Beobachtung
  5. Die schriftliche Dokumentation und Anerkennung von Kompetenzen

Nehmen an der Fortbildung Lehrer, Lehrerinnen und Künstler, Künstlerinnen teil, so ergeben sich viele Gelegenheiten, die unterschiedlichen professionellen Sichtweisen kennen zu lernen und sich gegenseitig darin zu respektieren, weil sich beide deutlich ergänzen. Die Lehrkräfte bringen ihr Wissen über die Jugendlichen ein. Aus ihrer Unterrichtsplanung ist ihnen das Durchdenken von Lern- und Arbeitsprozessen vertraut. Dieses Handwerkszeug allerdings nicht im Sinne eines Curriculums anzuwenden, dessen Lernziele die Jugendlichen zu erreichen haben und sich stattdessen offen zu halten für einen dynamischen Prozessverlauf, das sind Sichtweisen, die die Künstler und Künstlerinnen in den Prozess einbringen. Sie sind es auch, die die Vielfalt der künstlerischen Methoden erläutern und deutlich machen, wie viel Bildungspotenzial in ihnen steckt.

Auch bei der Umsetzung von Beobachtung und Dialog lernen Lehrkräfte und Kulturschaffende voneinander. Während die Künstlerinnen und Künstler sich oftmals schwer tun, ihre Beobachtungen zu dokumentieren, ist dies für die Lehrerinnen und Lehrer aufgrund ihrer Ausbildung leichter zu bewerkstelligen. In der Fortbildung geben sie ihre Erfahrungen weiter. Die Lehrerinnen und Lehrer tun sich – nach eigener Aussage – meist schwer, vom gewohnten Defizitdenken zu einem stärkenorientierten Beobachten zu wechseln. Hier werden sie von den Künstlern unterstützt, einen anderen Blickwinkel einzunehmen. Die Fortbildung gibt ganz konkrete Hilfestellung, wie man den Blick von den Defiziten auf die Stärken der Jugendlichen lenken kann. Gemeinsam lernen die Fortbildungsteilnehmer Vorurteile, gewohnte Beobachtungs- und Bewertungsmuster zu überwinden. Sie sind erstaunt und beglückt über das, was sie bei den Jugendlichen entdecken können und wie sich ihre Haltung auch „schwierigen“ Schülern und Schülerinnen gegenüber verändert.

Der Dialog gibt den Jugendlichen die Möglichkeit, den eigenen Stärken und Kompetenzen nachzuspüren und sie in Worte zu fassen. Das erfordert viel Einfühlungsvermögen und eine Haltung, die weniger der Rolle eines „Lehrers“ entspricht, der „bereits weiß, wie die Lösung lautet“, als vielmehr der Rolle eines Beraters, der Raum gibt für den Prozess der Selbstexploration. Die Dialoge brauchen eine Atmosphäre des Vertrauens und der Offenheit. Der Kompetenznachweis Kultur dokumentiert die Stärken der Jugendlichen ohne sie wertend zu beurteilen oder zu vergleichen. Es gibt kein Punktesystem, keine Standards und keine Formulierungshilfen, die den Grad einer „Leistung“ ausdrücken. Die Lehrerinnen und Lehrer sind gefordert, die Stärken der Jugendlichen individuell und handlungsorientiert zu erkennen, positiv darüber zu sprechen und sie ebenso zu beschreiben. Diese Problematik wird im Rahmen der Fortbildung intensiv thematisiert. Bislang gibt es nur wenige Erkenntnisse darüber, wie die Jugendlichen sich auf die Gespräche einlassen, wenn ihre Gesprächspartner ihre Lehrer sind. Die bisherigen Erfahrungen (s.o., Zitate) zeigen jedoch, dass die Jugendlichen sich auf diesen Prozess einlassen, wenn sie echtes Interesse spüren und sich ihnen glaubhaft vermittelt, dass es nicht um Beurteilung und Bewertung, sondern um Anerkennung und Wertschätzung geht. Sie fühlen sich in ihrer Individualität wahrgenommen und zutiefst wertgeschätzt.

Nicht selten werden im Rahmen der Fortbildung zum Kompetenznachweis Kultur Projektkonzepte weiterentwickelt und qualifiziert. Die meisten konzeptionellen Änderungen betreffen übrigens die Beteiligung der Jugendlichen an der Planung und Organisation von Projekten. Die Lehrerinnen, Lehrer und künstlerischen Fachkräfte erkennen, dass viele Aufgaben von den Jugendlichen selbst in die Hand genommen werden können!

Perspektiven

Seit der Einführung des Kompetenznachweises Kultur hat sich gezeigt, dass dieser Bildungspass in den verschiedenen Arbeitsfeldern immer wieder einen Beitrag zur Qualitätsverbesserung von Bildungsangeboten im außerschulischen Kontext leistet und mit seinem dialogischen, partizipativen und stärkenorientierten Ansatz  zur Chancengerechtigkeit durch Bildung beitragen kann. Kann eine solche Qualitätsentwicklung im Bezug auf den Umgang mit den Aktivitäten im künstlerischen Bereich auch in Schulen stattfinden? Lehrerinnen und Lehrer, die über Erfahrungen mit dem Kompetenznachweis Kultur verfügen, bestätigen diese Wirkung. Schulen, die neue Wege zu einer subjektbezogenen, ganzheitlichen und kompetenzorientierten Bildung ihrer Schüler und Schülerinnen suchen, finden im Kompetenznachweis Kultur ein ansprechendes und ihren Zielen entsprechendes Instrumentarium.

Noch fehlt es an vielen Schulen an Handlungsspielräumen für die Umsetzung des Kompetenznachweises Kultur in den kulturell-künstlerischen Kontexten. Die bislang in Schulen gemachten Erfahrungen mit dem KNK sind Erfahrungen einzelner Lehrerinnen und Lehrer, die bei ihren Schülerinnen und Schülern Handlungsvermögen und Kompetenzen entdeckt haben, die das Notenzeugnis nicht spiegelt. Sie wünschen sich Formen der Anerkennung dieser Leistungen, sie wünschen sich mehr Stärkenorientierung. Diese engagierten Lehrkräfte sind bereit, von außerschulischen Pädagogen und Künstlern zu lernen. Sie bilden sich in ihrer Freizeit fort. Sie erproben den Kompetenznachweis Kultur mit Erfolg, stoßen aber an schulische Rahmenbedingungen, die die Anwendung eines solch anspruchsvollen Kompetenzfeststellungsverfahrens erschweren.

Was bleibt ist aber die Überzeugung, dass der Kompetenznachweis Kultur ein wirkungsvolles Instrument für die Förderung von Selbstexploration und Kompetenzentwicklung ist. Es besteht in den Schulen ein großes Interesse an dem dialogischen Verfahren bei gleichzeitiger Ratlosigkeit darüber, wie und ob der Kompetenznachweis Kultur auch in schulischen Kontexten umsetzbar ist.

Vor diesem Hintergrund haben die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung und die Arbeitsstelle Kulturelle Bildung in Schule und Jugendarbeit NRW 2012 ein Expertenforum durchgeführt, um über die Potenziale und Grenzen des Kompetenznachweis Kultur in Schule zu diskutieren und mögliche Umsetzungsstrategien zu beraten. Das Forum war ein Startschuss für eine Weiterentwicklung des Kompetenznachweises Kultur für die Anwendung in Schulen. Ziel ist es nun, die Umsetzung zu erproben und sie– vor allem für die Schulen mit kulturellem Profil – handhabbar zu machen.

Lernkultur und Leistungsbeurteilung bedingen sich wechselseitig. Das zeigen die obigen Zitate der Lehrer und Lehrerinnen und das bestätigt die hierzu vorhandene Fachliteratur. (vgl z.B. Winter 2011, Paradies 2005, Schratz 1994) „Alle Versuche, eine neue Lernkultur an Schulen zu etablieren, werden daher an Grenzen stoßen, wenn nicht auch das System der Prüfung und Beurteilung der Schülerleistungen reformiert wird.“ (Winter 2011:313) Auch Schulen auf dem Weg zu einem kulturellen Schulprofil werden das Konzept von Partizipation, Selbstverantwortung, von Kreativität sowie neuen Formen des Lernens und Lehrens nicht wirklich umsetzen, wenn sie keinen veränderten Umgang mit den Schülerleistungen realisieren. „Wirksam im Sinne einer neuen Lernkultur dürften aber solche Formen der Leistungsbewertung sein, wo Menschen sich direkt begegnen, sich wahrnehmen, sich Rückmeldungen geben und sich unterstützen können.“ (Winter 2011:314) Diese Bedingungen erfüllt der Kompetenznachweis Kultur. Die Anwendung in Schulen erfordert viel von den Schulkollegien und ihren Partnern aus den Kultureinrichtungen. Wie die Umsetzung genau aussehen kann, muss diskutiert, entwickelt und erprobt werden. „In einer solchen Reformarbeit stecken große Anforderungen an die Schulen, an die Lehrerinnen und Lehrer. Wenn diese aber lernen, die neuen Formen der Leistungsbewertung richtig zu handhaben, wird ihre Arbeit vermutlich mehr Freude machen. Weil diese Formen es ihnen erlauben, sich auf flexible und wirksame Weise am Wachstum der Schülerinnen und Schüler zu beteiligen. An einem Wachstum in eine Zukunftswelt, von der man ehrlicherweise sagen muss, dass sie kaum vorhergesehen werden kann, und die durch Lehrpläne und Prüfungskataloge nicht zu beschreiben ist.“ (Winter 2011:315)

Im Abschlussbericht zur Fortbildung als Kompetenznachweis Kultur-Berater schreibt ein Hauptschullehrer: „Die Begleitung dieses Projekts und der intensive Austausch mit den Schülerinnen und Schülern über ihre künstlerische Arbeit war das Beste, was mir in meiner 33-jährigen Schulzeit passiert ist!“

Verwendete Literatur

  • Bildungskommission NRW (1995):
    „Zukunft der Bildung – Schule der Zukunft“. Neuwied: Luchterhand.
  • Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V. (BKJ) (Hrsg.) (2007):
    Stärken sichtbar machen. Der Kompetenznachweis Kultur in der Praxis. 21 Projektbeispiele. Remscheid: Schriftenreihe der BKJ.
  • Fauser, Peter/ Prenzel, Manfred/Schratz, Michael (Hrsg.) (2009):
    Was für Schulen! Wie gute Schule gemacht wird – Werkzeuge exzellenter Praxis. Seelze: Kallmeyer/Klett.
  • Fuchs, Max (2004):
    Bildungswirkungen in der Jugendkulturarbeit. Überlegungen zu ihrer Erfassung. In: Der Kompetenznachweis Kultur. Ein Nachweis von Schlüsselkompetenzen durch kulturelle Bildung, 23-42. Remscheid: Schriftenreihe der BKJ.
  • Gerlach, Thomas (2001):
    Öffentlichkeit nicht scheuen, sondern suchen. In: Friedrich Jahresheft 2001 - Qualität entwickeln: evaluieren, 20-22. Friedrich in Zusammenarbeit mit Klett.
  • Hurrelmann, Klaus (2010):
    Nachwort zum Kompetenznachweis Kultur. In: Timmerberg/Schorn: Neue Wege der Anerkennung von Kompetenzen in der Kulturellen Bildung. Der Kompetenznachweis Kultur in Theorie und Praxis, 35-47. München: kopaed.
  • Merwald, Jutta (2010):
    Der Kompetenznachweis Kultur- ein Zeugnis der besonderen Art. 06/2010, Praxisbericht einer Oberstudienrätin und KNK-Beraterin. Download am 13.05.2014: http://www.virtuelle-schule.de/539.html
  • Paradies, Liane/ Wester, Franz/ Greving, Johannes (2005):
    Leistungsmessung und –bewertung. Berlin: CornelsenScriptor.
  • Schorn, Brigitte (2007):
    Ein Überblick: Der Weg zum Kompetenznachweis Kultur. In: Praxisleitfaden Kompetenznachweis Kultur. Remscheid: Schriftenreihe der BKJ.
  • Schratz, Michael (1994):
    Das retardierende Moment. Wie die Leistungsbeurteilung den pädagogischen Fortschritt hemmt. In: ide –informationen zur deutschdidaktik 2/1994 (Hrsg.): Leistungsbewertung, 17-22.
  • Timmerberg, Vera/Schorn, Brigitte (Hrsg.) (2009):
    Neue Wege der Anerkennung von Kompetenzen in der Kulturellen Bildung. München: kopaed.
  • Winter, Felix (2011):
    Leistungsbewertung. Eine neue Lernkultur braucht einen anderen Umgang mit den Schülerleistungen. Baltmannsweiler: Schneider Hohengehren.