Architektur-/ Baukulturvermittlung in Österreich: Von den Anfängen bis in die Gegenwart

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von Barbara Feller

Erscheinungsjahr: 2020

Abstract

Der Beitrag dokumentiert Strukturen, Strategien, Akteure und Inhalte der Architektur-/ Baukulturvermittlung in Österreich. Er spannt einen Bogen von den Anfängen Ende des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart und beschreibt die Diskurse um Begrifflichkeiten sowie die Entwicklung der Bundes- und Länderstrukturen. Ein Fokus liegt auf der Architektur-/ Baukulturvermittlung für junge Menschen und zeigt die Entwicklungen und Initiativen in diesem für das Zusammenleben wichtigen Feld.

Die Architektur ist eine das Leben und die Umwelt des Menschen entscheidend beeinflussende Realität. Diese Tatsache steht in krassem Gegensatz zu der Beiläufigkeit,
mit der die Fragen des Bauens und der Architektur in der Öffentlichkeit behandelt werden." 

Österreichische Gesellschaft für Architektur: Gründungsmanifest

Zum Begriff Architektur-/ Baukulturvermittlung

Wenn nachfolgend von Architektur-/ Baukulturvermittlung die Rede ist, dann ist damit die Vermittlung von Kenntnissen über die gestaltete Umwelt in einem breiten Verständnis gemeint. War in Österreich noch bis in die 1990er Jahre primär der Terminus „Architekturvermittlung“ in Verwendung, so hat sich in den letzten etwa 15 bis 20 Jahren verstärkt der Begriff der Baukultur und damit auch Baukulturvermittlung durchgesetzt. Die Etablierung dieses Begriffes begann insbesondere durch die 2002 entstandene Plattform für Architekturpolitik und Baukultur, heute: Plattform Baukulturpolitik, und wurde anschließend durch den Ersten Baukulturreportdem bis heute zwei weitere gefolgten, sowie den 2008 im Bundeskanzleramt eingerichteten Beirat für Baukultur weiter verstärkt. Speziell im Ersten Baukulturreport finden sich zahlreiche, unterschiedliche Begriffserklärungen zu Baukultur (vgl. Dienst 2006; Temel 2006), die hier kurz wiedergeben werden: Auf der einen Seite steht der deskriptive Ansatz, den Howard Davis 1999 in seinem Werk „The Culture of Building“ verwendet, wo er unter Baukultur „das koordinierte System des Wissens, der Regeln und der Prozesse, das von den Menschen geteilt wird, die an Bauaktivitäten beteiligt sind, und das die Form von Gebäuden und Städten determiniert“ (siehe Volker Dienst „Zum Thema: Baukultur und Architekturpolitik“; Robert Temel „Die wichtigsten Begriffe: Ein Glossar“) versteht. Diese Auffassung von Baukultur meint den Teil einer Kultur, der mit Bauen zu tun hat. Dem steht der normative Ansatz gegenüber, der mit Baukultur auch die Intention der Verbesserung der gegenwärtigen Situation verbindet. Gemeinsam ist beiden Zugängen, dass Baukultur mehr ist als Architektur, dass sie die gesamte gestaltete Umwelt und die an ihrer Herstellung beteiligten Disziplinen – also Ingenieurwesen, Freiraumplanung, Stadt- und Regionalplanung sowie Raumordnung – ebenso wie die von ihr betroffenen NutzerInnen umfasst. Damit ist Baukultur eben nicht nur als eine ExpertInnenkultur, sondern als eine die gesamte Bevölkerung betreffende Sache zu verstehen. Womit die Verantwortung dafür auch nicht bei den Fachleuten alleine liegt, sondern als gesamtgesellschaftliche wahrzunehmen ist – und um dies zu können, ist Vermittlung erforderlich!

Diese Vermittlung – verstanden als Kommunikation zwischen ExpertInnen und einer breiten Öffentlichkeit (Laien im Bereich der Baukultur) – hat mehrere Ebenen: Information, Diskussion und Partizipation. Die wesentlichsten ProtagonistInnen für diese Bemühungen sind in Österreich die Architekturhäuser. Dazu später mehr. 

Ein spezieller Bereich der Vermittlung ist jener für junge Menschen: Sei es im Schulkontext oder in der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit. Dieses Feld wird häufig mit dem Terminus der „Baukulturellen Bildung“ beschrieben – auch dazu später mehr. 

Anfänge der Architektur- und Baukulturvermittlung in Österreich

In der Zeit Industrialisierung, die in vielen Bereichen weitreichende Umwälzungen mit sich brachte und unterschiedliche Akteure auf den Plan rief: Jene – in sich durchaus heterogene – Gruppe von Architekten, KunsthandwerkerInnen und KünstlerInnen, die aus der Ablehnung des Historismus im Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert eine neue Architektur herauszubilden begann. Beinahe zeitgleich entwickelten sich auch – ebenfalls sehr heterogen und an unterschiedlichen Orten – Heimatschutzbewegungen als Teil der bürgerlichen Kultur- und Reformbestrebungen und ebenfalls als Reaktion auf die Entfremdung durch die Industrialisierung und das moderne Leben. Tradition, Heimat und Bodenständigkeit wurden zum Fundament der Architekturerneuerung. Was hier auf den ersten Blick als zwei gänzlich unterschiedliche Strömungen anmutet, stand sich bis Mitte der 1930er Jahre nicht wirklich unversöhnlich gegenüber; vielmehr gab es in vielen Bereichen Überlagerungen, und oftmals waren die Grenzen nicht einmal an Personen festzumachen, weil auch deren Werke unterschiedliche Strömungen aufsogen. 

Beiden Strömungen war gemeinsam, dass sie gegen den Verlust der Form ankämpften. Dazu wurde in relativ kurzer Zeit eine Vielzahl von Vereinigungen in Österreich gegründet: die Wiener Werkstätten (1903), die Zentralvereinigung der Architekten (1907), der Österreichische Werkbund (1912) und andere mehr. Ihr gemeinsames Ziel war neben der Förderung von Kunst und Handwerk und damit auch dem ‚Kampf gegen die Massenschundartikel‘ explizit die ‚Hebung des künstlerischen Geschmacks‘ und damit eine Vorform der heutigen Baukulturvermittlung. Medien dieser Aufklärungsarbeit waren – teilweise sehr ambitioniert gestaltete – Publikationen, insbesondere Zeitschriften, daneben Vorträge und Ausstellungen. Sehr wichtig war auch das unmittelbare persönliche Erleben: Einerseits durch Verkaufslokale, in denen speziell kunstgewerbliche Gegenstände und Möbel erworben werden konnten, und andererseits durch Modelle im Maßstab 1:1 – etwa komplett eingerichtete Räume bei Messen und Ausstellungen (besonders aufwändig auf den Weltausstellungen) und sogenannte Mustersiedlungen (beispielsweise die Werkbundsiedlungen), die vor dem Einzug der BewohnerInnen als Ausstellungen zu besuchen waren. 

Architektur-/ Baukulturvermittlung im zeitgenössischen Verständnis

Wichtig für die Architekturvermittlung in Österreich war die schon erwähnte und bereits 1907 gegründete Zentralvereinigung der Architekten Österreichs (ZV), die trotz der historischen Brüche und Verwerfungen bis heute mit einem ambitionierten Programm Bestand hat. So verdienstvoll die Tätigkeit der ZV war (und ist), ergaben sich doch Desiderata, denen mit der Gründung der Österreichischen Gesellschaft für Architektur (ÖGFA) im Jahr 1965 begegnet wurde. Wesentlich war dabei die Betonung auf Architektur – es sollte keine neue Architektengesellschaft sein. Die ÖGFA entfaltete von Beginn an ein sehr dichtes Vortrags-, Ausstellungs- und Publikationsprogramm. Es war naturgemäß jedoch nicht möglich, von Wien aus das gesamte Land zu „bespielen“. Dennoch dauerte es mehr als 20 Jahre, bis 1988 mit dem Haus der Architektur Graz (HDA) die erste „moderne“ Architekturinitiative gegründet wurde. Dann ging es allerdings sehr rasch und bis 1997 folgten in allen Bundesländern unterschiedlich bezeichnete und mit leicht unterschiedlichen Schwerpunkten agierende Vereine, die sich zusammengeschlossen in der Architekturstiftung Österreich. Eine besondere Stellung nimmt als größte dieser Institutionen, das Architekturzentrum Wien, ein, welches durch seine umfangreiche Architektursammlung in Richtung eines Architekturmuseums geht. Die Entstehung der Architekturinstitutionen fällt in eine Zeit, in der sich – ausgehend von den Museen – die Erkenntnis durchsetzte, dass Kunst- (und Bau-)Werke einer Übersetzung für Laien bedürfen, weil sie nicht für sich selbst sprechen. Hinzu kam, dass Anfang der 1990er Jahre eine Förderschiene für Architektur und Design im zuständigen Ministerium eingeführt wurde, die den Institutionen eine kontinuierliche, jedoch nicht kostendeckende Finanzierung sichert. Je nach Bundesland wird die Finanzierung durch Förderungen von Ländern und/oder Gemeinden, Mitgliedsbeiträgen sowie privaten Sponsoren ergänzt. 

Wesentlich für die österreichische Szene ist die Entwicklung (weitgehend) von unten. Diese bottom up-Situation' hat Vor- und Nachteile und unterscheidet Österreich von anderen europäischen Ländern. Es gibt eine Vielzahl von kleinen Initiativen, die mit unterschiedlichen Schwerpunkten im Feld der Architektur-/ Baukulturvermittlung agieren. Um speziell den Dialog in Richtung Politik und Verwaltung zu stärken, haben sich vielfältige Akteure (neben dem Feld der Vermittlung auch aus der Berufsvertretung sowie den fachspezifischen Universitäten und Fachhochschulen) 2002 zur Plattform Baukulturpolitik zusammengeschlossen. 

Bedeutung von Architektur für den Alltag

Worum geht es bei der Vermittlung von Architektur/ Baukultur? Architektur hat von allen Kunstformen den unmittelbarsten und unausweichlichsten Einfluss auf das tägliche Leben, dennoch gibt es nur wenige Menschen, die ihren Lebensraum bewusst wahrnehmen. Und ebenso wenigen ist bewusst, dass dessen Gestaltung wesentlich zum Wohlbefinden des/der Einzelnen beiträgt und darüber hinaus ein zentraler Bestandteil der jeweiligen kulturellen Identität ist. Denn auch das Verstehen und Erkennen von Architektur will gelernt sein!

Die Akteure der Architektur-/ Baukulturvermittlung wollen dazu einen Beitrag leisten und es mehr Menschen ermöglichen, in diesem Feld Souveränität und Kompetenz zu erlangen. Wesentlich ist mir, darauf hinzuweisen, dass damit keinesfalls das Ausbilden von ‚kleinen ArchitektInnen’ gemeint ist, sondern das Wecken von Raumverständnis und das Aufzeigen der Gestaltbarkeit (und damit Beeinflussbarkeit) von Architektur. Es ist daher in meinem Verständnis auch keine Kategorie der Kunst, sondern eine Kategorie des Alltags, und entsprechend ist Ziel dieses Lernens keine normierte Ästhetik, sondern Mündigkeit zur Vielfalt. Architektur-/ Baukulturvermittlung soll deshalb kein ‚Unterricht’ in Architektur sein, sondern ein Beitrag dazu, mit den gesellschaftlichen Herausforderungen besser umgehen zu können. Denn viele Menschen geben den größten Teil ihres ‚Lebensgeldes’ für Bauen und Wohnen aus: Für die Errichtung von Einfamilienhäusern, für Eigentumswohnungen, Schrebergärten und Wochenendhäuser, für Miete und Betriebskosten; fürs Heizen, Kühlen, Kochen, Licht und Wasser und – sehr wesentlich – für die Fahrten zum Arbeiten, Einkaufen oder in die Freizeit. Es ist somit sowohl individuell entscheidend, wo und wie wir wohnen und arbeiten, als auch gesamtgesellschaftlich bedeutend – speziell auch im Hinblick auf drängende Klimafragen. Zudem befinden wir uns 90 % unserer Lebenszeit in Gebäuden und fast das ganze Leben verbringen wir in gestalteter Umwelt. Und doch lernen wir zumeist nichts, um in diesem Bereich als mündige BürgerInnen agieren zu können. Hier muss Architektur-/ Baukulturvermittlung für mich ansetzen: Menschen ihre Verantwortung (und Möglichkeit zur Teilhabe) für den und am gebauten und gestalteten Lebensraum aufzuzeigen und deutlich zu machen, dass Raum Wirkung hat. Denn jede/r wohnt, bewegt sich in gestalteten Räumen und daher ist ein souveräner und bewusster Umgang mit dieser Umwelt ein wesentlicher Teil der Allgemeinbildung. 

Dabei eignet sich Architektur als Querschnittsmaterie – von Kunst, Kultur, Technologie, Wirtschaft, Sozialem und Politik – ganz besonders bei der Entwicklung und Vertiefung von Schlüsselkompetenzen, wie sie von der OECD definiert wurden: 

  1. interaktive Anwendung von Medien und Mitteln, 
  2. interagieren in heterogenen Gruppen, 
  3. autonome Handlungsfähigkeit/Eigenständiges Handeln (vgl. Kompetenzrahmen.de).

Um bewusst die eigene Umwelt wahrzunehmen, kann Architektur-/Baukulturvermittlung in einem ersten Schritt helfen ‚Sehen zu lernen’. Ebenso will auch das Sprechen über Architektur gelernt sein, um sich auf gleicher Augenhöhe in Planungsprozesse einbringen zu können. Und damit bei den ArchitektInnen kein falscher Eindruck oder unberechtigte Sorge entsteht: Es soll sich nicht jede/r für eine/n Experten/in halten, sondern die Fachkompetenz von PlanerInnen soll erkannt werden. Daher sind Bildungsinstitutionen – vom Kindergarten bis zur Universität – ganz wesentliche PartnerInnen in diesem Feld.

Baukulturelle Bildung: Architektur- und Baukulturvermittlung für junge Menschen

Die Vermittlung von Kenntnissen über Architektur und Baukultur an Kinder und Jugendliche ist ein ganz wesentlicher Bereich im Feld der Architektur-/ Baukulturvermittlung in Österreich. Es lohnt sich früh zu beginnen, weil Kinder sehr interessiert an ihrer Umgebung sind und diese in der Regel auch mit viel Aufmerksamkeit wahrnehmen. Sie werden die NutzerInnen und EntscheiderInnen von morgen sein! Wichtige PartnerInnen in diesem Kontext sind Bildungseinrichtungen wie Kindergärten und Schulen, aber auch außerschulische Kinder- und Jugendinstitutionen und natürlich die Eltern. Für den Bereich Kulturelle Bildung in der Schule ist in Österreich seit 30 Jahren der Verein KulturKontakt Austria im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung tätig - seit dem 1. Januar 2020  ist KulturKontakt integriert in die OeAD-GmbH (Österreichische Austauschdienst)-Gesellschaft mit beschränkter Haftung) die zentrale Servicestelle für europäische und internationale Mobilitäts- und Kooperationsprogramme in Bildung, Wissenschaft und Forschung. Mit vielfältigen Programmen wird die Interaktion von KünstlerInnen, ArchitektInnen und Kultureinrichtungen mit Schulen unterstützt. Das Portfolio beruht auf innovativer Konzeptentwicklung, qualitätsvoller Umsetzung und nachhaltiger Qualitätssicherung. Der OeAD ist einem inklusiven Umgang mit Vielfalt und Unterschiedlichkeit verpflichtet und gestaltet seine Aktivitäten im Sinne eines chancengerechten Zugangs zu Bildung, Kunst und Kultur. Diese nehmen eine Schlüsselrolle zur Entwicklung der Gesellschaft ein. 

Im Bereich der baukulturellen Bildung bietet die Projektreihe RaumGestalten – eine Kooperation von OeAD/KulturKontakt Austria, Architekturstiftung Österreich und der Kammer der ZiviltechnikerInnen – seit zwei Jahrzehnten die Möglichkeit einer vertieften Auseinandersetzung mit dem Thema Baukultur durch geförderte Semesterprojekte. In enger Kooperation von von SchülerInnen, ArchitektInnen und LehrerInnen können dabei unterschiedliche Aspekte von Architektur und Raumgestaltung bearbeitet werden. 
Die Auswahl der Projekte erfolgt in Form eines Wettbewerbs, bei dem Projektkonzepte – für alle Schulstufen und Schultypen – eingereicht werden. Die inhaltliche und methodische Zugangsweise ist breit gestreut: Sinnliche Wahrnehmung, das Erkennen von Raumwirkungen am eigenen Körper und lustvolles Experimentieren stehen dabei gleichberechtigt neben dem Erwerb von Kenntnissen und dem Kennen lernen unterschiedlicher Architekturen. Ein Fachjury wählt jene Projekte aus, deren Umsetzung finanziell und methodisch unterstützt wird. Die entsprechenden Ergebnisse sind jeweils in Broschüren dokumentiert, die kostenlos bei den ProjektpartnerInnen erhältlich sind. Die Erfahrungen und Ergebnisse aus dieser Projektreihe, die insbesondere Projekte mit innovativem Ansatz fördert, fließen in kleinere Interventionen ein und befördern damit eine sowohl methodische als auch inhaltliche Weiterentwicklung der Architektur-/Baukulturvermittlung für junge Menschen.

Neben OeAD/KulturKontakt Austria und den Architekturhäusern wird Architektur-/ Baukulturvermittlung für junge Menschen in Österreich an vielen Orten im Land von engagierten Einzelpersonen oder Vereinen betrieben. Das Bedürfnis nach Austausch und Vernetzung führte ab Ende der 1990er Jahre zu Treffen, die dem gegenseitigen Kennenlernen und Wissenstransfer dienten. Daraus entstanden gemeinsame Aktivitäten, für die jeweils bei unterschiedlichen Institutionen um Finanzierung angesucht wurde und wird. Neben den Kammern der ZiviltechnikerInnen, die in Österreich sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene organisiert sind und ArchitektInnen und IngenieurInnen umfassen, war und ist es speziell die Abteilung für Architektur und Design im Bundeskanzleramt, die Projekte unterstützt. In einem geringeren Ausmaß sind auch Förderungen durch das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung wichtig für die Finanzierung. Insgesamt muss man sagen, dass ohne großes ehrenamtliches Engagement Vermittlungsprojekte im Bereich Architektur und Baukultur für junge Menschen nicht durchgeführt werden können.

Aus den gemeinsamen Treffen entstand im Jahr 2010 der Verein bink - Initiative Baukulturvermittlung für junge Menschen, um die Zusammenarbeit zu vertiefen. Im Rahmen von bink wurden und werden – parallel zu regionalen Aktivitäten – gemeinsame Projekte umgesetzt. Die Website www.bink.at informiert über aktuelle Projekte, Ausschreibungen und Veranstaltungen, bietet eine Auflistung von relevanten Publikationen und Links und enthält eine Datenbank mit ausgearbeiteten Projekten, die nach thematischen Schwerpunkten, Projektdauer und Alter geclustert werden können. Ein wichtiges gemeinsames Projekt war die Ausarbeitung des Lehrmittels Baukulturkompass. Jede der acht Ausgaben umfasst fünf ausführlich ausgearbeitete Module, die sehr einfach in den Unterricht integriert werden können. Mit detaillierten Beschreibungen und ergänzendem Material, welches sich auf der bink-Homepage findet, lassen sich die Module einfach im Schulalltag umsetzen. Der Erstellung lag die Erkenntnis zugrunde, dass LehrerInnen gerade beim für sie oftmals fernen Thema Architektur detailliertes Material benötigen, um es in ihrem Unterricht aufzugreifen. Daher ist die Aus- und Fortbildung der Lehrpersonen ein zentrales Thema und soll in den nächsten Jahren noch stärker forciert werden. Der interne Austausch erfolgt bei ein- bis zweijährlichen Treffen, die jeweils in einer anderen Region stattfinden und bei denen einerseits über aktuelle Projekte beraten und andererseits der methodische Diskurs gepflegt wird. Der internationalen Vernetzung dienen die Symposien „get involved“ auf der Architekturbiennale in Venedig, die seit 2012 bisher viermal stattfanden. Im Januar 2019 fand in Dornbirn ein erstes Treffen mit KollegInnen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum statt. Es ist zu hoffen, dass sich diese Zusammenarbeit in Zukunft vertiefen wird und auch die Methoden der baukulturellen Bildung verfeinert und wissenschaftlich evaluiert werden. 

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